EOPYY-Bewertungen per SMS: Ärzteverbände zweifeln am neuen Kontrollsystem
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer griechische Gesundheitsminister Adonis Georgiadis hat gemeinsam mit der staatlichen Krankenversicherung EOPYY die mobile Anwendung «myEOPYY app» sowie ein neues Bewertungssystem für Gesundheitsanbieter vorgestellt. Die am 3. November 2026 präsentierten digitalen Werkzeuge sollen Versicherten einen schnelleren Zugang zu ihren Gesundheitsdaten ermöglichen und zugleich die Qualität medizinischer Versorgungsleistungen erfassen.
Die neue Smartphone-Anwendung bietet Nutzern mobilen Zugriff auf ihren persönlichen Krankenversicherungsordner. Versicherte können darüber ihren aktuellen Versicherungsstatus, zurückliegende Arztbesuche, Behandlungen sowie Krankenhausaufenthalte einsehen.
Zudem bildet das System verordnete Medikamente und erhaltene Entschädigungen ab. Zu den weiteren Funktionen der Anwendung gehören das Einreichen elektronischer Anträge inklusive Foto-Upload von Belegen, die digitale Verwaltung von Familienangehörigen sowie ein elektronisches Ticket für Hochkostenmedikamente.
Hohe Digitalisierungsquote und neue Kontrollmechanismen
Nach Angaben der EOPYY sind bereits 4,6 Millionen AMKA-Nummern mit dem elektronischen Versicherungsordner verknüpft. Auch bei den administrativen Prozessen zeichnet sich eine Verlagerung in den digitalen Raum ab: Im Vormonat wurden 77 Prozent der Anträge auf digitalem Weg eingereicht.
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EOPYY-Verwaltungschef Athanasios Zamanis nannte eine beschleunigte Bearbeitung sowie eine verstärkte Bürgerbeteiligung als zentrale Ziele der Einführung. Das griechische Gesundheitsministerium betonte, durch die Maßnahmen die Transparenz zu erhöhen und die Patienten aktiver einzubinden.
Parallel zur App führt die Versicherung ein System zur Bewertung von Gesundheitsanbietern ein. Im Rahmen dieses Mechanismus können Bürger nach der Inanspruchnahme von Leistungen Fragebögen per SMS ausfüllen, um Vertragsärzte, Diagnostiklabore und Physiotherapiezentren zu beurteilen. Die so erhobenen Daten sollen von der EOPYY genutzt werden, um die Qualität der medizinischen Versorgung fortlaufend zu überwachen.
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Kritik aus der Ärzteschaft
Das Kontrollinstrument stößt bei Berufsvertretern auf deutlichen Widerstand. Die Panhellenische Föderation der Laborärzte (POERGI) forderte eine Überprüfung des am 3. November 2026 vorgestellten Bewertungssystems.
Der Verband äußerte erhebliche Zweifel daran, dass die subjektive Zufriedenheit der Verbraucher mit der tatsächlichen medizinischen Behandlungsqualität gleichzusetzen sei, und warnte vor einer Herabwürdigung des ärztlichen Berufsstandes.
Zudem kritisierte die Organisation den Einsatz von Mitteln aus dem europäischen Aufbaufonds zur Finanzierung des Mechanismus, während Labore unter starkem wirtschaftlichem Druck stünden und die primäre Gesundheitsversorgung weiterhin unterfinanziert bleibe.
Einen konkreten Finanzierungsbetrag nannte der Verband nicht. Die Föderation rief den Panhellenischen Ärzteverband zu einer offiziellen Stellungnahme auf. Innerhalb der griechischen Gesundheitsberufe wird das System bereits als künftiges Konfliktfeld mit dem Gesundheitsministerium eingestuft.
