EQUINOX-HFpEF, Patient

EQUINOX-HFpEF: Erster Patient erhält den Wirkstoff EDG-15400

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In der EQUINOX-HFpEF-Studie erhielt der erste Teilnehmende eine Dosis; weitere Angaben zum Prüfplan veröffentlichte Edgewise nicht.

Edgewise Therapeutics startet Phase-2-Prüfung von EDG-15400 bei HFpEF
Ein steriles, modernes medizinisches Forschungslabor mit hochwertigen Glasgeräten und Edelstahlflächen bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Das biopharmazeutische Unternehmen Edgewise Therapeutics hat die klinische Entwicklung seines Wirkstoffkandidaten EDG-15400 vorangetrieben. Wie aus einem Bericht vom 08.10.2026 hervorgeht, wurde der erste Patient in der Phase-2-Studie mit der Bezeichnung EQUINOX-HFpEF dosiert.

Die Untersuchung widmet sich der Behandlung von Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF). Zusätzliche Details zum Studienprotokoll, konkrete Fallzahlen oder festgelegte Endpunkte wurden in der Mitteilung des Unternehmens nicht bekannt gegeben.

Herausforderungen bei erhaltener Auswurffraktion

Die Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion gilt im klinischen Alltag als therapeutisch anspruchsvolles Krankheitsbild. Schätzungen zufolge macht die HFpEF etwa die Hälfte aller diagnostizierten Fälle von Herzinsuffizienz aus. Die Mechanismen der Erkrankung sind vielschichtig und häufig mit metabolischen sowie kardiovaskulären Begleiterkrankungen verknüpft.

In der kardiologischen Forschung rückte dabei zuletzt die Bedeutung von Fettverteilungsstörungen in den Fokus. Eine Untersuchung an 4.796 Betroffenen aus der internationalen PARAGON-HF-Studie verdeutlichte das Ausmaß metabolischer Faktoren: Nach den gängigen Kriterien des Body-Mass-Index (BMI) galten 49 Prozent der Studienpopulation als adipös.

Wurde hingegen das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße (Waist-to-Height Ratio, WHtR) herangezogen, wiesen 96 Prozent der Teilnehmenden eine zentrale Adipositas auf. Selbst innerhalb der nach dem BMI als nicht adipös eingestuften Gruppe lag bei 37 Prozent ein deutlich ausgeprägtes Bauchfett vor.

Die im Fachjournal des European Heart Journal publizierte und mit dem Desmond Julian Award ausgezeichnete Analyse unter dem Titel „Near-universal prevalence of central adiposity in heart failure with preserved ejection fraction: the PARAGON-HF trial“ belegte zudem, dass der WHtR-Wert einen stärkeren Zusammenhang mit dem Risiko für herzinsuffizienzbedingte Klinikaufenthalte aufwies als der herkömmliche BMI. Ein sogenanntes Adipositas-Paradoxon trat bei der Erfassung über den WHtR nicht auf.

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Einordnung in die aktuellen Behandlungsleitlinien

Die Suche nach neuen Substanzen wie EDG-15400 trifft auf ein sich veränderndes therapeutisches Umfeld. Die am 28.08.2026 veröffentlichte Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) hat die Definition und Einstufung der Erkrankung grundlegend überarbeitet. Dabei wurde die bisherige Klassifikation anhand der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) vereinfacht: Der vormalige Subtyp mit mäßig reduzierter Pumpfunktion (HFmEF) entfällt.

Nun wird die HFpEF durch eine LVEF von mindestens 50 Prozent definiert, während alle Werte unter 50 Prozent als reduzierte Ejektionsfraktion (HFrEF) zusammengefasst werden.

Für die medikamentöse Basistherapie der HFpEF sehen die Leitlinien, wie unter anderem auf den DGK Herztagen 2026 dargelegt wurde, inzwischen eine Kombination aus SGLT2-Inhibitoren und Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten (MRA) mit einer Klasse-I-Empfehlung vor.

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Nach BMI galten in der PARAGON-HF-Population 49 Prozent als adipös — über den WHtR waren es 96 Prozent. Wer diesen Unterschied nicht erfasst, übersieht zentrale Adipositas und damit ein erhöhtes Risiko für herzinsuffizienzbedingte Klinikaufenthalte. Der Leitfaden erklärt, wie Sie das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße strukturiert in die HFpEF-Diagnostik einbauen. Diagnostik-Leitfaden HFpEF kostenlos sichern

Bei Patientinnen und Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz, einer LVEF ab 45 Prozent sowie einem BMI von mindestens 30 kg/m² kommt zudem der Einsatz von GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid infrage.

Mit dem Start der EQUINOX-HFpEF-Studie zielt Edgewise Therapeutics darauf ab, die therapeutischen Möglichkeiten für diese Patientengruppe weiter zu erweitern. Welche Rolle EDG-15400 künftig neben den bestehenden Behandlungsstandards einnehmen könnte, müssen die kommenden Phasen der klinischen Prüfung zeigen.

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