Elterngeld-Reform, Bundesfamilienministerium

Elterngeld-Reform: 12 Monate statt 14, 3-6-3-Modell für beide Eltern

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 02:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Das Bundesfamilienministerium plant eine Reform des Elterngeldes mit kürzerer Bezugsdauer und strengeren Partnermonaten, um 500 Millionen Euro einzusparen.

Elterngeld-Reform 2026: Kürzungen und neues 3-6-3-Modell geplant
Elterngeld-Reform - Eine junge Familie, bestehend aus Eltern und einem Baby, betrachtet nachdenklich offizielle Dokumente, die finanzielle Planung und staatliche Unterstützung symbolisieren. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Familienministerin Karin Prien (CDU) will die Bezugsdauer verkürzen und die Partnermonate drastisch erhöhen. Ziel: 500 Millionen Euro sparen.

Das 3-6-3-Modell kommt

Der Referentenentwurf sieht eine Reduzierung der maximalen Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate vor. Neu ist: Beide Elternteile müssen künftig jeweils mindestens drei Monate übernehmen – bisher waren es zwei. Das ergibt ein 3-6-3-Modell: Drei Monate sind fest für Partner A reserviert, drei für Partner B. Die restlichen sechs Monate lassen sich frei aufteilen.

Für Alleinerziehende gelten ebenfalls 12 Monate. Der Entwurf sieht aber Ausnahmeregelungen vor, um Härten zu vermeiden. Parallel dazu plant das Ministerium, die Beschäftigungsverbote nach der Entbindung im Mutterschutzgesetz auf 12 Monate zu begrenzen.

Mehr Geld, kürzere Zeit

Trotz der verkürzten Laufzeit steigen die monatlichen Sätze. Der Mindestbetrag klettert von 300 auf 330 Euro, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Die Berechnungsgrundlage bleibt bei 65 Prozent des Nettoeinkommens. Die Einkommensgrenze für den Bezug liegt bei 175.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen.

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Die Einsparungen sind massiv: Das Ministerium rechnet mit jährlich rund 500 Millionen Euro. Für 2027 sind sogar bis zu 540 Millionen Euro Entlastung im Gespräch. Zum Vergleich: 2025 bezogen 1,61 Millionen Menschen Elterngeld – 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer. Der Väteranteil lag bei 25,9 Prozent, die Gesamtausgaben bei 7,1 Milliarden Euro.

Droht eine Betreuungslücke?

Die Pläne stoßen auf harsche Kritik. Der Deutsche Familienverband warnt vor einem ungedeckten Zeitraum: Der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz greift meist erst ab dem 13. Lebensmonat – das Elterngeld endet aber bereits nach 12 Monaten. Der finanzielle Verlust für Familien könnte bis zu 3.600 Euro betragen.

Die Gewerkschaft GEW befürchtet eine zusätzliche Belastung der ohnehin angespannten Kitaplatz-Situation. Eltern müssten ihre Kinder früher in externe Betreuung geben – ohne dass die nötigen Plätze existieren. Eine Fachanwältin für Arbeitsrecht stellt klar: „Für die Umsetzung fehlen die strukturellen Voraussetzungen."

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Auch gesellschaftspolitisch gibt es Gegenwind. Der Deutsche Frauenrat und der DGB befürchten, dass Frauen die Hauptlast der Kürzungen tragen. Eine Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeigt ein geteiltes Bild: 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer bevorzugen ein egalitäres Modell mit jeweils sieben Monaten (7+7).

Der Gesetzentwurf befindet sich in der Ressortabstimmung. Ob und in welcher Form die Reform kommt, entscheidet das parlamentarische Verfahren.

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