Erdbeeren-Studie: 78% enthalten Pestizidrückstände und Ewigkeitschemikalien
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 13:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Untersuchung von PAN Europe und PAN Germany. Besonders alarmierend: In 61 Prozent der Proben steckten gleich mehrere Wirkstoffe.
Ewigkeitschemikalien in jeder zweiten Probe
Die Analyse deckt eine weite Verbreitung von PFAS-Pestiziden auf. Diese sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ fanden sich in 58 Prozent der getesteten Erdbeeren. Am häufigsten tauchten die Substanzen Fludioxonil und Cyprodinil auf.
Deutsche Proben liegen mit durchschnittlich drei bis fünf Rückständen im Mittelfeld. Deutlich schlechter schnitten Erdbeeren aus Ungarn (acht Rückstände) und Belgien (bis zu neun Rückstände) ab. Öko-Erdbeeren waren dagegen komplett rückstandsfrei.
Behörden stufen Wirkstoffe neu ein
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die beiden Hauptverdächtigen bereits als hormonell wirksam eingestuft: Fludioxonil 2024, Cyprodinil 2025. Endokrine Disruptoren können das Hormonsystem schädigen.
Ein Verbot gibt es trotzdem nicht. Experten warnen: 56 Prozent der gefundenen Pestizide gelten als besonders gefährlich. In 17 Prozent der Proben wiesen die Tester sogar neurotoxische Substanzen nach. Verbraucherschützer fordern härtere Regeln.
Parasiten-Alarm aus den USA
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Neben Chemie lauert eine weitere Gefahr: In den USA breitet sich der Parasit Cyclospora cayetanensis aus. Die CDC meldet Fälle in over 30 Bundesstaaten. Allein in Michigan zählten die Behörden über 1.500 Infektionen – ein Vielfaches des üblichen Jahresschnitts.
Der Erreger lauert auf frischen Lebensmitteln wie Erdbeeren, Himbeeren oder Kräutern. Die Symptome sind heftig: schwere Magen-Darm-Beschwerden, die ohne Behandlung über einen Monat anhalten können. Besonders gefährlich ist die Infektion für empfindliche Personengruppen.
Bauern unter Druck
Die deutschen Obstbauern haben es schwer. Die Erzeugerpreise für Obst fielen im Jahresvergleich um 22,5 Prozent. Erdbeeren bildeten mit einem leichten Plus von 3,3 Prozent die Ausnahme.
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Der Klimawandel macht den Betrieben zusätzlich zu schaffen. Intensive Sonneneinstrahlung verursacht zunehmend Schäden wie Sonnenbrand an Erdbeeren und Äpfeln. Viele Bauern setzen daher auf geschützten Anbau unter Folie. Hinzu kommt die Konkurrenz durch günstige Importe, etwa türkische Kirschen.
Weniger Chemie im Körper – geht das?
Ja, sagt eine Studie aus Nature Medicine. Wer auf stark verarbeitete Lebensmittel und Plastikverpackungen verzichtet, senkt innerhalb weniger Wochen die Konzentration von Phthalaten und Bisphenolen im Körper.
Die Bevölkerung ist sensibilisiert: Eine Schweizer Umfrage aus dem Sommer 2025 zeigt, dass sich 75 Prozent für ein PFAS-Verbot aussprechen. Viele würden dafür sogar geringere Produktauswahl oder höhere Preise akzeptieren. Die Politik arbeitet an Aktionsplänen, um die Belastung bis Ende 2027 systematisch zu senken.
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