Erdbeerchips, Pestizide

Erdbeerchips: 34 Pestizide in einem Produkt – Öko-Test warnt

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 15:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Öko-Test bemängelt Pestizidrückstände und hohen Zuckergehalt in Erdbeerchips. Kein Produkt erhält die Bestnote, nur drei Bio-Varianten schneiden gut ab.

Öko-Test: Erdbeerchips fallen bei Schadstoff- und Zuckeranalyse durch
Nahaufnahme von getrockneten Erdbeerscheiben in einer Holzschale auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Qualität von Fruchtsnacks steht aufgrund aktueller Untersuchungsergebnisse verstärkt unter Beobachtung. Eine detaillierte Analyse des Verbrauchermagazins Öko-Test vom 11. August 2026 zeigt signifikante Mängel bei Erdbeerchips auf. Im Rahmen einer Untersuchung von insgesamt 21 verschiedenen Produkten konnte kein einziges die Bestnote „sehr gut“ erreichen. Stattdessen fielen acht Produkte vollständig durch den Test. Die Ergebnisse verdeutlichen weitreichende Problematiken in den Bereichen Schadstoffbelastung und Nährwertzusammensetzung.

Hohe Pestizidbelastung und Rückstände in konventionellen Produkten

Ein zentraler Aspekt der Analyse betrifft die Belastung der getrockneten Früchte mit Pestiziden. Laut den am 11. August 2026 veröffentlichten Daten weisen mehr als die Hälfte der getesteten Erdbeerchips Mehrfachrückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Besonders auffällig zeigten sich dabei die Erdbeerscheiben der Marke Koro. In diesem spezifischen Produkt wurden Spuren von 34 verschiedenen Pestiziden nachgewiesen, was zu einer Bewertung mit der Note „mangelhaft“ führte.

Diese hohe Anzahl an unterschiedlichen Wirkstoffen ist in der Branche ein bekanntes Phänomen, da im konventionellen Anbau oft verschiedene Mittel kombiniert werden, um Resistenzen vorzubeugen oder ein breites Spektrum an Schädlingen abzudecken. Bei Erdbeeren, die als besonders empfindlich gelten, schlägt sich diese Praxis offenbar direkt in der Qualität der Endprodukte nieder.

Herausforderungen bei Bio-Produkten und Schwermetallbefunde

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Obwohl ökologisch erzeugte Lebensmittel grundsätzlich als weniger belastet gelten, identifizierte die Untersuchung auch in diesem Segment Qualitätsmängel. In fünf der getesteten Bio-Produkte wurde Cadmium nachgewiesen. Das Schwermetall gelangt meist über den Boden in die Pflanzen und kann sich in den Früchten anreichern.

Trotz dieser Befunde konnten sich einige Bio-Produkte im Testfeld behaupten. Als empfehlenswert und mit der Note „gut“ bewertet wurden die Bio-Erdbeerchips der Handelsketten Lidl, Kaufland und Edeka. Diese Produkte stellten im Vergleich zum restlichen Testfeld eine qualitativ bessere Alternative dar, wenngleich auch hier die absolute Bestnote verfehlt wurde.

Natürlicher Zuckergehalt durch Trocknungsprozesse konzentriert

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Neben der Schadstoffthematik wirft die Analyse einen kritischen Blick auf die Nährwertprofile der Fruchtsnacks. Ein markantes Merkmal von Erdbeerchips ist der extrem hohe Zuckergehalt, der im Durchschnitt bei 50 g pro 100 g Produkt liegt. Spitzenwerte erreichen laut dem Bericht vom 11. August 2026 sogar bis zu 60 g pro 100 g.

Dieser hohe Anteil ist primär auf den Herstellungsprozess zurückzuführen. Durch die Gefriertrocknung oder thermische Trocknung wird den Früchten fast das gesamte Wasser entzogen. Da der natürlich enthaltene Fruchtzucker im Produkt verbleibt, konzentriert sich dieser massiv. Was bei frischen Erdbeeren aufgrund des hohen Wassergehalts energetisch kaum ins Gewicht fällt, wird im getrockneten Zustand zu einem hochkonzentrierten Zuckersnack. Experten weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Zuckeranteil durch diese Verarbeitungsmethode mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts ausmachen kann, was bei der Einordnung der Produkte als vermeintlich gesunde Zwischenmahlzeit berücksichtigt werden muss.

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