Eli, Lilly

Eli Lilly: Kombi-Therapie senkt Gewicht in Studie um bis zu 23,3 Prozent

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lillys Wirkstoffkombination senkte das Gewicht stärker als Einzelpräparate, ging jedoch mit häufigeren Therapieabbrüchen einher.

Kombinationstherapien: Lilly meldet Gewichtsverlust, AstraZeneca erhält EU-Zulassung
Ein sauberer, heller Labortisch in einer pharmazeutischen Forschungseinrichtung mit Glasgeräten vor einem verschwommenen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

In der pharmazeutischen Entwicklung und Versorgung gewinnt die Optimierung von Therapieregimen zunehmend an Bedeutung. Pharmaunternehmen setzen verstärkt auf die Erhebung von Real-World-Daten zur Wirksamkeit von Kombinationspräparaten sowie auf die Entwicklung patientenfreundlicherer Darreichungsformen, um die Therapietreue bei chronischen Erkrankungen nachhaltig zu verbessern.

Die Bündlung mehrerer Wirkstoffe in einer einzigen Formulierung und der Übergang von invasiven Injektionen zu oralen Alternativen oder Inhalatoren sollen komplexe Einnahmeschemata vereinfachen und Therapieabbrüche minimieren.

Feste Kombinationen und orale Alternativen in der Entwicklung

Ein zentraler Ansatz liegt in der Zusammenführung komplementärer Wirkmechanismen. Eli Lilly evaluiert in einer Phase-2b-Studie über 48 Wochen bei 367 Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht und Typ-2-Diabetes die Kombination aus Eloralintide und Tirzepatide.

In der höchsten Dosierung erreichten die Probanden eine Reduktion des Körpergewichts um 23,3 Prozent beziehungsweise durchschnittlich 24,6 Kilogramm, während Tirzepatide allein ein Minus von 14,8 Prozent und Eloralintide allein eine Verringerung um 11,1 bis 12,3 Prozent erzielte. Zugleich sank der Langzeitblutzucker deutlicher als unter der Monotherapie.

Die Abbruchrate wegen vor allem leicht bis mittelschwer ausgeprägter gastrointestinaler Nebenwirkungen betrug unter der Kombination bis zu 27 Prozent gegenüber 2,9 Prozent unter Tirzepatide allein. Geplant sind Phase-3-Studien mit einer gemeinsamen Co-Formulierung ab dem vierten Quartal 2026 sowie ein US-Zulassungsantrag für das erste Quartal 2027.

Parallel dazu treiben Hersteller anwenderfreundlichere Darreichungsformen voran. Novo Nordisk verzeichnete in der OCTANE-Studie nach dem Wechsel auf eine tägliche orale Wegovy-Tablette nach drei Monaten eine Gewichtsreduktion um 4,1 Prozent (8,8 Pfund), wobei 40,7 Prozent der Teilnehmenden mindestens 5 Prozent Gewichtsverlust erreichten; in der Studie OASIS-4 zeigte sich eine Verringerung um bis zu 16,6 Prozent.

Mike Doustdar, Chef von Novo Nordisk, stellte in Aussicht, dass orale Medikamente bis 2030 rund die Hälfte des weltweiten Marktes zur Gewichtsreduktion ausmachen könnten.

Bei Eli Lilly erwies sich zudem der orale GLP-1-Rezeptor-Agonist Orforglipron in der Phase-III-Studie ACHIEVE-4 bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, Adipositas oder Übergewicht und erhöhtem kardiovaskulärem Risiko dem titrierten Insulin glargin U100 hinsichtlich schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE-4a) als nicht unterlegen.

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AstraZeneca erhielt die EU-Zulassung für die Fixdosis-Dreifachkombination Trixeo Aerosphere (Budesonid 320 µg / Glycopyrronium 28,8 µg / Formoterol 10 µg). Das Präparat stellt die erste und einzige Dreifachkombination für die Asthma-Erhaltungstherapie bei Patienten ab 12 Jahren dar, deren Erkrankung unter einer Kombination aus mittelstark dosiertem inhalativem Kortikosteroid und langwirksamem Beta-2-Agonisten nicht ausreichend kontrolliert ist.

Etablierte Evidenz bei Fettstoffwechselstörungen

Das Prinzip der kombinierten Gabe ist insbesondere in der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen fundiert belegt. Die Ergänzung eines Statins durch Ezetimib senkt das LDL-Cholesterin um zusätzliche 20 Prozent, während eine Ezetimib-Monotherapie meist unter 15 Prozent bleibt.

In der SEAS-Studie an 1.873 Patienten mit asymptomatischer Aortenstenose verringerte die Gabe von Simvastatin 40 mg plus Ezetimib 10 mg das LDL-Cholesterin nach acht Wochen um 61,3 Prozent auf 1,36 mmol/l; ischämische kardiovaskuläre Ereignisse nahmen um 22 Prozent ab (Hazard Ratio 0,78; 95-%-KI 0,63–0,97), und der Bedarf an Bypass-Operationen sank um 32 Prozent (Hazard Ratio 0,68; 95-%-KI 0,5–0,93).

In der SHARP-Studie mit mehr als 9.000 niereninsuffizienten Teilnehmenden reduzierte die Kombination aus Simvastatin 20 mg und Ezetimib 10 mg kardiovaskuläre Ereignisse um 17 Prozent.

Real-World-Daten und regulatorische Anforderungen

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Solche präzisen Nachweise zur Therapietreue und klinischen Effizienz gelten als entscheidend, um den Nutzen moderner Darreichungsformen und fester Kombinationen in den Gesundheitssystemen langfristig zu belegen.

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