EmpCo-Richtlinie ab 27. September: Droht Vernichtung von Millionen Tonnen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 06:27 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch während technologische Innovationen beim Kunststoff- und Textilrecycling Fortschritte machen, stellen regulatorische Fristen Unternehmen vor massive Herausforderungen.
Neue Regeln für Verpackungen – und erste Warnungen
Der Bundesrat verabschiedete am 10. Juli das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Es setzt die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) fristgerecht bis zum 12. August 2026 um. Ländervertreter fordern parallel eine Anpassung der Recyclingquoten für innovative Technologien.
Fachverbände warnen: Für das chemische Recycling fehlt ein verlässlicher Rechtsrahmen. Aktuelle Kapazitäten könnten durch bestehende Quoten bereits ausgeschöpft sein.
Noch mehr Sorgen bereitet die sogenannte EmpCo-Richtlinie. Ab dem 27. September droht laut Branchenverbänden die Vernichtung von Produkten und Verpackungen, die nicht den neuen Anforderungen entsprechen. Der Handelsverband kritisiert fehlende Übergangs- und Abverkaufsfristen. Die Folge: Mangelnde Rechtsklarheit könnte zu erheblichen Warenverlusten führen.
KI und Hochspannung: Neue Wege im Recycling
In Fürstenwalde ging eine Pilotanlage zur chemisch-physikalischen Aufbereitung von Kunststoffreststoffen in Betrieb. Eine KI-gestützte Analyse trennt bisher thermisch verwertete Abfallströme in sortenreine Fraktionen wie Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP).
Die zunehmende Integration von KI-Systemen in industrielle Prozesse unterliegt seit kurzem strengen gesetzlichen Rahmenbedingungen durch den EU AI Act. Welche Pflichten und Risikoklassen Ihr Unternehmen dabei jetzt konkret beachten muss, erfahren Sie in diesem kompakten Leitfaden. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Auch im Textilsektor tut sich etwas: Das Projekt RecyTube entwickelte aus Produktionsabfällen der Möbeltextilherstellung neue Materialien mit 66 Prozent Recyclinganteil – ganz ohne zusätzliche Additive. Die Projektlaufzeit betrug zweieinhalb Jahre.
An der Hochschule Pforzheim läuft ein weiteres Vorhaben: Die Rückgewinnung von Metallen aus Medizingeräten. Das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligten über 200.000 Euro für eine Anlage zur elektrodynamischen Fragmentierung. Diese trennt Materialverbunde mittels Hochspannungsentladungen.
Förderung für risikoreiche Projekte
Der erste „RAMP Joint Call“ 2026 zielt auf risikoreiche Projekte ab, die nachhaltige Rohstoff-Wertschöpfungsketten unterstützen. Einreichungen sind bis zum 22. September möglich. Die geförderten Vorhaben sollen ab Mitte 2027 starten.
Parallel zu neuen Umweltvorgaben verschärft die EU auch die Regeln für den Einsatz künstlicher Intelligenz, was viele Unternehmen unvorbereitet trifft. Dieser kostenlose Report klärt darüber auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die neuen Compliance-Anforderungen rechtssicher umsetzen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
Thüringen plant eine eigene Rohstoffstrategie bis 2027 mit Schwerpunkt Kreislaufwirtschaft und Ersatz herkömmlicher Materialien durch Sekundärrohstoffe.
Das Projekt „StyrolFREI“ treibt von Dezember 2024 bis November 2027 die Entwicklung biobasierter Ersatzstoffe für gesundheitskritische Komponenten in Verbundwerkstoffen voran.
GreenTech wächst – Handel leidet
Die wirtschaftliche Bedeutung der GreenTech-Branche wächst kontinuierlich. Ein Kabinettsbericht aus Baden-Württemberg vom 14. Juli zeigt: Die Bruttowertschöpfung stieg von 11 Milliarden Euro (2010) auf über 26 Milliarden Euro (2025). Das entspricht einem jährlichen Wachstum von rund 6,1 Prozent.
Die Stimmung im deutschen Handel ist dagegen gedrückt. Laut einer Umfrage unter 600 Unternehmen bewerten 42 Prozent ihre aktuelle Lage als schlecht. 69 Prozent berichten von gesunkenen Gewinnen.
Ein Lichtblick: Der faire Handel in Deutschland erreichte 2025 einen Umsatzrekord von 2,7 Milliarden Euro – ein Plus von 4,7 Prozent. Mit Pro-Kopf-Ausgaben von 33 Euro liegt Deutschland jedoch hinter der Schweiz (129 Euro) oder Österreich (88 Euro).
Eine neue digitale Plattform soll kleine und mittlere Unternehmen bei Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. Sie fördert den Austausch über Energieeffizienz und Ressourcenschonung und hilft bei der Vernetzung im Bereich der Kreislaufwirtschaft.
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