ELSTER-Phishing, Betrüger

ELSTER-Phishing: Betrüger locken mit Fristdruck und drohen mit Steuerverzug

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gefälschte ELSTER-Mails zielen auf Zugangsdaten; in Dessau-Roßlau verhinderte ein Paar nach einem Fernzugriffsversuch einen finanziellen Schaden.
Ein minimalistischer, leerer Schreibtisch vor einem Fenster mit Blick auf eine herbstliche Landschaft, symbolisch für digitale Sicherheit. Illustration mit AI erstellt.

Kriminelle versuchen derzeit, Steuerzahler mit gefälschten E-Mails im Namen des Steuerportals ELSTER zu täuschen. Wie aus einem Bericht von Anfang November hervorgeht, fordern die betrügerischen Schreiben die Empfänger unter erheblichem Zeitdruck dazu auf, persönliche Informationen bis zu einer bestimmten Frist zu aktualisieren. Um die Betroffenen zur Eile zu treiben, drohen die Absender andernfalls mit spürbaren Verzögerungen bei der Bearbeitung der Steuererklärung.

Typische Erkennungsmerkmale und behördliche Warnungen

Die aktuellen Phishing-Nachrichten weisen mehrere auffällige Merkmale auf, an denen sich der Täuschungsversuch erkennen lässt. Dazu gehören eine unseriöse Absenderadresse sowie das Fehlen einer persönlichen Anrede. Zudem verweisen die Mails nicht auf das offizielle Portal der Finanzverwaltung, sondern binden einen hervorgehobenen Button zur Datenaktualisierung ein, der auf externe Seiten führt.

Die Finanzverwaltung und ELSTER selbst warnen ausdrücklich vor derartigen betrügerischen E-Mails. Von offizieller Seite wird betont, dass die Finanzbehörden niemals sicherheitsrelevante Zugangsdaten auf elektronischem Weg per E-Mail anfordern.

Experten vom Phishing-Radar der Verbraucherzentralen raten dringend dazu, solche Mitteilungen zu ignorieren, direkt in den Spam-Ordner zu verschieben und keinesfalls Links anzuklicken oder Formulare auszufüllen. Bestehen Zweifel an der Echtheit eines Schreibens, sollten Nutzer das Steuerportal ausschließlich über die offiziell bekannte Webadresse oder die dazugehörige App ansteuern.

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Mehrstufiger Vorfall in Sachsen-Anhalt

Wie perfide die Täter vorgehen, zeigt ein Fall aus Dessau-Roßlau. Dort erhielt ein 63-jähriger Mann am Freitag, 30. Oktober 2026, eine gefälschte Elster-Nachricht und leitete diese an seine 58-jährige Ehefrau weiter. Die Frau betätigte den Link und trug die Kontodaten ihres Mannes in das gefälschte Online-Formular ein.

Daraufhin folgte eine zweite Phase des Angriffs: Am Montag, 2. November 2026, meldete sich gegen 18.15 Uhr ein angeblicher Bankmitarbeiter telefonisch bei dem Paar. Der Anrufer gab vor, das Auszahlungslimit des Kontos sei erhöht worden und die angebliche Elster-Mitteilung habe Schadsoftware enthalten.

Unter diesem Vorwand verlangte er die Installation einer Fernzugriffs-Software. Der Kriminelle konnte dadurch Einblick in sämtliche Konten nehmen, bevor der Betroffene das Gespräch schließlich abbrach.

Am folgenden Tag, dem 3. November 2026, suchte das Paar eine Bankfiliale auf. Eine Bankmitarbeiterin bestätigte den versuchten Betrug und stellte klar, dass kein Mitarbeiter des Instituts angerufen hatte. Ein finanzieller Verlust konnte abgewendet werden, der Vorfall wurde polizeilich angezeigt.

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Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen

Auch in anderen Regionen schlagen Behörden Alarm. Im Ennepe-Ruhr-Kreis, insbesondere in Hattingen und Steuerportal Elster als Köder einzusetzen.

Obwohl die dort versendeten Anschreiben formal einen echten Eindruck erwecken, beinhalten sie unübliche und verdächtige Abfragen. Nach Angaben der Berichterstattung war diese konkrete Masche der Kreispolizei Ennepe-Ruhr-Kreis zuvor noch nicht bekannt gewesen.

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