El Niño: EU gibt 13,5 Millionen Euro für Afrikas Vorsorge
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 15:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWSHilfen erreichen mehrere Krisenregionen
- Die EU stellt insgesamt 13,5 Millionen Euro für besonders gefährdete Gebiete in Afrika bereit.
- Somalia erhält sechs Millionen Euro für Evakuierungsstandorte sowie Gesundheits- und Ernährungsangebote.
- Für Kenia und Uganda sind jeweils eine Million Euro zur Stärkung der Vorsorge und laufender Hilfen vorgesehen.
EU finanziert El-Niño-Vorsorge in Afrika
Die Europäische Union stellt 13,5 Millionen Euro bereit, damit sich Länder im östlichen und südlichen Afrika auf das erwartete El-Niño-Ereignis vorbereiten können. Das Geld ist für besonders gefährdete Gebiete bestimmt und soll unter anderem Evakuierungsstandorte, Gesundheitsangebote und Ernährungshilfen stärken.
Sechs Millionen Euro für Somalia
Somalia soll sechs Millionen Euro erhalten. Damit sollen Evakuierungsstandorte besser vorbereitet und Gesundheits- sowie Ernährungsangebote ausgebaut werden.
Weitere Mittel für Kenia und Uganda
Für Kenia ist eine Million Euro vorgesehen, um die Vorsorge in besonders gefährdeten Gebieten zu verbessern. Eine weitere Million Euro soll in Uganda laufende Hilfsmaßnahmen angesichts der anhaltenden Ernährungsunsicherheit ausweiten.
Regionale Frühmaßnahmen geplant
Im südlichen Afrika und in der Region des Indischen Ozeans sind 5,5 Millionen Euro für vorausschauende und frühzeitige Hilfsmaßnahmen eingeplant. Sie sollen die möglichen Auswirkungen des Wetterphänomens abmildern.
Rekordtemperatur im Pazifik
Die Vereinten Nationen rechnen mit einer beispiellosen Stärke des El Niño und womöglich verheerenden Folgen. Nach Angaben des EU-Klimawandeldienstes Copernicus lag die Oberflächentemperatur im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik im Oktober bei 29,94 Grad Celsius.
Damit erreichte sie einen höheren Wert als bei den starken El-Niño-Ereignissen 2015/2016 und 1997/1998. El Niño tritt als natürliches Pazifik-Phänomen alle zwei bis sieben Jahre auf und wird nicht durch den Klimawandel verursacht, kann dessen Folgen aber zusätzlich verschärfen.
El Niño entsteht durch eine ungewöhnliche Erwärmung des zentralen und östlichen tropischen Pazifiks. Das Phänomen tritt in unregelmäßigen Abständen auf und kann Niederschlagsmuster weltweit verschieben. Für Teile Ost- und Südafrikas erhöht sich dadurch das Risiko von Dürren, Überschwemmungen und Ernährungsengpässen.
Die EU-Mittel setzen deshalb nicht erst bei akuten Katastrophen an. Evakuierungsstandorte, Gesundheitsversorgung, Ernährungshilfen und Frühwarnsysteme sollen in besonders gefährdeten Regionen vorbereitet oder ausgebaut werden. Diese vorausschauende Finanzierung soll lokale Behörden und Hilfsorganisationen in die Lage versetzen, schneller auf Extremwetter und steigenden Bedarf zu reagieren.
Belastete Regionen im Fokus
Somalia, Kenia und Uganda gehören zu den Ländern, in denen Wetterrisiken unmittelbar auf bestehende humanitäre Probleme treffen. Anhaltende Ernährungsunsicherheit kann die Folgen einer weiteren Dürre verschärfen; starke Regenfälle wiederum können Infrastruktur beschädigen und Krankheiten begünstigen. Die Aufteilung der Mittel zeigt, dass die EU sowohl konkrete Länderprogramme als auch regionale Frühmaßnahmen finanziert.
Die Unterstützung steht zudem im Zusammenhang mit einer wachsenden internationalen Debatte über die Finanzierung der Klimaanpassung. El Niño wird nicht durch den Klimawandel verursacht, kann dessen Auswirkungen aber verstärken. Für die betroffenen Bevölkerungen zählt daher vor allem, ob Warnungen, Versorgung und Evakuierungen rechtzeitig funktionieren.
