Eno-Roboter, Genesis

Eno-Roboter: Genesis AI sammelt 105 Millionen für Mehrzweck-Maschine

17.06.2026 - 04:05:25 | boerse-global.de

Genesis AI stellt den Mehrzweckroboter Eno mit Räderbasis vor. Das Startup sicherte sich 105 Mio. Dollar und kooperiert mit LG CNS.

Genesis AI Eno: Neuer Roboter setzt auf Räder statt Beine
Eno-Roboter - A sophisticated humanoid robot with highly dexterous hands on a wheeled base, operating in an industrial environment. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das französisch-amerikanische Startup präsentiert seinen ersten Mehrzweckroboter – und setzt bewusst auf eine ungewöhnliche Bauweise.

Paris/San Carlos – Der Robotik-Sektor hat einen neuen Akteur: Genesis AI enthüllte am Dienstag seinen ersten universell einsetzbaren Roboter namens Eno. Anders als der aktuelle Trend zu humanoiden Zweibeinern setzt das Startup auf eine mobile Basis mit Rädern. Der Roboter ist für komplexe Aufgaben in Industrie und Dienstleistung konzipiert und soll noch in diesem Jahr in die Pilotphase gehen.

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Das Unternehmen, das 2025 aus der Geheimhaltung trat, hat nach eigenen Angaben insgesamt 105 Millionen US-Dollar (rund 98 Millionen Euro) an Seed-Finanzierung eingesammelt. Zu den Investoren zählen der frühere Google-CEO Eric Schmidt, Khosla Ventures und Eclipse. Die Summe markiert einen Rekord für Seed-Runden im französischen Technologiesektor.

Warum Räder besser sind als Beine

Genesis AI mit Hauptsitzen in Paris und San Carlos entschied sich bewusst gegen eine humanoide Form. Die Räder bieten in industriellen Umgebungen mehr Stabilität und Effizienz, wie Vivian Sun, Vizepräsidentin für Kommerzialisierung und Strategie, erläutert: „Die meisten Industriekunden arbeiten auf ebenen Böden – dort sind Räder die zuverlässigere Lösung."

Der obere Teil des Roboters besteht dagegen aus einem klappbaren Turm mit beweglichen Paneelen und Armen. Die Hände haben fünf Finger und sind hochgradig beweglich. Angesteuert wird Eno vom GENE-Modell, einer hauseigenen KI, die den Roboter befähigt, unterschiedlichste Aufgaben in verschiedenen Bereichen zu übernehmen. Ein optionaler Bildschirm zeigt in Echtzeit, was der Roboter plant – das soll die Zusammenarbeit mit Menschen erleichtern.

Um die riesigen Datenmengen für das Training des KI-Modells zu sammeln, entwickelte Genesis AI einen eigenen Sensorhandschuh. Er kostet rund 300 US-Dollar (etwa 280 Euro) und ist damit deutlich günstiger als herkömmliche Methoden zur Fernsteuerung von Robotern.

Partnerschaft mit LG CNS

Parallel zur Produktvorstellung gab Genesis AI eine langfristige strategische Partnerschaft mit LG CNS bekannt. Der südkoreanische IT-Dienstleister will Eno in seinen Fertigungs- und Logistikabläufen testen und einsetzen.

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Die Zusammenarbeit ist in mehreren Phasen geplant: Zunächst werden Einsatzmöglichkeiten evaluiert, dann folgen Pilotprojekte in LG-Werken in Südkorea und den USA. Bei Erfolg soll der Roboter bei weiteren LG-Tochtergesellschaften und Kunden weltweit ausgerollt werden. Ziel ist es, mit Enos geschickten Händen und der KI komplexe Arbeitsabläufe zu automatisieren, die bisher schwer zu digitalisieren waren.

Ausblick: Vom Werk ins Krankenhaus

Die ersten Kundenauslieferungen sollen noch Ende 2026 beginnen. In der Pilotphase im vierten Quartal ist zunächst eine limitierte Stückzahl von einigen Dutzend Einheiten geplant. Hauptzielgruppen sind Fertigungsbetriebe, Logistikzentren und Labore.

Nach dem industriellen Start will Genesis AI den Dienstleistungssektor erschließen – konkret Krankenhäuser und Hotels. Der Massenmarkt für Privathaushalte ist erst für eine spätere Phase vorgesehen.

Der Marktstart fällt in eine Zeit intensiver gesellschaftlicher Debatten über die Folgen der Automatisierung. Laut einer Umfrage von Reuters/Ipsos befürchten rund 53 Prozent der US-Amerikaner, dass künstliche Intelligenz Arbeitsplätze vernichten könnte. Genesis AI positioniert Eno dagegen als Unterstützung in arbeitsintensiven Umgebungen – als Werkzeug, das Aufgaben neben menschlichen Mitarbeitern übernimmt, nicht an ihrer Stelle.

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