Versicherte, Medikationsplan

ePA-Update: 80 Prozent Versicherte bekommen digitalen Medikationsplan

01.07.2026 - 18:13:13 | boerse-global.de

Das ePA-Update bringt einen digitalen Medikationsplan, doch Kliniken kritisieren mangelnde Integration und fordern mehr klinischen Nutzen.

ePA-Update 3.1.3: Digitaler Medikationsplan für 80 Prozent der Versicherten
Versicherte - Stilisierte digitale Oberfläche mit medizinischen Daten und einer schwachen Deutschlandkarte, die das elektronische Patientendatensystem repräsentiert. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab sofort können rund 80 Prozent der gesetzlich Versicherten von neuen Funktionen profitieren – darunter ein digitaler Medikationsplan und automatische Push-Benachrichtigungen bei neuen Dokumenten.

BITMARCK und RISE, die IT-Dienstleister hinter der Plattform, haben Version 3.1.3 freigegeben. Das Update betrifft die meisten großen Krankenkassen – von der AOK über die Techniker Krankenkasse bis zur Barmer und Knappschaft. Patienten erhalten damit erstmals einen strukturierten Überblick über ihre verschriebenen Medikamente samt Dosierungsanweisungen.

Höhere Sicherheit – aber auch neue Hardware-Anforderungen

Die Umstellung auf modernere Verschlüsselungsverfahren hat ihren Preis: Wer die ePA-App nutzen will, braucht künftig ein Smartphone mit Android 14 oder iOS 18. Grund ist die Einführung der Elliptic Curve Cryptography (ECC) in der Telematikinfrastruktur. Besitzer älterer Geräte müssen nicht verzweifeln: Seit dem 1. Juli gibt es eine Alternative – Apotheken können Versicherten mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) assistierte Telemedizin-Dienste anbieten.

Die nationale Digitalagentur gematik startet zudem Mitte Juli ein Pilotprojekt für den elektronischen Medikationsplan. Bis Ende des Jahres soll eine Volltextsuche in der ePA folgen.

Kliniken sehen Nachholbedarf

Doch die technische Aufrüstung allein reicht nicht. Eine aktuelle Umfrage unter 137 IT-Verantwortlichen und Klinikmanagern deutscher Krankenhäuser zeigt: Die ePA ist strategisch gewollt, aber praktisch noch nicht richtig angekommen.

93 Prozent der Befragten fordern, den Erfolg der ePA an ihrem klinischen Nutzen zu messen – nicht an der Zahl angelegter Akten. Zwar sehen 85 Prozent großes Potenzial im Medikationsplan für die Patientensicherheit. Doch 89 Prozent bemängeln, dass die ePA noch nicht ausreichend in die Arbeitsabläufe integriert ist. 76 Prozent berichten sogar von zusätzlichem Verwaltungsaufwand.

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Das Vertrauen in das System steht auf wackligen Beinen: 93 Prozent der Klinikvertreter sagen, die Akzeptanz werde gering bleiben, solange niemand klar für die Datenqualität verantwortlich ist. 70 Prozent finden die Informationen in den Akten schwer auffindbar, 89 Prozent beschreiben die Anbindung an lokale Krankenhaus-Systeme als uneinheitlich.

Deutschland als Vorbild für Europa?

Trotz aller Kritik: 72 Prozent der Befragten glauben, dass die deutschen Erfahrungen mit der ePA für den Aufbau des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) weltweit relevant sind. Ein Signal, das die Bundesregierung offenbar ernst nimmt.

GeDIG-Gesetz: Das Fax soll sterben

Mit dem Gesetz für Digitalisierung und Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) will Berlin die Hürden aus dem Weg räumen. Das Gesetz sieht unter anderem einen digitalen Impfpass, verbindliche Interoperabilitätsstandards und den Ausbau des Forschungsdatenzentrums Gesundheit vor. Besonders symbolträchtig: Das Faxgerät – in deutschen Praxen noch immer allgegenwärtig – soll bei der Übertragung medizinischer Daten verboten werden.

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76 Prozent der Kliniken berichten von zusätzlichem Verwaltungsaufwand durch die ePA. Dieser Report zeigt, wie Sie mit einer Schritt-für-Schritt-Workflow-Optimierung den Aufwand senken und die Akzeptanz steigern. Workflow-Optimierung jetzt sichern

Abrechnung bleibt vorerst stabil

Für Ärzte gibt es eine gute Nachricht: Die Abrechnungsziffer 01648 für das erstmalige Befüllen einer ePA bleibt vorerst erhalten. Die befürchtete Streichung oder Kürzung dieser Vergütung ist bislang nicht umgesetzt. Stand 30. Juni 2026 können Mediziner die Pauschale weiterhin abrechnen.

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