Endometriose: Uni Erfurt erhält 1,2 Millionen Euro für END-DELAY
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 15:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Endometriose gehört zu den häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, bleibt bei Betroffenen aber oft über Jahre unerkannt. An der Universität Erfurt startet nun ein Forschungsprojekt, das diesen Ursachen systematisch nachgehen soll. Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Vorhaben mit dem Namen END-DELAY mit rund 1,2 Millionen Euro, wie die Universität Erfurt mitteilte.
Ein fünfjähriges Projekt gegen späte Diagnosen
Das Forschungsvorhaben ist auf fünf Jahre angelegt und soll zum 1. Januar 2027 beginnen. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die Fachleute seit langem beschäftigt: Warum vergehen bei Endometriose-Betroffenen im Durchschnitt acht Jahre, bis überhaupt eine Diagnose gestellt wird? END-DELAY will dieser Verzögerung auf den Grund gehen, indem es soziale, psychologische und strukturelle Ursachen untersucht, die einer frühzeitigen Erkennung im Weg stehen.
Befragungen über mehrere Monate hinweg
Kern des Projekts ist eine Online-Befragung von 1.500 Frauen im Alter zwischen 16 und 40 Jahren, die Symptome zeigen, aber noch keine Diagnose erhalten haben. Diese Teilnehmerinnen sollen nicht nur einmalig befragt werden: Nach etwa sechs und zwölf Monaten sind weitere Befragungswellen vorgesehen, um Verläufe und mögliche Veränderungen im Diagnoseprozess nachzuvollziehen.
Ergänzt wird diese Erhebung durch eine breiter angelegte Bevölkerungsbefragung mit 1.200 Personen. Damit soll erfasst werden, wie bekannt das Krankheitsbild in der Gesamtbevölkerung ist und welche Vorstellungen über Endometriose existieren – unabhängig davon, ob die Befragten selbst betroffen sind.
Blick auf die ärztliche Praxis
Neben den Perspektiven der Betroffenen und der Allgemeinbevölkerung nimmt das Projekt auch die Seite der behandelnden Ärzteschaft in den Blick. Geplant sind Interviews mit Haus- und Frauenärzten, um zu verstehen, an welchen Stellen im Versorgungsalltag Diagnosen verzögert werden – sei es durch unspezifische Symptome, durch Zeitdruck in der Praxis oder durch strukturelle Hürden im Gesundheitssystem.
Acht Jahre — so lange dauert es im Durchschnitt, bis Endometriose erkannt wird. Ein neues Forschungsvorhaben soll nun untersuchen, woran das liegt. Für Betroffene zählt aber jede Woche: Dieser kostenlose Leitfaden bündelt eine Symptom-Checkliste und einen Fragenkatalog, mit dem Sie beim nächsten Arzttermin gezielt nachfragen können. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern
Ziel: Schulungsmaterialien für die Praxis
Aus den gesammelten Daten sollen am Ende keine rein akademischen Erkenntnisse entstehen, sondern konkrete Empfehlungen und Schulungsmaterialien. Diese sollen dazu beitragen, dass Endometriose künftig früher erkannt und behandelt werden kann. Damit richtet sich das Projekt sowohl an medizinisches Personal als auch an Strukturen, die den Zugang zur Diagnose beeinflussen.
Die lange Zeitspanne bis zur Diagnose gilt in der Versorgungsforschung seit längerem als Problem, weil sie für Betroffene mit anhaltenden Schmerzen, Unsicherheit und möglichen Folgeeinschränkungen verbunden ist.
Unspezifische Unterleibsbeschwerden werden im Praxisalltag oft nicht weiter verfolgt — nicht aus Unwissen, sondern aus Zeitdruck. Wenn Sie seit Monaten ohne klare Antwort nach Erklärungen suchen, hilft Ihnen dieser Leitfaden: Er zeigt, welche Angaben Sie vorbereiten sollten, damit Ihr Anliegen nicht im nächsten Termin untergeht. Leitfaden gegen Diagnose-Verzögerung sichern
Mit END-DELAY soll erstmals systematisch untersucht werden, welche Faktoren – von individuellen Wahrnehmungsmustern bis zu strukturellen Defiziten in der ärztlichen Versorgung – zu dieser Verzögerung beitragen.
Die Ergebnisse könnten damit über den Einzelfall hinaus Hinweise liefern, wie Versorgungsabläufe in Praxen angepasst werden müssten, um Betroffenen künftig schneller zu einer gesicherten Diagnose zu verhelfen.
