Energiekosten, Gas

Energiekosten: Gas und Heizöl explodieren um 40–47 Prozent

28.05.2026 - 14:30:37 | boerse-global.de

Gas- und Heizölpreise steigen rasant, während Strom günstiger wird. Praktische Alltagstricks und neue Technologien helfen beim Sparen.

Energiekosten: Gas und Heizöl explodieren um 40–47 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Energiekosten: Gas und Heizöl explodieren um 40–47 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Der deutsche Energiemarkt befindet sich im Umbruch. Während die Strompreise zwischen 2024 und 2025 um 3,2 Prozent sanken, explodierten die Kosten für Gas und Heizöl regelrecht. Gas verteuerte sich um 40,6 Prozent, Heizöl sogar um 47,3 Prozent. Kein Wunder also, dass immer mehr Haushalte nach Einsparmöglichkeiten suchen.

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Alltagstricks mit großer Wirkung

Elektronikgeräte schlucken rund 27,3 Prozent des gesamten Haushaltsstroms. Der größte Feind: der Standby-Modus. Fernseher, Computer und Spielekonsolen weiterlaufen zu lassen, kostet unnötig Geld. Ein simpler Stecker ziehen kann hier schon Wunder wirken.

Auch der Kühlschrank birgt Einsparpotenzial. Bereits zwei Millimeter Eis im Gefrierfach erhöhen den Stromverbrauch um zehn Prozent. Regelmäßiges Abtauen lohnt sich also doppelt. Wer zudem auf LED-Leuchten umsteigt, spart im Vergleich zu alten Glühbirnen satte 80 Prozent.

Heizung: Ein Grad macht den Unterschied

Die Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius zu senken, reduziert den Energieverbrauch um sechs Prozent. Heizungsexperten empfehlen zudem regelmäßiges Entlüften der Heizkörper und das Dämmen von Rohren. Im Badezimmer lässt sich ebenfalls sparen: Ein Duschgang verbraucht 50 bis 70 Liter Wasser, ein Vollbad dagegen 150 Liter.

Die aktuellen Richtwerte für den Stromverbrauch in Deutschland zeigen deutliche Unterschiede. Ein Single im Einfamilienhaus kommt mit zentraler Warmwasserbereitung auf 1.700 bis 2.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Ein Ver-Personen-Haushalt liegt zwischen 3.500 und 4.000 kWh.

Wenn die Nachzahlung droht

Hohe Abschlussrechnungen müssen Verbraucher nicht einfach hinnehmen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weist auf wichtige Rechte hin: Im Grundversorgungstarif haben Kunden Anspruch auf Ratenzahlung. So lassen sich Sperrungen vermeiden.

Wer Grundsicherung bezieht, kann unter Umständen die Übernahme von Heizkostenschulden durch das Sozialamt verlangen. Auch für Stromschulden gibt es staatliche Darlehen oder Härtefallfonds. Die Beratungsstellen helfen bei der Antragstellung.

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Smart Meter: Die unterschätzte Chance

Die Digitalisierung der Stromzähler kommt nur schleppend voran. Gerade einmal 5,5 Prozent der Haushalte haben ein Smart Meter. Dabei könnten sie von den immer häufiger auftretenden negativen Strompreisen profitieren.

2025 gab es in Deutschland über 525 Stunden mit negativen Strompreisen. Für 2026 rechnen Experten mit 700 bis 900 Stunden. Das bedeutet: Wer überschüssigen Strom ins Netz einspeist, wird dafür bezahlt. Ohne Smart Meter und dynamische Tarife bleibt diese Chance jedoch ungenutzt.

Branchenverbände fordern deshalb einen schnelleren Rollout. Denn mit intelligenten Steuerungen könnten Heimspeicher, Elektroautos und Wärmepumpen einen Großteil des geplanten Kapazitätsbedarfs decken.

Balkonkraftwerke und bidirektionales Laden

Für Mieter werden Balkon-Solarmodule immer attraktiver. In Kombination mit Energiesparmaßnahmen lassen sich die Stromkosten spürbar senken. Die kleinen Kraftwerke sind einfach installiert und liefern auch an trüben Tagen einen Beitrag.

Im Mobilitätssektor tut sich ebenfalls etwas. BMW, Volkswagen und Mercedes führen 2026 die bidirektionale Ladetechnik (V2G) ein. Damit können Elektroautos Strom zurück ins Haus oder Netz speisen. BMW bietet Tarife mit 40 Cent Vergütung pro Kilowattstunde plus monatlichen Boni an. Volkswagen will ähnliche Produkte im vierten Quartal 2026 auf den Markt bringen.

Bauen: Nachhaltig mit Ziegelsteinen zum Zweiten

Forscher der TU Graz haben ein wiederverwendbares Ziegelwandsystem entwickelt. Die Steine werden mit lösbaren Verbindungen montiert. Über drei Nutzungszyklen spart diese Methode 60 Prozent CO? im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise. Besonders für kurzlebige Gewerbeimmobilien bietet sich hier eine nachhaltige Alternative.

Neue Regeln: Solarpflicht und Netzentgelte

Ab 2027 startet die bundesweite Solarpflicht. Zunächst sind große öffentliche und gewerbliche Gebäude betroffen. Bis 2030 folgen private Neubauten. Die Bundesnetzagentur plant zudem Anpassungen bei den Netzentgelten. Ab 2029 könnten Besitzer von Photovoltaikanlagen höhere Grundpreise von bis zu 100 Euro pro Jahr zahlen. Balkonkraftwerke sollen davon ausgenommen bleiben. Die Behörde begründet die Reform mit der notwendigen Kostengerechtigkeit.

Fristen für die Wärmeplanung

Großstädte müssen bis Ende Juni 2026 umfassende Wärmepläne vorlegen. Kleinere Gemeinden unter 100.000 Einwohnern haben bis Juni 2028 Zeit. Ziel ist die klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045. Die Pläne legen fest, welche Gebiete künftig mit Fernwärme, Wärmepumpen oder Wasserstoff versorgt werden. Für Hausbesitzer wird das frühzeitige Informieren über die lokale Strategie immer wichtiger.

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