ePA 3.1.3: Digitaler Medikationsplan startet Mitte Juli
02.07.2026 - 15:31:29 | boerse-global.de
Seit dem 1. Juli 2026 rollen die IT-Dienstleister BITMARCK und RISE die aktualisierte elektronische Patientenakte (ePA) in der Version 3.1.3 aus – und decken damit rund 80 Prozent des Marktes der gesetzlichen Krankenversicherung ab.
Was die neue ePA-Version kann
Im Zentrum des Updates steht ein digital unterstützter Medikationsplan. Er erfasst sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie Arzneimittel und soll Patienten wie Ärzten einen besseren Überblick verschaffen. Eine Pilotphase für den elektronischen Medikationsplan (eMP) startet Mitte Juli 2026.
Neu ist auch die Push-Benachrichtigungsfunktion. Sie informiert Versicherte über Aktivitäten in ihrer Akte – etwa wenn neue Dokumente hochgeladen wurden oder Dritte darauf zugegriffen haben. Für das Jahresende 2026 ist zudem eine Volltext-Suchfunktion geplant.
Die Abrechnungsziffer für die Erstbefüllung der ePA bleibt vorerst gültig. Ärzte können also weiterhin den administrativen Aufwand vergüten lassen.
Gesetzesentwurf für mehr digitale Innovation
Parallel zum technischen Rollout legte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) am 1. Juli den Entwurf eines Gesetzes für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) vor. Die geplanten Neuerungen sind ambitioniert:
Die ePA 3.1.3 mit digitalem Medikationsplan startet Mitte Juli 2026 – und rund 80 Prozent der GKV-Versicherten sind betroffen. Mit unserem 3-Schritte-Plan bereiten Sie Ihre Praxis rechtzeitig vor. Jetzt kostenlosen 3-Schritte-Plan anfordern
- Digitale Impfausweise: Integration des Impfstatus in die ePA
- Betriebsärzte: Opt-out-Prinzip – wer nicht widerspricht, gibt Einsicht
- Fax-Verbot: Keine Übermittlung medizinischer Daten mehr per Faxgerät
- Verbindliche Interoperabilitätsstandards: Systeme müssen künftig nahtlos kommunizieren
- Europäischer Gesundheitsdatenraum (EHDS): Vorbereitung auf grenzüberschreitende Datennutzung
In Köln testet die KV Nordrhein seit dem 1. Juli die praktische Anwendung. Ein Pilotprojekt in einer Hausarztpraxis evaluiert, wie sich Künstliche Intelligenz und digitale Werkzeuge in den Praxisalltag integrieren lassen. Die Ergebnisse sollen anderen Praxen in der Region zur Verfügung gestellt werden.
Internationale Digitalisierungswelle
Deutschland ist mit diesen Entwicklungen nicht allein. Weltweit treiben Regierungen die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen voran.
In Vietnam trat am 1. Juli das Dekret 224/2026/ND-CP in Kraft, das die Umsetzung des Digitalisierungsgesetzes konkretisiert. Es schafft mit 92 Artikeln einen Rahmen für proaktive, automatisierte Verwaltungsleistungen und Echtzeit-Statusmeldungen.
Der GeDIG-Entwurf bringt verbindliche Interoperabilitätsstandards und ein Fax-Verbot. Wer jetzt die Weichen stellt, vermeidet späteren Aufwand. Unser Report zeigt, wie Sie die neuen Anforderungen Schritt für Schritt umsetzen. GeDIG-Compliance-Report jetzt sichern
Indien vollzog zwischen dem 26. und 30. Juni einen Großumbau seiner Sozialversicherungssysteme. Die Employees' Provident Fund Organisation (EPFO) migrierte auf das zentralisierte IT-System CITES 3.0. Ziel: eine nationale Datenbank, papierlose Abhebungen und künftige Anbindung an die Unified Payments Interface (UPI). Für das Steuerjahr 2025-26 bestätigte die Behörde einen Zinssatz von 8,25 Prozent.
In den USA sucht die Umweltbehörde von Connecticut (DEEP) nach KI-Lösungen für modernere Genehmigungsverfahren. Eine entsprechende Ausschreibung (RFI) lief am 30. Juni. Bewerbungsschluss ist der 3. August 2026. Hintergrund sind bundesweite Reformbemühungen, bei denen beschleunigte Verfahren und Notfallregelungen genutzt werden, um Energieprojekte schneller zu genehmigen.
