Enkeltrick-Aktionswoche: Fünf Bundesländer warnen Senioren
Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 22:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fünf Bundesländer ziehen dabei an einem Strang.
Vom 29. Juni bis zum 5. Juli 2026 führen die Polizeibehörden von Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eine gemeinsame Aktion durch. Im Fokus stehen Schockanrufe, der Enkeltrick und Cybercrime. In Sachsen läuft die Kampagne unter dem Motto „HÖR‘ GENAU HIN! Telefonbetrug kann jeden treffen“.
Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt warnt seit dem 30. Juni vor steigenden Schäden durch Trickbetrug. Neben falschen Handwerkern und betrügerischen Online-Shops thematisieren die Behörden vor allem die finanziellen Folgen für Betroffene. Mobile Informationsstellen und Präventionsmessen klären auf – etwa Anfang Juli im Magdeburger Rathaus.
In Berlin unterstützen Studierende der Polizeiakademie über 40 Präventionsangebote. Dazu gehören auch Informationsveranstaltungen im öffentlichen Nahverkehr.
Radtraining und Sicherheit im Alltag
Die Polizei Münster hat für den 7. Juli spezielle Radfahrtrainings für Menschen ab 65 Jahren angekündigt. Ziel ist mehr Sicherheit im Umgang mit Fahrrädern und Pedelecs.
Ein Netzwerkpartner-Verbund in Berlin informiert vom 2. bis 7. Juli an Bahnhöfen wie dem Potsdamer Platz und dem Südkreuz über Zivilcourage und Schutz vor Taschendiebstahl.
Städte wie Hanau und Frankfurt am Main planen für das zweite Halbjahr 2026 umfangreiche Veranstaltungsserien. Das Seniorenbüro Hanau bietet ab Ende Juni Kurse zur Internetsicherheit und Vorträge zur körperlichen Bewegung an.
In Frankfurt finden vom 14. bis 27. September die „Aktionswochen Älterwerden“ unter dem Motto „Bist du sicher?“ statt. Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes, kündigte über 160 Einzelveranstaltungen an. Sie sollen ein selbstbestimmtes Altern unterstützen.
Sehhilfen und psychische Gesundheit
Die Aktionswoche zeigt: Enkeltrick und Schockanrufe sind weiter auf dem Vormarsch. Mit unserer Checkliste erkennen Sie betrügerische Anrufe sofort und wissen, wie Sie richtig reagieren. Jetzt kostenlosen Schutzleitfaden anfordern
Am 3. Juli findet in Stuttgart die Fachmesse „besser sehen“ statt. Sie befasst sich mit Sehbeeinträchtigungen im Alter und entsprechenden Hilfsmitteln. Dr. Regina Görner von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) betont, dass solche Angebote wesentlich zur Alltagskompetenz beitragen.
Eine bundesweite Initiative informierte am 2. Juli in Wiesbaden über Depressionen. Ziel ist es, das Bewusstsein für diese Erkrankung auch bei älteren Generationen zu schärfen.
Das Sommerfest des Seniorenzentrums in Ludwigshafen am 8. Juli soll den Austausch zwischen Betroffenen und Ehrenamtlichen fördern.
Rentenreform: Koalition plant kapitalgedeckten Fonds
Der Koalitionsausschuss beriet am 1. Juli über eine umfassende Rentenreform. Die Pläne sehen die Einführung eines kapitalgedeckten Fonds vor. Zudem soll das Renteneintrittsalter ab 2031 an die Lebenserwartung gekoppelt werden.
Politikwissenschaftler Uwe Jun äußerte Bedenken zur parlamentarischen Umsetzung des Reformpakets. Es soll Anfang 2027 in Kraft treten.
Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) wies bereits im März 2026 auf die geschlechtsspezifische Pensionslücke hin. Sie liegt bei rund 40 Prozent. Verbandspräsidentin Birgit Gerstorfer fordert eine Anhebung der Ausgleichszulagen, um die Armutsgefährdung alleinlebender Rentnerinnen zu reduzieren.
Senioren in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind aktuell besonders im Fokus von Trickbetrügern. Unser Notfallplan zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie sich und Ihr Geld schützen. Notfallplan für Senioren jetzt sichern
Frist für Rentner im Ausland
Der Rentenservice der Deutschen Post hat Mitte Juni dazu aufgerufen, Lebensbescheinigungen bis zum 31. Juli 2026 einzureichen. Wer die Frist versäumt, dem droht eine Unterbrechung der Rentenzahlungen im Spätherbst.
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