Erd?s-Vermutung: OpenAI-KI widerlegt 80 Jahre altes Matheproblem
07.06.2026 - 00:22:15 | boerse-global.de
Das Problem galt seit acht Jahrzehnten als ungelöst. Die Unit-Distance-Vermutung, 1946 vom legendären Mathematiker Paul Erd?s aufgestellt, fragt nach der maximalen Anzahl von Einheitsstrecken in einer Ebene. Nun hat ein KI-System von OpenAI einen Gegenbeweis geliefert.
Neun Experten bestätigen den Durchbruch
Anzeige: Der Durchbruch bei der Erd?s-Vermutung zeigt, wie leistungsfähig KI-Systeme heute sind – aber auch, wie wichtig fachliche Kontrolle bleibt. Bevor Sie KI-Ergebnisse in Ihrer Forschung oder Entwicklung einsetzen, sollten Sie wissen, wie Sie deren Zuverlässigkeit prüfen. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern
Am 20. Mai 2026 generierte das KI-Modell eine Widerlegung der Vermutung. Zur Absicherung erstellte das System ein 19-seitiges Begleitpapier, das von neun unabhängigen Mathematikern geprüft wurde. Darunter: Forscher von Princeton und Harvard sowie der Fields-Medaillengewinner Timothy Gowers vom Collège de France.
Gowers bezeichnete die Lösung als Meilenstein für die KI-gestützte Mathematik. Die Qualität des Papiers sei so hoch, dass es bei einer Einreichung durch einen menschlichen Autor ohne Zögern zur Veröffentlichung empfohlen worden wäre.
Streit um die Autonomie der KI
Doch der Erfolg wirft Fragen auf. Das Papier nennt ausschließlich OpenAI als Autor – Kritiker bezweifeln jedoch, dass die Entdeckung wirklich autonom erfolgte.
Der entscheidende mathematische Ansatz – eine variierende Familie von Zahlkörpern mit beschränktem Grad – stammt offenbar von Boris Alexeev, einem OpenAI-Mitarbeiter. Der Mathematiker Jacob Tsimerman bestätigte, dass Alexeev ihm diesen Ansatz bereits früher vorgeschlagen hatte. Für Kritiker wie Anatol Wegner handelt es sich daher eher um eine gesteuerte algorithmische Ausführung als um eine eigenständige Entdeckung der KI.
150 Mathematiker schlagen Alarm
Noch am Tag der Ankündigung veröffentlichten über 150 Mathematiker die „Leidener Erklärung". Sie fordert Regierungen und Institutionen zur Vorsicht auf – und davor, die aktuellen Fähigkeiten von KI in der Mathematik zu überschätzen.
Die Erklärung nennt mehrere Risiken: KI-Systeme könnten unzuverlässige Ergebnisse liefern, Forscherdaten unerlaubt für das Training nutzen und durch eine Verlagerung der Forschungsgelder traditionelle Methoden verdrängen. Die Unterzeichner betonen: Fachliche Kontrolle bleibe unverzichtbar, um mathematische Strenge zu wahren.
Weitere Erfolge und Milliarden-Investitionen
Der Durchbruch bei der Erd?s-Vermutung ist nicht der einzige Erfolg der KI-Mathematik. Ein System namens AutoMath nutzte kürzlich ein GPT-5.5 Pro-Modell, um eine Lücke bei den Book-Ramsey-Zahlen zu schließen. Das Ergebnis: Die Ramsey-Zahl R(B?, B??) beträgt exakt 37 – formalisiert in der Programmiersprache Lean.
Die Branche erlebt derweil einen Investitionsboom. Erst Anfang Juni kündigte SoftBank-CEO Masayoshi Son eine Investition von 65 Milliarden US-Dollar in OpenAI an. Seine Begründung: KI werde bereits genutzt, um die nächste Generation von KI-Modellen selbst zu entwerfen. Superintelligenz, so Son, sei innerhalb von zwei Jahren erreichbar.
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