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Eiserne Lunge: Letzte US-Patientin Martha Lillard gestorben

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 22:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Martha Lillard, die letzte bekannte Nutzerin einer Eisernen Lunge in den USA, ist im Alter von 78 Jahren an den Folgen von Covid-19 und Post-Polio-Syndrom gestorben.

Martha Lillard: Letzte Patientin mit Eiserner Lunge gestorben
Eine alte Eiserne Lunge in einem schwach beleuchteten Raum, die eine vergangene Ära der Medizintechnik symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die 78-Jährige starb am 26. Juni 2026 in Oklahoma – als letzte bekannte US-Patientin, die auf eine Eiserne Lunge angewiesen war.

Ihr Tod markiert das Ende einer medizinhistorischen Ära. Über sieben Jahrzehnte hinweg hielt das Beatmungsgerät aus den 1940er-Jahren Lillard am Leben. Die Technik, die mit Unterdruck die Lungen dehnt, galt lange als letzte Rettung für Polio-Überlebende.

Ein Leben im Takt der Maschine

Lillard erkrankte 1953 an Kinderlähmung – an ihrem fünften Geburtstag. Nur zwei Jahre später stand der Impfstoff zur Verfügung. Die Infektion zerstörte ihre Lungenfunktion dauerhaft. Zuletzt lag sie bei etwa 25 Prozent. Hinzu kamen eine Skoliose und ein gelähmter rechter Arm.

In den letzten zwei Jahren war die 78-Jährige fast rund um die Uhr auf die Eiserne Lunge angewiesen. Trotzdem heiratete sie im Februar 2026 noch ihren Partner Baha Salh. Sie engagierte sich im Tierschutz, schrieb Gedichte und verfasste sogar ihren eigenen Nachruf.

Technik aus einer anderen Zeit

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Die Wartung der historischen Geräte wurde zur Zerreißprobe. Seit Jahrzehnten produziert niemand mehr Eiserne Lungen. Ersatzteile? Kaum zu finden. Qualifizierte Techniker? Noch seltener.

Die Suche nach Fachleuten, die die mechanischen Komponenten reparieren konnten, erforderte privates Engagement. Mit dem Tod von Paul Alexander im März 2024 – ebenfalls ein bekannter Nutzer – blieb Lillard als letzte öffentliche Stimme dieser Technologie übrig.

Covid-19 als tödliche Komplikation

Jahrzehnte überlebte Lillard mit den Polio-Folgen. Dann kamen neue Probleme. Sie durchlitt zweimal eine Covid-19-Infektion. Die Lungenfunktion der ohnehin Geschwächten verschlechterte sich weiter.

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Die offizielle Todesursache nennt chronisches Lungenversagen in Kombination mit dem Post-Polio-Syndrom. Dieses Syndrom beschreibt eine Verschlechterung der Symptome bei ehemaligen Polio-Patienten – oft Jahrzehnte nach der Infektion.

Die Kombination aus Spätfolgen der Kinderlähmung und den Belastungen durch eine moderne Virusinfektion wurde Lillard zum Verhängnis. Sie starb an dem, was sie über 70 Jahre lang am Leben gehalten hatte: eine Technologie, die heute in Museen steht.

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