Entra, Microsoft

Entra ID: Microsoft blockiert SMS-MFA ab Februar 2027

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 09:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft stellt die SMS- und Sprach-MFA bei Entra ID ein. Ab Februar 2027 sind nur noch Passkeys als Anmeldeverfahren verfügbar.

Microsoft beendet SMS-MFA: Entra ID setzt vollständig auf Passkeys
Eine Person nutzt ein modernes biometrisches Authentifizierungsverfahren an einem Laptop in einem Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat weitreichende Änderungen für die Sicherheitsarchitektur seines Identitätsdienstes Entra ID angekündigt. Um die Widerstandsfähigkeit gegenüber modernen Cyberangriffen zu erhöhen, wird das Unternehmen die Unterstützung für SMS- und sprachbasierte Multifaktor-Authentifizierung (MFA) schrittweise beenden.

Dieser Übergang markiert einen signifikanten Schritt in der Strategie des Konzerns, herkömmliche, potenziell unsichere Verifizierungsmethoden durch modernere, passwortlose Standards zu ersetzen.

Zeitplan für die Umstellung auf Passkeys

Die Implementierung der neuen Sicherheitsvorgaben erfolgt in mehreren Phasen. Nach Angaben des Unternehmens werden ab dem 1. September 2026 Passkeys für Nutzer von Entra ID automatisch aktiviert. Dieser Schritt dient dazu, die technologische Basis für eine sicherere Anmeldung zu legen, bevor die älteren Methoden deaktiviert werden.

Die endgültige Abschaltung der bisherigen Verfahren ist für das darauffolgende Jahr geplant. Ab dem 1. Februar 2027 wird Microsoft die Authentifizierung per SMS und Sprachanruf vollständig blockieren. Administratoren und IT-Abteilungen sind damit angehalten, ihre Infrastrukturen und Nutzer rechtzeitig auf die neuen Authentifizierungsfaktoren umzustellen, um Unterbrechungen im Geschäftsbetrieb zu vermeiden.

Reaktion auf Bedrohungen durch KI-Phishing

Anzeige

Angesichts der im Artikel beschriebenen Umstellung auf passwortlose Verfahren fragen sich viele Nutzer, wie die neue Technologie im Detail funktioniert. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie Passkeys bei Diensten wie Amazon oder WhatsApp schon heute einrichten und nutzen können. Was steckt hinter Passkeys – der Technologie, die Passwörter für immer ablösen soll?

Der Entschluss zur Abkehr von SMS- und Sprachnachrichten ist primär in der veränderten Bedrohungslage begründet. Microsoft führt insbesondere die Zunahme von KI-basiertem Phishing als Ursache für diesen drastischen Schritt an. Während SMS-Codes lange Zeit als solider Basisschutz galten, haben Fortschritte in der künstlichen Intelligenz es Angreifern ermöglicht, diese Sicherheitsbarrieren effektiver zu umgehen.

Durch den Einsatz von KI können Phishing-Kampagnen heute in einem Maße automatisiert und personalisiert werden, dass herkömmliche MFA-Methoden, die auf die Übermittlung von Einmal-Codes angewiesen sind, oft keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Passkeys hingegen gelten als resistent gegenüber derartigen Social-Engineering-Angriffen, da sie auf kryptografischen Schlüsseln basieren, die direkt an das jeweilige Gerät und den Dienst gebunden sind.

Differenzierte Anwendung und Ausnahmen

Trotz der allgemeinen Umstellung gelten für bestimmte Dienste und Organisationsformen gesonderte Regelungen. So wurde klargestellt, dass Azure AD B2C von der aktuellen Ankündigung nicht betroffen ist.

Anzeige

Wer sich mit der Abkehr von klassischen Passwörtern befasst, erkennt schnell den Komfortgewinn durch moderne Identitätsprüfungen. Mit Passkeys melden Sie sich einfach per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung an – sicher, schnell und ohne lästiges Merken von Geheimzahlen. Nie wieder Passwörter merken: Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern

Kunden, die diese Plattform für ihre Identitätsverwaltung nutzen, können die bestehenden Methoden vorerst weiterverwenden. Auch für den Bereich der External ID sieht Microsoft einen abweichenden Zeitplan vor, was auf eine differenzierte Herangehensweise bei unterschiedlichen Nutzergruppen hindeutet.

Für Organisationen, die in einem stark regulierten Umfeld agieren und gegebenenfalls spezifische Anforderungen an ihre Sicherheitsinfrastruktur erfüllen müssen, bietet Microsoft zusätzliche Unterstützung an.

Ab dem 18. September 2026 sollen diese Organisationen Zugriff auf den Microsoft Security Store erhalten. Dieses Angebot soll dabei helfen, den Übergang zu den neuen Authentifizierungsstandards unter Einhaltung regulatorischer Vorgaben zu gestalten.

Mit dieser Initiative forciert Microsoft den branchenweiten trend hin zu einer passwortlosen Zukunft. Die Maßnahme verdeutlicht, dass die Cybersicherheit zunehmend von der Abkehr von veralteten Protokollen abhängt, die den Möglichkeiten moderner, KI-gestützter Angriffsszenarien nicht mehr gewachsen sind. Unternehmen weltweit stehen nun vor der Aufgabe, ihre Identitätsstrategien innerhalb der gesetzten Fristen anzupassen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69951887 |