Elternunterhalt: 100.000-Euro-Grenze soll nach Regierungsentwurf fallen
06.06.2026 - 23:44:18 | boerse-global.de
Steuerliche Risiken, neue Gerichtsurteile und geplante Gesetzesänderungen machen frühzeitige Vorsorge zur Pflicht – sonst drohen jahrelange Rechtsstreitigkeiten.
Doppelt besteuert? Was das Finanzgericht Düsseldorf entschied
Das Finanzgericht Düsseldorf beschäftigte sich im April 2026 mit einem kniffligen Fall: Kann ein Steuerbescheid nichtig sein, wenn derselbe Lebenssachverhalt doppelt der Schenkungsteuer unterworfen wird?
Anzeige: Der Referentenentwurf zur Streichung der 100.000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt ist da. Mittlere Einkommen könnten künftig monatlich 675 Euro zahlen. Wer jetzt nicht handelt, riskiert hohe Belastungen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Ihr Vermögen schützen. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Das Urteil ist klar: Solche Doppelbescheide sind zwar rechtswidrig, aber nicht automatisch nichtig. Eine Korrektur ist dennoch möglich – über spezifische Verfahrensvorschriften. Weil die Sache grundsätzliche Bedeutung hat, ließ das Gericht die Revision zum Bundesfinanzhof zu.
Doch damit nicht genug: Auch die Umsatzsteuer lauert. Das Bundesministerium der Finanzen stellte klar: Unentgeltliche Lieferungen ins EU-Ausland – etwa Muster oder Spenden – unterliegen der deutschen Umsatzsteuer. Grund: Die fehlende Entgeltlichkeit verhindert eine Erwerbsbesteuerung im Zielland.
Immobilienbewertung: Kein Anspruch auf teure Gutachten
Streit ums Erbe entsteht oft bei der Bewertung von Immobilien. Besonders wenn Pflichtteilsansprüche geltend gemacht werden, geht es um viel Geld.
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main zog Ende 2021 eine klare Grenze: Pflichtteilsberechtigte haben keinen automatischen Anspruch auf ein teures Gutachten durch einen öffentlich bestellten Sachverständigen. Eine ortsgerichtliche Schätzung reicht völlig aus, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen.
Eigenbedarfskündigung: Neue Hürden für Familiengesellschaften
Wer Wohnungseigentum in eine Familiengesellschaft (GbR) eingebracht hat, steht vor neuen Hürden. Der Bundesgerichtshof entschied Anfang 2026: Die Kündigungssperrfrist gilt auch dann, wenn umgewandeltes Wohnungseigentum in eine GbR eingebracht wird.
Die Folgen sind drastisch: In Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt – wie München – kann die Sperre bis zu zehn Jahre betragen. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn das gesamte Haus übertragen wird.
Elternunterhalt: Die 100.000-Euro-Grenze soll fallen
Ein Referentenentwurf des Gesundheitsministeriums aus dem Frühjahr 2026 sorgt für Unruhe: Die bisherige Einkommensgrenze von 100.000 Euro für den Elternunterhalt soll gestrichen werden. Ziel: Die Kommunen finanziell entlasten.
Was bedeutet das für Erben? Bereits im Oktober 2024 bestätigte der Bundesgerichtshof einen Selbstbehalt von 2.650 Euro für unterhaltspflichtige Kinder. Fallen die Grenzen, könnten auch mittlere Einkommen deutlich stärker belastet werden. Bei einem bereinigten Nettoeinkommen von 4.000 Euro wären monatlich rund 675 Euro fällig.
Karl Lagerfeld: Was Promi-Erbfälle lehren
Der Nachlass von Modeschöpfer Karl Lagerfeld († Februar 2019) zeigt, wie wichtig detaillierte testamentarische Verfügungen sind. Bei einem geschätzten Vermögen von 292 Millionen Euro wurden sieben Haupterben bedacht. Ein signifikanter Teil der Erbschaftsteuer fiel im Ausland an.
Besonders interessant: Die rechtliche Absicherung seiner Katze. Tiere sind nach deutschem Recht nicht erbfähig. Doch durch gezielte Rücklagen, Immobilienzuweisungen oder die Nutzung ihrer Namensrechte lässt sich ihre Versorgung sichern. Experten empfehlen für solche komplexen Konstellationen strukturierte Vorsorgeordner und spezialisierte Berater.
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