Energy-Drinks bei Hitze: BfR warnt vor 80mg Koffein pro Dose
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die anhaltenden Hitzewellen setzen dem Körper massiv zu. Ärzte und Ernährungsforscher raten zu gezielten Anpassungen bei Essen und Trinken – und warnen vor beliebten Durstlöschern.
Wasserreiche Lebensmittel und gezielte Mineralstoffzufuhr
Gurken, Tomaten, Fenchel und Brokkoli sowie Wassermelonen und Beeren gelten als ideal, weil sie den Flüssigkeitshaushalt unterstützen. Radieschen bringen es auf 95 Prozent Wasseranteil, Sellerie, Karotten und Rote Bete auf etwa 88 Prozent.
Neben der Flüssigkeit zählt der Ausgleich von Elektrolyten wie Kalium und Magnesium. Bei intensiver Belastung oder langem Aufenthalt in der Hitze kann eine gezielte Zufuhr sinnvoll sein. Fachleute weisen zudem darauf hin, dass eine angemessene Menge Salz den Zellen hilft, Flüssigkeit besser zu speichern. Interessanterweise könne auch scharfes Essen, etwa Chili, eine kühlende Reaktion des Körpers auslösen.
Risiken durch Koffein und Alkohol
Energy-Drinks stehen besonders in der Kritik. Eine 250-ml-Dose enthält etwa 80 Milligramm Koffein. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) erachtet eine Einzeldosis von bis zu 200 Milligramm und eine Tagesdosis von 400 Milligramm als unbedenklich – warnt jedoch vor den Auswirkungen bei extremer Hitze.
Alkohol ist ungeeignet: Er regt die Urinausscheidung an, erweitert die Gefäße und erhöht so das Risiko für Kreislaufprobleme. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt stattdessen Wasser, ungesüßte Kräutertees oder verdünnte Saftschorlen. Wichtig: Flüssigkeit in kleinen Schlucken über den Tag verteilt aufnehmen, statt große Mengen auf einmal zu trinken.
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Hitze belastet auch die Psyche
Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf den Körper. Umweltpsychologen beobachten bei Hitze und Dürre einen Anstieg von depressiven Stimmungen, Angstzuständen und Aggressionen. Besonders betroffen sind sozial oder körperlich benachteiligte Gruppen.
Auf politischer Ebene wird die Notwendigkeit nationaler Schutzkonzepte diskutiert. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth forderte Anfang August die Umsetzung eines nationalen Hitzeaktionsplans bis zum Sommer 2027. Hintergrund: Das Robert Koch-Institut (RKI) verzeichnete bis Mitte Juli 2026 fast 10.000 Hitzetote in Deutschland – deutlich mehr als in den Vorjahren seit 2016. Der Plan soll sich an internationalen Vorbildern wie dem französischen „Plan Canicule“ orientieren.
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Auch Nutztiere leiden unter der Hitze
Die Agrarwirtschaft kämpft ebenfalls. Hitzestress setzt bei Kühen ab 20 Grad ein, bei Schweinen ab 22 Grad und bei Hühnern ab 24 Grad Celsius. Eine im August veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN) zeigt: Bereits moderater Hitzestress führt bei Milchkühen zu Entzündungszeichen und einer Beeinträchtigung der Immunabwehr.
Tierhalter müssen für ausreichende Beschattung und Frischwasser sorgen. Die Lage ist ernst: In Frankreich starben Ende Juni bis zu drei Millionen Hühner infolge der Hitze. Auch in Norddeutschland wurde ein deutlicher Anstieg der Tierverluste registriert. Hitzestress begünstigt zudem die Ausbreitung von Krankheiten – in Süddeutschland sind bereits über 100 Betriebe von einem neuen Rindervirus betroffen.
