ERAS-Ernährung: 28 Rezepte sollen die Versorgung vor und nach OPs unterstützen
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ernährungskonzepte gewinnen in der klinischen Versorgung und der präventiven Medizin zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Fachveröffentlichungen und Initiativen zeigen, wie wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Ernährungsforschung und bewährte Ernährungsmuster in konkrete Leitfäden für Patienten, Fachpersonal und die Allgemeinheit übertragen werden.
Der Fokus liegt dabei auf der Unterstützung chirurgischer Heilungsprozesse, der datenbasierten Analyse traditioneller Kostformen sowie der Anpassung internationaler Empfehlungen an regionale Gegebenheiten.
Klinische Ernährung im Rahmen des ERAS-Protokolls
Für die Unterstützung von Patienten vor und nach operativen Eingriffen haben Barilla und die Academia Barilla den Rezeptband Le ricette per la guarigione ed il benessere vorgestellt. Das Werk umfasst 28 Rezepte, die auf den Grundsätzen des ERAS-Protokolls (Enhanced Recovery After Surgery) aufbauen.
Die Erstvorstellung fand im Rahmen des Kongresses der Fachgesellschaft ERAS Italia P.O.I.S. am 17. und 18. September in Verona statt, der von der Abteilung für Allgemeinchirurgie des IRCCS Sacro Cuore Don Calabria di Negrar organisiert wurde.
Die kulinarischen Anleitungen gliedern sich in drei Phasen der chirurgischen Versorgung: die Vorbereitung auf die Operation (Prepararsi all'intervento), die Wiederaufnahme der oralen Nahrungsaufnahme (Ripartire dal piatto) sowie die Phase nach der Entlassung (Dopo la dimissione).
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Die Auswahl umfasst unter anderem Gerichte wie griechischen Joghurt mit Erdnusscreme, Hähnchen-Soja-Salat, Kabeljau-Bällchen, proteinreichen Flan, Mezzi Rigatoni mit Parmesan-Zitronencreme, Mezze Maniche mit Tintenfisch- und Venusmuschelragout, Rinderfilet mit grünem Pfeffer und Spinat sowie Truthahn-Polpettone. Das Handbuch ist über ERAS-Kliniken und im Mitgliederbereich der ERAS-Website zugänglich.
Regionale Traditionen und Nährwertanalysen in Ligurien
Einen anderen methodischen Schwerpunkt setzt ein institutionelles Projekt in Italien. Die Handelskammer Genua (Camera di Commercio di Genova) und die Universität Genua haben anlässlich des 15. Jahrestags der Anerkennung der mediterranen Ernährung als immaterielles UNESCO-Kulturerbe den Atlante Alimentare dei Piatti Liguri vorgelegt.
Das Vorhaben entstand mit Unterstützung der Region Ligurien und in Zusammenarbeit mit dem Centro Ligure per la Produttivität, Genova Liguria Gourmet sowie dem gastronomischen Fachinstitut Marco Polo.
Der Atlas erfasst traditionelle ligurische Gerichte wie Trofie al Pesto, Minestrone, Torta Pasqualina, Schmorkaninchen nach ligurischer Art (Coniglio alla Ligure), Focaccia, Farinata und Pandolce.
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Jedes Gericht wird mit Fotografien und technischen Datensätzen für drei standardisierte Portionsgrößen dargestellt, wobei Menge, Nährwerte und ökologische Auswirkungen dokumentiert sind. Das Informationsangebot richtet sich an Bürger, Gesundheitsexperten, Gastronomiebetriebe und Unternehmen gleichermaßen.
Wissenschaftliche Grundlagen für die regionale Prävention
Mit der Verknüpfung mediterraner Ernährungsprinzipien und regionaler Lebensmittel befasst sich eine Veröffentlichung aus Polen. Das 340 Seiten umfassende Fachbuch Dieta ?ródziemnopolska. ?ródziemnomorski styl ?ycia na polskim talerzu von Monika Kaczorek, Sylwia Pacyna-Szyma?ska und Izabela Pawluk ist im Jahr 2026 bei PZWL Wydawnictwo Lekarskie erschienen. Es entstand am Zentrum für Diätetik und Gesundheitsbildung des Nationalen Instituts für Öffentliche Gesundheit PZH und enthält ein Vorwort der Ärztin Alicja Baska von der Polnischen Gesellschaft für Lebensstilmedizin.
Inhaltlich stützt sich das Werk auf Risikomodelle wie SCORE2 und SCORE2-OP, die PTD-Empfehlungen von 2025, den EAT-Lancet-Bericht aus dem Jahr 2025 sowie Richtlinien der Welternährungsorganisation FAO.
Ergänzend zu über 50 Rezepten mit vollständigen Nährwertprofilen analysiert die Publikation heimische Lebensmittel wie Sanddorn, Aronia, Grünkohl, Hirse, Walnüsse und fermentierte Produkte. Zudem heben die Autorinnen Lebensstilfaktoren wie Schlaf, körperliche Bewegung, gemeinsames Kochen und achtsames Essen hervor.
