Epilepsie in Landshut: Neuropädiatrie-Zentrum betreut 400 Kinder pro Jahr
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 06:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zum Tag der Epilepsie stehen Diagnostik, Versorgungsstrukturen und Aufklärungsangebote im Fokus der Fachöffentlichkeit. An der Kinderklinik St. Marien in Landshut informiert das dortige Zentrum für Neuropädiatrie (ZNS) über die Versorgung und spezialisierte Beratung bei epileptischen Erkrankungen. Das ZNS betreut jährlich rund 400 Kinder mit Epilepsie.
Ein zentraler Schwerpunkt der klinischen Arbeit liegt in der differentialdiagnostischen Abklärung: Die Fachabteilung verfügt über die diagnostischen Möglichkeiten, nächtliche Epilepsien zuverlässig von nicht-epileptischen Schlafstörungen zu unterscheiden, was eine zielgerichtete Behandlung ermöglicht.
Regionale Beratungsangebote und epidemiologische Einordnung
Über die rein medizinische Diagnostik hinaus spielt das psychosoziale Umfeld eine tragende Rolle bei der Bewältigung chronischer neurologischer Befunde. Die Epilepsieberatung Niederbayern richtet sich mit ihren Angeboten an Betroffene jeden Alters sowie an Angehörige.
Das Leistungsspektrum umfasst neben persönlicher psychosozialer Beratung auch praxisnahe Schulungen für Personal in Schulen und Kindergärten. Solche Bildungsangebote sollen Unsicherheiten im Alltag abbauen und sicherstellen, dass bei auftretenden Anfällen im Betreuungs- oder Unterrichtsalltag sachgerecht reagiert wird.
Die Notwendigkeit strukturierter Versorgungsangebote verdeutlichen auch epidemiologische Daten: In den Industrieländern liegt die Epilepsieprävalenz bei etwa 0,7 Prozent der Bevölkerung. Um das öffentliche Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen und Vorurteile abzubauen, findet der Tag der Epilepsie bereits seit 1996 jährlich statt. Für das Jahr 2026 wurde die bundesweite Zentralveranstaltung nach Berlin vergeben.
Forschung zu therapeutischen Anfallsauslösungen
Parallel zur Weiterentwicklung pädiatrischer Versorgungsmodelle befasst sich die neurowissenschaftliche Forschung mit therapeutischen Ansätzen, bei denen kontrollierte Anfallsphänomene gezielt genutzt werden. Dies betrifft schwere psychiatrische Erkrankungen: Bis zu ein Drittel der Menschen mit einer Major Depression spricht auf herkömmliche Standardbehandlungen wie Medikamente und Psychotherapie nicht ausreichend an.
Bis zu ein Drittel der Menschen mit schwerer Depression spricht auf Medikamente und Psychotherapie nicht ausreichend an. Eine in The Lancet Psychiatry veröffentlichte Vergleichsstudie zeigt für die Magnetkrampftherapie eine Ansprechrate von 48 Prozent — bei selteneren Gedächtnisverlusten als unter der etablierten Elektrokonvulsionstherapie. Was das für Ihre Situation bedeutet und welche Fragen Sie jetzt stellen sollten, fasst unser kostenloser Leitfaden zusammen. Kostenlosen Leitfaden zur Magnetkrampftherapie anfordern
Eine vergleichende Untersuchung, die im Fachblatt The Lancet Psychiatry veröffentlicht wurde, analysierte in diesem Zusammenhang das Potenzial der Magnetkrampftherapie (Magnetic Seizure Therapy, MST) bei schweren Depressionen.
Die Studie ergab für die Magnetkrampftherapie eine klinische Ansprechrate von 48 Prozent und zeigte damit eine vergleichbare Wirksamkeit wie die etablierte Elektrokonvulsionstherapie (EKT).
Wesentliche Unterschiede zeigten sich im Bereich der Begleitwirkungen: Den Ergebnissen zufolge verursachte die Magnetkrampftherapie seltener autobiografische Gedächtnisverluste und wies insgesamt weniger kognitive Nebenwirkungen auf als die EKT.
Die Angst vor Gedächtnisverlust ist einer der häufigsten Gründe, warum Betroffene eine Elektrokonvulsionstherapie ablehnen. Die aktuelle Studienlage zur Magnetkrampftherapie deutet auf weniger kognitive Nebenwirkungen hin — zugelassen und regulär verfügbar ist das Verfahren aber noch nicht. Unser kostenloser Leitfaden erklärt, was heute möglich ist und wie Sie in der Klinik gezielt nachfragen. Leitfaden jetzt anfordern
Notwendigkeit weiterer klinischer Studien
Trotz dieser Ergebnisse bleibt der Einsatz der Magnetkrampftherapie vorerst auf den wissenschaftlichen Rahmen beschränkt. Um das Verfahren in der klinischen Praxis regulär etablieren und zulassen zu können, sind weitere Forschungen sowie zusätzliche klinische Studien zwingend erforderlich, bevor eine offizielle Zulassung und eine breitere therapeutische Anwendung möglich werden.
