Enterokolitis, CAR-T

Enterokolitis nach CAR-T: JAK1-Hemmer Upadacitinib linderte Beschwerden

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Persistierende CAR-T-Zellen und veränderte Immunprozesse prägen die Enterokolitis; zwei Patienten besserten sich unter Upadacitinib.
Mikroskopische Nahaufnahme von biologischem Gewebe mit komplexen zellulären Strukturen in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die zelluläre Immuntherapie gilt als bedeutender Fortschritt in der Hämatoonkologie, birgt jedoch spezifische Risiken für schwerwiegende Nebenwirkungen.

Eine wissenschaftliche Untersuchung der Icahn School of Medicine at Mount Sinai, die im Fachjournal Nature Medicine publiziert wurde, liefert neue Einblicke in die Entstehung chronischer gastrointestinaler Komplikationen nach einer Behandlung des Multiplen Myeloms.

Die Arbeit zeigt, dass BCMA-gerichtete CAR-T-Zellen bei einem Teil der behandelten Patientengruppe in der Darmschleimhaut persistieren und dort Entzündungssignale dauerhaft aufrechterhalten können. Infolgedessen kann es zu einer CAR-T-assoziierten Enterokolitis kommen, die sich durch chronische Diarrhö, Bauchschmerzen, Übelkeit und Gewichtsverlust äußert.

Umbau des Darmimmunmilieus statt reiner B-Zell-Depletion

Im Rahmen der Analysen stellten die Forschenden fest, dass die betroffenen Personen eine ausgeprägte Depletion von B-Zellen und Plasmazellen in der Darmschleimhaut aufwiesen. Dieser Befund allein liefert jedoch keine hinreichende Erklärung für den Ausbruch der Darmentzündung. Da auch behandelte Patienten ohne Enterokolitis ähnliche Verluste dieser Zellpopulationen zeigten, reicht der Mangel an B-Zellen nicht als alleinige Ursache aus.

Ausschlaggebend ist vielmehr ein umfassendes Remodeling des lokalen Gewebes. Die Forschenden dokumentierten eine tiefgreifende Veränderung des intestinalen Immunmilieus, die mehrere Zelltypen gleichzeitig erfasst.

Anzeige

Chronische Beschwerden und Schmerzen im Verdauungstrakt können oft auf unerkannte Entzündungsprozesse im Körper zurückzuführen sein. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen dabei, stille Entzündungen besser zu verstehen und Ihre Gesundheit durch gezielte Ernährung aktiv zu unterstützen. Kostenlosen Entzündungs-Ratgeber jetzt herunterladen

Dieser Umbau betrifft neben Immunzellen auch Epithelzellen sowie Struktur- und Gefäßzellen der Schleimhaut. Dabei wiesen Proteine aus der Familie der Januskinasen (JAK) über verschiedene Zelltypen hinweg eine messbar gesteigerte Aktivität auf, was auf eine zentrale Rolle dieser Signalwege im Entzündungsgeschehen hinweist.

Gezielte JAK-Inhibition und breite Forschungskooperation

Aus diesen molekularen Erkenntnissen leitet sich ein möglicher Behandlungsansatz ab. In der Untersuchung besserten sich zwei Patienten mit Enterokolitis unter der Gabe des selektiven JAK1-Inhibitors Upadacitinib.

Anzeige

Wer sich mit komplexen Entzündungswerten und Laborberichten befasst, stößt oft auf schwer verständliche Fachbegriffe. In diesem kostenlosen 25-Seiten-Report erfahren Sie, wie Sie Ihre Blutwerte selbst richtig deuten und Mängel frühzeitig erkennen können. Gratis-Report zur Analyse von Laborwerten sichern

Die Behandlung führte zu einem Rückgang der Symptome, der messbaren Entzündungswerte und der gesamten Krankheitsaktivität. Bei einem dieser Patienten konnte zudem ein deutliches Absinken der Zahl intestinaler CAR-T-Zellen festgestellt werden.

Geleitet wurde das wissenschaftliche Projekt von Dr. Saurabh Mehandru, während Dr. Samir Parekh die Co-Supervision innehatte. Als Erstautor der Studie zeichnet Dr. Nikhit Kethidi verantwortlich.

Für die Untersuchung arbeitete die Icahn School of Medicine at Mount Sinai mit mehreren internationalen Forschungseinrichtungen zusammen, darunter Weill Cornell, Johns Hopkins, das Memorial Sloan Kettering Cancer Center, die Stanford University, die Harvard Medical School sowie die Berliner Charité.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70355821 |