Enicepatide: Phase-II-Studie senkt HbA1c bei Typ-2-Diabetes um 2,65 Punkte
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 03:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Daten aus der klinischen Entwicklung des Wirkstoffs Enicepatide (CT-388) geben Aufschluss über das Potenzial neuer Therapieansätze bei Stoffwechselerkrankungen.
Eine im September 2026 vorgestellte Analyse der Phase-II-Studie CT-388-104 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit des Kandidaten bei Erwachsenen, die sowohl an Typ-2-Diabetes als auch an Übergewicht oder Adipositas leiden. Die Ergebnisse verdeutlichen insbesondere die Effekte auf die Blutzuckerkontrolle und das Körpergewicht über einen Zeitraum von fast einem Jahr.
Signifikante Reduktion des HbA1c-Werts
In der randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Untersuchung, an der insgesamt 447 Probanden teilnahmen, stand die Senkung des Langzeitblutzuckers (HbA1c) im Fokus.
Bei Teilnehmenden der 24-mg-Dosierungsgruppe wurde bis zur Woche 48 eine Senkung des HbA1c-Werts um durchschnittlich 2,65 Prozentpunkte festgestellt. Der Ausgangswert lag im Mittel bei 8,1 %.
Besonders deutlich fielen die Ergebnisse bei Patienten mit einer schwerer einstellbaren Stoffwechsellage aus: Sofern der Ausgangs-HbA1c über 8,5 % gelegen hatte, betrug die Reduktion unter der Therapie mit Enicepatide 4,13 Prozentpunkte.
Ein Großteil der Probanden erreichte durch die Behandlung klinisch relevante Zielbereiche. Laut den Studiendaten konnten 90 % der Teilnehmenden in der 24-mg-Gruppe ihren HbA1c auf einen Wert von maximal 6,5 % senken. Ein Wert von unter 5,7 % wurde von 62 % der Patienten in diesem Studienarm erzielt.
Ergebnisse zur Gewichtsreduktion und Verträglichkeit
Neben der glykämischen Kontrolle wurde der Einfluss auf das Körpergewicht dokumentiert. Bis zur Woche 48 verzeichneten die Probanden einen mittleren Gewichtsverlust von 15,5 %. Beobachtungen der Studienleiter deuteten darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Datenerhebung noch kein Plateau beim Gewichtsverlust erreicht war.
Die neue Phase-II-Analyse zu Enicepatide zeigt: In der 24-mg-Gruppe sank der Langzeitblutzucker bis Woche 48 im Mittel um 2,65 Prozentpunkte — bei einem Ausgangswert von 8,1 %. Wer verstehen will, was diese Zahlen für die eigene Behandlung bedeuten, findet in diesem kostenlosen Ratgeber eine verständliche Einordnung. Kostenlosen Ratgeber anfordern
Hinsichtlich der Sicherheit entsprachen die Befunde den Erwartungen an diese Wirkstoffklasse. Die am häufigsten dokumentierten Nebenwirkungen waren Magen-Darm-Ereignisse, die überwiegend als leicht bis moderat eingestuft wurden. Neue, bisher unbekannte Sicherheitssignale traten nicht auf. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag in der Enicepatide-Gruppe bei 2,0 %, während unter Placebo keine therapiebedingten Abbrüche verzeichnet wurden.
Methodik und weitere Planung des klinischen Programms
Bei der Interpretation der Daten weisen Fachleute auf methodische Details hin. Während Roche die Woche 48 als Zeitpunkt für den primären Endpunkt definiert, finden sich im Register ClinicalTrials.gov unter der Nummer NCT06628362 abweichende Angaben, die Woche 36 als primären und Woche 48 als sekundären Endpunkt führen.
Zudem lassen die vorliegenden Ergebnisse bisher keine Rückschlüsse auf eine mögliche Senkung kardiovaskulärer Ereignisse zu. Ein direkter Vergleich mit Studien der Wettbewerber Eli Lilly oder Novo Nordisk wird durch die unterschiedliche Studiendauer erschwert.
Viele Menschen mit Typ-2-Diabetes kennen das: Der HbA1c bleibt trotz Therapie zu hoch, und das Gewicht will nicht dauerhaft sinken. Die aktuellen Studiendaten zu Enicepatide zeigen einen mittleren Gewichtsverlust von 15,5 % bis Woche 48 — ein Anlass, die eigenen Therapieoptionen neu zu prüfen. Dieser kostenlose Ratgeber hilft Ihnen, das nächste Arztgespräch strukturiert vorzubereiten. Fragenkatalog fürs Arztgespräch sichern
Der Pharmakonzern Roche plant bereits die nächsten Schritte für die klinische Entwicklung von Enicepatide. Für das erste Halbjahr 2027 ist der Beginn von Phase-III-Studien vorgesehen, die sich auf die Blutzuckerkontrolle sowie auf kardiovaskuläre Auswirkungen konzentrieren sollen.
Parallel dazu laufen mit den Studien ENITH-1 und ENITH-2 bereits Untersuchungen, die speziell die chronische Gewichtskontrolle zum Gegenstand haben. Der Wirkstoff befindet sich somit weiterhin in einem umfassenden Prüfprozess.
