Epilepsie, Alleinleben

Epilepsie: Alleinleben erhöht Todesfallrisiko um Faktor 7,62

01.07.2026 - 16:04:41 | boerse-global.de

Studien zeigen Alleinleben als starken Risikofaktor für SUDEP. Ketogene Diäten und neue Medikamente erweitern die Behandlungsoptionen.

Epilepsie-Therapie: Neue Risiken und Ernährungsstrategien
Epilepsie - Eine einzelne, silhouettierte Person steht in einem spärlichen, modern eingerichteten Apartment und blickt aus einem Fenster. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neben Medikamenten rücken spezielle Ernährungsstrategien in den Fokus – und neue Studien zeigen überraschende Risikofaktoren.

Ketogene Diäten als Therapiesäule

Ketogene Ernährungstherapien (KDT) haben sich bei bestimmten Epilepsieformen etabliert. Experten der Medizinischen Universität Wien, der Johns Hopkins University und des Epilepsiezentrums Kleinwachau analysierten Anfang Juli 2026 die aktuelle Evidenz.

Besonders bei genetischen Defekten wie dem GLUT1-Defizit-Syndrom ist die Ernährung oft die erste Wahl. „Die Patientenperspektive ist entscheidend für den Therapieerfolg“, betont Christiane Knappe vom Verein GLUT1 Deutschland.

Ergänzend empfehlen Ernährungsmediziner der Charité Berlin eine proteinreiche Kost. Rund 30 Gramm Eiweiß pro Mahlzeit unterstützen die körperliche Verfassung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt als Richtwert für Erwachsene 48 bis 57 Gramm Protein täglich an.

SUDEP: Alleinleben als massiver Risikofaktor

Der plötzliche unerwartete Tod bei Epilepsie (SUDEP) betrifft jährlich mindestens einen von 1000 Patienten. Eine Studie im Fachmagazin Lancet (2025) hat die Risikofaktoren nun präzisiert.

Die Forscher untersuchten 2468 Patienten über zehn Jahre. Ergebnis: Alleinleben erhöht das Risiko drastisch (Hazard Ratio 7,62). Auch drei oder mehr generalisierte Anfälle im Vorjahr sowie eine postiktale Atempause von über 14 Sekunden gelten als kritisch.

Epilepsie und Demenz: Gefährliche Verbindung

Ein Preprint vom Juni 2025 zeigt einen weiteren Zusammenhang: Ältere Epilepsiepatienten haben ein erhöhtes Risiko für abnorme Alzheimer-Biomarker. Besonders bei frühem Krankheitsbeginn fanden die Forscher häufiger amyloid-positive Befunde.

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Die neue Lancet-Studie zeigt: Alleinleben erhöht das SUDEP-Risiko um das 7,6-Fache. Doch es gibt wirksame Schutzmaßnahmen – von nächtlicher Überwachung bis zur Anpassung der Medikation. Unser kostenloser Report fasst die wichtigsten Strategien zusammen. Jetzt kostenlosen Schutz-Report anfordern

Das Protein p-tau181 korreliert dabei oft mit Gedächtnisdefiziten. Die Forschung steht noch am Anfang – doch die Verbindung zwischen Epilepsie und neurodegenerativen Erkrankungen wird immer deutlicher.

Neue Medikamente in der Pipeline

Auf dem Kongress der European Academy of Neurology (EAN) präsentierten Forscher am 28. Juni 2026 neue Daten zu Fenfluramin. Eine Studie des Brno Epilepsy Centre zeigte bei Erwachsenen mit Dravet- und Lennox-Gastaut-Syndrom nach sechs Monaten klinische Vorteile. Einige Patienten erreichten sogar Anfallsfreiheit.

Weitere Fortschritte:

  • Opakalim: Biohaven schloss am 30. Juni die Rekrutierung für die RISE3-Studie ab. Ergebnisse zu diesem Kv7.2/7.3-Aktivator bei refraktärer fokaler Epilepsie werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.
  • IVIG: Eine retrospektive Studie vom Juni deutet darauf hin, dass Immunglobuline die Anfallsfrequenz bei Kindern mit pharmakoresistenter Epilepsie senken könnten.
  • Vamorolon: Langzeitdaten zu AGAMREE zeigen deutlich weniger Wirbelkörperfrakturen (8,1 % gegenüber 41,9 %) und einen nahezu normalen Größenverlauf.

Bessere Diagnostik für kognitive Störungen

Die Cleveland Clinic stellte am 30. Juni das IC-CoDE-Portal vor. Das Tool soll die Klassifikation und den Datenaustausch bei Epilepsie-assoziierten kognitiven Beeinträchtigungen standardisieren. Für die Forschung ein wichtiger Schritt.

Steuersenkung entlastet Patienten

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Ab dem 1. Juli 2026 sinkt die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent. Betroffen sind Obst, Gemüse, Milchprodukte, Eier, Reis und Mehl. Für Patienten, die auf spezielle Diäten angewiesen sind, eine spürbare Entlastung.

Je nach Konsumverhalten sparen Haushalte zwischen 45 und 119 Euro pro Jahr. Finanziert wird die Maßnahme unter anderem durch eine neu eingeführte Paketabgabe.

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