Endometriose: Osteopathie hilft zwei Millionen Frauen in Deutschland
28.05.2026 - 10:06:09 | boerse-global.deDie Naturheilkunde erlebt einen bedeutenden Schub: Von der Gründung eines neuen Forschungsinstituts in Österreich bis hin zu klinischen Studien über Cannabinoide – die Entwicklungen Ende Mai 2026 zeigen das wachsende Potenzial pflanzlicher Therapien. Doch parallel dazu mahnen Ärzte zur Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder.
Neues Institut für Pflanzenheilkunde in Tulln
Am 26. Mai 2026 gaben die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), der Hersteller Bionorica SE und das Land Niederösterreich den Startschuss für das Institut für Phytopharmazie am Standort IFA Tulln. Das Projekt umfasst drei Stiftungsprofessuren, deren erste bereits im Herbst 2026 besetzt werden soll.
Die Initiative zielt darauf ab, pflanzliche Arzneimittel wissenschaftlich zu untermauern und die Lücke zwischen traditionellem Wissen und modernen pharmazeutischen Standards zu schließen. „Wir brauchen evidenzbasierte Forschung, um das volle Potenzial der Pflanzenheilkunde zu erschließen", betonten Vertreter von BOKU und Bionorica bei der offiziellen Vorstellung.
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Cannabinoide gegen chronische Schmerzen
Eine am 26. Mai im Fachblatt Clinical Therapeutics veröffentlichte Studie liefert neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit von oralen Cannabinoiden bei chronischen Schmerzen. 164 Teilnehmer mit Erkrankungen wie Fibromyalgie oder rheumatoider Arthritis erhielten über zwölf Wochen Kapseln mit einer Mischung aus THC, CBD und sauren Vorstufen.
Die Ergebnisse sind vielversprechend: Die Probanden berichteten von deutlichen Verbesserungen bei Schmerzintensität, Schlafqualität und psychischem Wohlbefinden. Zwar zeigte sich kein Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten, doch die Forscher sehen in Cannabinoiden eine echte Alternative zu Opioiden. „Das könnte die Schmerztherapie grundlegend verändern", so die Studienautoren.
Rosmarin: Mehr als nur Küchenkraut
Ein aktueller Trend aus dem Bereich der Naturheilkunde beschäftigt sich mit der Wirkung von Rosmarin im Schlafzimmer. Der Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren verweist auf die ätherischen Öle Borneol und Polyphenole, die entzündungshemmend und verdauungsfördernd wirken sollen.
Wissenschaftler der Universität Salzburg konnten zudem zeigen, dass Rosmarin die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns steigert. Der enthaltene Wirkstoff 1,8-Cineol dient sogar als natürlicher Mückenschutz. Einzige Einschränkung: Menschen mit Bluthochdruck sollten vorsichtig sein.
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Osteopathie bei Endometrios
Zum Gesundheitstag der Frau am 28. Mai rückte die Behandlung von Endometriose in den Fokus. In Deutschland leiden über zwei Millionen Frauen an der Erkrankung, jährlich kommen rund 40.000 Neudiagnosen hinzu.
Experten der Berliner Charité setzen zunehmend auf einen ganzheitlichen Ansatz. Aktuelle Studien belegen positive Effekte der Osteopathie – sowohl auf körperliche Schmerzen als auch auf die psychische Belastung. Die Methode wurde daher als ergänzende Option in die medizinischen Leitlinien aufgenommen. Ein wichtiger Schritt für die betroffenen Frauen.
Warnung vor Melatonin für Kinder
Parallel zu den Fortschritten in der Phytotherapie schlagen Kinderärzte Alarm. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und die Arzneimittelkommission warnen vor Melatonin-Gummibärchen für Kinder.
Die möglichen Nebenwirkungen sind nicht zu unterschätzen: Morgenmüdigkeit, Kopfschmerzen und Albträume. Besonders kritisch sehen die Mediziner das Fehlen von Langzeitdaten zu Auswirkungen auf die Hormonentwicklung und das Herz-Kreislauf-System. Die DGKJ fordert ein gesetzliches Verbot der Produkte und empfiehlt stattdessen feste Schlafenszeiten und weniger Bildschirmzeit.
Pestizide in Tee und Gewürzen
Auch die Qualität pflanzlicher Produkte steht im Fokus. Die Verbraucherorganisation Foodwatch wies Ende Mai nach, dass ein erheblicher Teil der getesteten Supermarktprodukte – darunter Tees und Gewürze – Pestizidrückstände enthielt, die in der EU nicht zugelassen sind.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht zwar keine akute Gesundheitsgefahr, doch die Funde lösen neue Forderungen nach strengeren Grenzwerten aus. Ein Thema, das die Branche noch länger beschäftigen dürfte.
Hitzewelle beeinträchtigt Basilikum-Ernte
Nicht zuletzt machen Umweltfaktoren der Branche zu schaffen. Eine Hitzewelle in Indien zwang Ende Mai zu einer verfrühten Basilikum-Ernte. Überraschenderweise blieben die Preise für indisches Basilikumöl trotz reduzierter Anbauflächen stabil. Ob das so bleibt, wird sich zeigen – die Märkte beobachten die Entwicklung genau.
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