Entzündungsarme, Ernährung

Entzündungsarme Ernährung: Mediterrane Kost senkt CRP im Schnitt um 20 Prozent

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mediterrane Kost senkte in Studien Entzündungsmarker und Herz-Kreislauf-Risiken; zugleich liegt die Ballaststoffaufnahme in Deutschland unter dem Richtwert.
Eine Auswahl an frischem Gemüse, Hülsenfrüchten und Olivenöl auf einem Holztisch als Symbol für entzündungsarme Ernährung. Illustration mit AI erstellt.

Chronische Entzündungsprozesse gelten in der modernen Medizin als wesentlicher Treiber von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Ernährungsberaterin Melisa Filippelli empfiehlt zur Förderung der kardiovaskulären Gesundheit und zur Senkung relevanter Entzündungsmarker eine gezielt entzündungsarme Kost.

Im Zentrum dieses Ansatzes stehen pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Samen, ergänzt durch Fisch und natives Olivenöl. Diese Zusammensetzung liefert bioaktive Substanzen wie Ballaststoffe, Polyphenole, Vitamine sowie Omega-3-Fettsäuren, welche Entzündungsmarker regulieren und zugleich das Herz-Kreislauf-System sowie das Mikrobiom schützen können.

Filippelli verweist zudem darauf, dass Adipositas nach Tabakkonsum der zweitgrößte Krebsrisikofaktor sei, und betont den gemeinsamen entzündlichen Mechanismus beider Krankheitsbilder.

Entzündungsmarker durch Speisepläne gezielt beeinflussen

Statt kurzfristiger Diäten spricht sich Filippelli für eine dauerhafte Ernährungsumstellung aus. Zur praktischen Umsetzung stellt sie einen beispielhaften Wochenplan vor: Dieser sieht am Montag einen Thunfisch-Chia-Salat vor, gefolgt von einer Quinoa-Kichererbsen-Bowl am Dienstag, Vollkornreis mit Kurkuma am Mittwoch, Bulgur mit Spinat am Donnerstag und Spinat-Hähnchen-Wraps mit Hummus am Freitag.

Entzündungsprozesse im Körper lassen sich über Laborparameter wie das C-reaktive Protein bestimmen. Referenzwerte für CRP liegen im gesunden Organismus meist unter 3 mg/L, während ein Wert für hochsensibles CRP (hs-CRP) von unter 1 mg/L ein niedriges kardiovaskuläres Risiko signalisiert.

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Eine Analyse in The American Journal of Clinical Nutrition belegt, dass eine mediterrane Ernährungsform das CRP im Schnitt um 20 % gegenüber westlichen Ernährungsmustern senken kann.

Fachquellen wie die Arthritis Foundation und die Mayo Clinic heben hervor, dass sich bereits nach 8 bis 12 Wochen einer konsequenten Umstellung messbare Rückgänge verzeichnen lassen. Auch eine tägliche Handvoll Nüsse führt laut Untersuchungen zu einem Rückgang von Entzündungsmarkern um 10 bis 15 %.

Neben dem Verzehr von fettem Fisch wie Lachs, Makrele, Sardinen oder Hering mindestens zweimal pro Woche – ersatzweise Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse – spielen gesunde Fette eine zentrale Rolle.

Zu differenzieren ist zwischen wertvollen Omega-3-Quellen sowie Omega-9-Fettsäuren aus Olivenöl, Mandeln oder Avocados und ungünstigen Transfetten, Margarine oder verarbeitetem Fleisch. Ergänzend empfiehlt die Ernährungsberatung eine Begrenzung der Salzzufuhr auf maximal 5 g pro Tag inklusive versteckter Salze.

Ballaststoffe, Darmflora und Verarbeitungsgrade

Einen weiteren zentralen Faktor stellt die Versorgung mit Ballaststoffen dar. Prof. Stephan C. Bischoff von der Universität Hohenheim betont, dass nahezu alle chronischen Erkrankungen mit einer Dysbiose des Mikrobioms einhergehen.

Eine PREDIMED-Neuanalyse an 7.447 Teilnehmenden zeigte 2018, dass eine mediterrane Ernährungsweise das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder den kardiovaskulären Tod um etwa 30 % verringerte.

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In einer kontrollierten Studie der Universität Hohenheim zur sogenannten Restore-Diät sanken bei 30 gesunden Erwachsenen nach drei Wochen das LDL-Cholesterin um fast 17 % und der Nüchternblutzucker um 6 %, während die Bifidobakterien zunahmen.

Auch die RyeWeight2-Studie an 255 Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas zeigte nach zwölf Wochen Vollkornroggen eine um 38 % höhere Butyratkonzentration im Blut sowie ein um 17 % reduziertes CRP.

Die Daten der Nationalen Verzehrsstudie II verdeutlichen jedoch eine Versorgungslücke in Deutschland: Frauen nehmen im Median 18 g und Männer 19 g Ballaststoffe pro Tag auf, während der Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bei mindestens 30 g pro Tag liegt.

Gleichzeitig geraten hochverarbeitete Lebensmittel zunehmend in den Blickpunkt der Forschung. Eine Übersichtsarbeit im Fachblatt BMJ brachte einen hohen Verzehr industriell verarbeiteter Produkte mit 32 ungünstigen Gesundheitsfolgen in Verbindung, insbesondere im Hinblick auf Herz-Kreislauf-Mortalität und Typ-2-Diabetes.

Chronische nichtübertragbare Erkrankungen verursachen weltweit jährlich 43 Millionen Todesfälle, von denen laut der Weltgesundheitsorganisation bis zu 80 % durch Lebensstilfaktoren einschließlich der Ernährung vermieden werden könnten.

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