Endometriose, Niclosamid-Nanotherapie

Endometriose: Niclosamid-Nanotherapie lässt Läsionen bei Mäusen teils verschwinden

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein dendrimergebundener Wirkstoff verringerte bei Mäusen Läsionen und Entzündungen; Tests am Menschen stehen noch aus.

Niclosamid gegen Endometriose: Nanotherapie zeigt Wirkung bei Mäusen
Ein Glasbecher mit einer klaren Flüssigkeit in einer sterilen Laborumgebung, der wissenschaftliche Forschung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Forschende der Washington State University untersuchen, ob sich das bewährte Wurmmittel Niclosamid durch eine zielgerichtete Wirkstoffabgabe für die Behandlung von Endometriose-Läsionen eignet. Die chronische Erkrankung betrifft weltweit mindestens 190 Millionen Menschen beziehungsweise rund 10 Prozent der Frauen im reproduktiven Alter.

Bisherige therapeutische Standardverfahren stoßen häufig an Grenzen: Nach chirurgischen Eingriffen treten die Läsionen bei fast der Hälfte der Betroffenen innerhalb von fünf Jahren erneut auf. Der an der US-Universität entwickelte Ansatz soll perspektivisch ohne operative Eingriffe und ohne hormonelle Therapien auskommen.

Gezielter Wirkstofftransport über Dendrimere

Niclosamid wird herkömmlich vor allem zur Behandlung von intestinalen Bandwurminfektionen beim Menschen sowie in der Veterinärmedizin eingesetzt. Um den Wirkstoff für endometriosebedingte Entzündungsherde nutzbar zu machen, modifizierten die Forschenden das Molekül für eine selektive Abgabe. In einer in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials publizierten Untersuchung nutzte das Team eine dendrimerbasierte Nanotherapie.

Dabei wurde Niclosamid an wasserlösliche Dendrimere mit einer Größe von unter acht Nanometern gebunden und mit Folsäure versehen. Dieser Mechanismus zielt über den Folatrezeptor beta gezielt auf krankheitsassoziierte Makrophagen ab, wodurch gesundes Gewebe geschont werden soll.

Laut Studienautorin Kanako Hayashi blieb der Nanotransporter über einen Zeitraum von zwei Wochen stabil. Für die eingesetzte Dendrimer-Technologie wurden den Berichten zufolge bereits Patente angemeldet.

Beobachtungen im Tiermodell

Erste Tests dieses Verfahrens wurden bislang ausschließlich an Mäusen vorgenommen. Nach einer Injektion verringerte sich bei den behandelten Tieren das Läsionswachstum, die Entzündungsaktivität sowie die Schmerzempfindlichkeit, während keine erkennbaren Folgen für gesundes Gewebe auftraten. Zudem reduzierte sich die Zahl der krankheitsassoziierten Zellen.

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In den Versuchsgruppen mit niedrigerer sowie höherer Dosierung, die jeweils acht Mäuse umfassten, bildeten sich die Läsionen teils vollständig zurück; nach der zweiwöchigen Nachbeobachtung waren bei einigen Tieren keine Herde mehr nachweisbar. Als langfristige Behandlungsoption fassen die Forschenden eine monatliche Injektion ins Auge, wobei es sich derzeit um ein rein experimentelles Konzept und keine etablierte Therapieform handelt.

Regulatorische Hürden und Ausblick

Trotz der positiven Laborergebnisse mahnen wissenschaftliche Berichte zur Einordnung: Die geringe Stichprobengröße von acht Tieren je Gruppe sowie die kurze Beobachtungsdauer von zwei Wochen begrenzen die Aussagekraft der Studie. Weitere Untersuchungen zur Wirksamkeit und Toxizität sind erforderlich.

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Zudem bringt Niclosamid pharmakologische Besonderheiten mit sich. Nach Angaben der US-Zulassungsbehörde FDA ist das Medikament bisher nur für eine Anwendungsdauer von jeweils sieben Tagen zugelassen. Bei höheren Dosierungen können Nebenwirkungen wie Übelkeit, Appetitverlust und Magenkrämpfe auftreten.

Eine klinische Anwendung des dendrimergebundenen Wirkstoffs beim Menschen steht noch vollständig aus; entsprechende Studien sind zwar in Planung, vor deren Beginn müssen jedoch umfassende Sicherheitsprüfungen abgeschlossen werden.

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