ePA-Reform: Elektronischer Medikationsplan ersetzt Zettelwirtschaft
07.07.2026 - 01:39:25 | boerse-global.de
Die elektronische Patientenakte (ePA) bekommt diesen Monat entscheidende neue Funktionen – der elektronische Medikationsplan (eMP) steht kurz vor dem bundesweiten Rollout.
Elektronischer Medikationsplan ersetzt Zettelwirtschaft
Ab Mitte Juli soll der neue elektronische Medikationsplan (eMP) den bisherigen papierbasierten Medikationsplan (BMP) ablösen. Die nationale Digitalagentur Gematik hat die entsprechenden Updates für die ePA-Anwendungen freigegeben, die bereits seit dem 1. Juli ausgerollt werden. Versicherte erhalten künftig einen integrierten Überblick über ihre Verordnungen und Dosierungen – inklusive Push-Benachrichtigungen bei Änderungen.
Der Schritt ist die logische Konsequenz aus dem Digitalgesetz, das die ePA seit Januar 2026 verpflichtend im Opt-out-Verfahren eingeführt hat. Die finanzielle Basis für die Transformation ist gewaltig: Ein Transformationsfonds von 50 Milliarden Euro steht für die Jahre 2026 bis 2035 bereit. Zum Vergleich: Die gesamten deutschen Gesundheitsausgaben lagen 2025 bei rund 579,5 Milliarden Euro – ein Plus von 7,7 Prozent.
Forschung und Innovation: Bayern macht Tempo
Die Digitalisierung kommt nicht nur von oben. Am 6. Juli startete Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach offiziell die Pflegetechnologie-Forschungsinitiative (FiPtec) am Bayerischen Zentrum für Digitale Pflege der Hochschule Kempten. Rund 4,5 Millionen Euro fließen in das Projekt – Teil der HighCare-Agenda, die bis 2028 insgesamt 31 Millionen Euro für die Digitalisierung der Pflege bereitstellt.
Parallel dazu entsteht an der Universität Augsburg mit MeDIHA ein digitales Innovationszentrum. Gefördert mit 2,6 Millionen Euro, soll es medizinische Software und KI-Anwendungen aus dem klinischen Alltag schneller zur Marktreife bringen.
Deutsche offen für KI in der Medizin
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Die Bevölkerung steht der digitalen Entwicklung überraschend aufgeschlossen gegenüber. Der Stada Health Report 2026 zeigt: 81 Prozent der Deutschen sind offen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Bereits 45 Prozent nutzen KI für gesundheitliche Fragen. Noch bemerkenswerter: 41 Prozent würden all ihre Gesundheitsdaten für KI-gestützte Analysen freigeben.
Die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem ist zwar von 80 Prozent (2020) auf 63 Prozent gesunken – doch die Technologiebereitschaft wächst rasant. Der Markt für KI im deutschen Gesundheitswesen soll von umgerechnet rund 410 Millionen Euro (2025) auf etwa 5 Milliarden Euro (2034) explodieren. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von rund 31 Prozent. Die aktuelle Integrationsrate für KI liegt bereits bei 52,8 Prozent.
Finanzielle Weichenstellungen für die Zukunft
Der Bundestag diskutiert derzeit das GKV-Finanzierungsgesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken. Ziel: Die Beitragssätze stabilisieren und ein prognostiziertes Defizit von 40 Milliarden Euro bis 2030 verhindern. Strengere Ausgabengrenzen und eine höhere Beteiligung des Bundes sollen die gesetzliche Krankenversicherung zukunftssicher machen.
Auch die Pflegeversicherung steht vor einer Reform. Das Bundeskabinett hat sich auf ein Paket geeinigt, das die finanzielle Entlastung von rund 11,25 Milliarden Euro (2027) auf über 20 Milliarden Euro (2030) steigern soll.
Technische Hürden und Pilotprojekte
Das prognostizierte GKV-Defizit von 40 Mrd Euro bis 2030 erhöht den Digitalisierungsdruck massiv. Dieser Report zeigt, wie Sie mit KI-Integration und eMP Ihre Prozesse effizienter gestalten – und gleichzeitig Fördermittel sichern. Fördermittel- und KI-Report jetzt sichern
Doch nicht alles läuft reibungslos. Während Deutschland voranschreitet, musste Österreich die Einführung des elektronischen Mutter-Kind-Passes verschieben – von Oktober 2026 auf Oktober 2027. Grund: IT-Synchronisationsprobleme.
In Deutschland hingegen starten neue Pilotprojekte: Dresden testet seit dem 6. Juli eine digitale Ehrenamtskarte im Rahmen der EUDI-Wallet. Es ist die erste kommunale Verwaltungsdienstleistung dieser Art im Land – ein weiterer Mosaikstein auf dem Weg zur digitalen Verwaltung.
