Elektronischer Medikationsplan: Pilotphase in Deutschland gestartet
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 01:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Von Berlin bis Chennai: Weltweit treiben Behörden die digitale Transformation im Gesundheitswesen voran. Die Projekte zielen darauf ab, Bürokratie abzubauen und den Zugang zur medizinischen Versorgung zu verbessern.
Deutschland startet elektronischen Medikationsplan
In der Bundesrepublik hat Mitte Juli eine Pilotphase für den elektronischen Medikationsplan (eMP) begonnen. Das Projekt soll die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) deutlich attraktiver machen. Eine Forsa-Umfrage aus diesem Frühjahr zeigt: 90 Prozent der gesetzlich Versicherten befürworten den eMP. Doch die Realität sieht anders aus: Zwischen 56 und 62 Prozent der Patienten verlassen sich noch auf Zettelwirtschaft, und bei 80 Prozent aller Arztbesuche bleibt die ePA unerwähnt.
Der Pilotversuch, der bis zum Herbst läuft, erlaubt Apothekern den Zugriff auf die Medikationsdaten. 80 Prozent der Befragten unterstützen diesen Schritt. Parallel dazu ist das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) in Kraft getreten. Es erlaubt Arztpraxen unter bestimmten Bedingungen, E-Rezepte direkt an heimversorgende Apotheken zuzuweisen – eine befristete Ausnahme vom grundsätzlichen Verbot, die das Praxispersonal entlasten soll.
Österreich plant Operationen per Mausklick
Die Wiener Gesundheitsverbund und die Vinzenz Gruppe haben am 14. Juli eine neue Online-Plattform vorgestellt. Sie koordiniert Termine für Hüft- und Knieprothesen. Wiener können ihre Befunde hochladen und erhalten digitale Terminvorschläge. Getestet wird das System an mehreren Standorten, darunter Donaustadt und Floridsdorf. Eine Ausweitung auf andere Fachbereiche ist bereits geplant.
Großbritannien setzt auf digitale Triage und Sprach-KI
Der Gesundheitsbezirk Cheshire and Merseyside veröffentlichte am 13. Juli einen Aktionsplan für die Primärversorgung. Er umfasst die Einführung digitaler Triage-Systeme, Online-Sprechstunden und einen Pilotversuch mit Sprach-KI, die Ärzte bei der Dokumentation unterstützt. Aktuell sind 69 Prozent der Bevölkerung in der NHS-App registriert – unter dem landesweiten Durchschnitt von 74 Prozent. Um Kosten zu sparen, sollen SMS-Benachrichtigungen künftig auf 20 Fragmente pro Patient und Jahr begrenzt werden.
Australien: Weniger Doppelarbeit im Gesundheitssystem
Die australische Digital Health Agency hat am 13. Juli einen neuen Leitfaden veröffentlicht. Er hilft Arztpraxen bei der Registrierung bei Provider Connect Australia (PCA). Das System soll doppelte Verwaltungsarbeit reduzieren und die Vernetzung verbessern. Branchenexperten weisen zudem darauf hin, dass seit Juli 2026 die meisten Befunde aus Pathologie und bildgebender Diagnostik standardmäßig in das My Health Record hochgeladen werden.
Seit Mitte Juli läuft die Pilotphase für den elektronischen Medikationsplan (eMP). Wer seine Praxis frühzeitig darauf vorbereitet, spart sich späteren Aufwand. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie den eMP in Ihre ePA integrieren und die Zettelwirtschaft reduzieren. Jetzt Leitfaden anfordern
Indien setzt auf WhatsApp für die Patientenaufnahme
Die indische Regierung des Bundesstaats Tamil Nadu hat am 14. Juli die Plattform Nalam TN gestartet. Sie nutzt einen WhatsApp-Chatbot für die ambulante Patientenregistrierung. Das Pilotprojekt läuft in 22 Distrikten und ist Teil eines Gesundheitsinvestitionspakets von umgerechnet rund 16 Millionen Euro.
KI optimiert Darmspiegelungs-Vorbereitung in den USA
Das Atlantic Health System in New Jersey meldete am 13. Juli Erfolge mit einem KI-Agenten für die Vorbereitung auf Darmspiegelungen. Das System, das in die elektronischen Patientenakten integriert ist, erreichte 43 Prozent der Zielpatienten und reduzierte den Zeitaufwand für das Personal um 39 Prozent. Auch an renommierten Einrichtungen wie der Stanford University und der Cleveland Clinic kommen klinische KI-Plattformen zum Einsatz. In Studien zeigten sie eine bessere Blutzuckerkontrolle als die Standardbehandlung – die KI passt unter ärztlicher Aufsicht Medikamente und Laboranforderungen an.
Indiens digitale Gesundheitsmission erreicht Meilenstein
Die Ayushman Bharat Digital Mission (ABDM) in Indien hat am 13. Juli einen wichtigen Meilenstein erreicht: Über 93,95 Crore (rund 940 Millionen) ABHA-Identifikationsnummern wurden vergeben. Die Mission hat 105 Crore (1,05 Milliarden) digitale Gesundheitsakten verknüpft und fast 10 Lakh (eine Million) Gesundheitsfachkräfte registriert.
Finanzielle Entspannung bei Hausärzten
Ein Bericht von SAVI Insights vom 13. Juli zeigt Fortschritte in der Region Hunter New England Central Coast in Australien. Der finanzielle Druck auf Allgemeinpraxen sank von 49 Prozent im Jahr 2024 auf 36 Prozent im Jahr 2025. Die Moral der Belegschaft verbesserte sich auf 58 Prozent. Dennoch kämpfen 55 Prozent der Praxen weiterhin mit Personalmangel, und die Mehrheit ist auf staatliche Förderprogramme angewiesen.
80 Prozent der Arztbesuche bleiben die ePA ungenutzt – das kostet Zeit und Nerven. Mit dem neuen eMP wird die Patientenakte endlich praktisch. Unser Leitfaden erklärt, wie Sie die Pilotphase nutzen, um Ihre Praxis digitaler aufzustellen – inklusive Checkliste und Tipps für den Praxisalltag. Digitalisierungs-Leitfaden jetzt sichern
Rheinland-Pfalz: Gesundheitsamt geht digital
Das Gesundheitsamt des Rhein-Hunsrück-Kreises hat sich am 13. Juli als eine der ersten Behörden in Rheinland-Pfalz an die Telematikinfrastruktur angeschlossen. Über den KIM-Dienst (Kommunikation im Medizinwesen) ist nun ein sicherer, verschlüsselter Datenaustausch zwischen Gesundheitsamt, Krankenhäusern und niedergelassenen Praxen möglich.
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