Eisenaufnahme, Anämie

Eisenaufnahme bei Anämie: Kaffee kann die Resorption um bis zu 90 Prozent senken

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 07:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaffee, Tee und Kalzium können die Eisenverwertung bremsen; zeitliche Abstände und Vitamin C unterstützen die Aufnahme.

Anämie und Eisenaufnahme: Kaffee, Tee und Milch richtig abstimmen
Eine Schüssel mit frischem Blattspinat und Linsen auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Gesundheitsempfehlungen weisen darauf hin, dass Personen mit Anämie den Konsum von Kaffee, Tee und Milchprodukten gezielt anpassen sollten, um die Aufnahme von Eisen im Körper nicht zu beeinträchtigen.

Da ein Mangel an Eisen die Sauerstoffversorgung des Organismus einschränkt, spielt das Zusammenspiel zwischen der täglichen Ernährung und der Bioverfügbarkeit von Mikronährstoffen eine zentrale Rolle bei der Behandlung und Vorbeugung von Mangelerscheinungen.

Hemmende Wirkung auf Nicht-Häm-Eisen

Bei einer bestehenden Anämie können bestimmte Inhaltsstoffe die Aufnahme von Eisen spürbar bremsen. Zu den hemmenden Faktoren zählen neben Kaffee und Tee auch Milch und Milchprodukte durch ihren Kalziumgehalt, phytatreiches Getreide sowie Kakao.

Wie Gesundheitsexperten darlegen, vermag Kaffee während der Mahlzeiten die Resorption von Nicht-Häm-Eisen um 50 bis 90 Prozent zu reduzieren. Das genaue Ausmaß hängt dabei von der Stärke des Heißgetränks sowie vom Zeitpunkt des Konsums ab.

Verantwortlich für diesen Effekt sind vor allem die im Kaffee enthaltenen Polyphenole wie Chlorogensäuren und Tannine. Diese Stoffe binden pflanzliches Nicht-Häm-Eisen, wie es beispielsweise in Spinat, Linsen und angereicherten Zerealien vorkommt, und erschweren dessen Verwertung im Verdauungstrakt.

Über Wochen und Monate hinweg kann dieser Prozess die körpereigenen Ferritin-Speicher leeren und zu einem subklinischen Eisenmangel oder einer manifesten Anämie führen. Häm-Eisen aus rotem Fleisch und Geflügel ist von dieser Hemmung weniger betroffen, weshalb das Risiko für Vegetarier und Veganer deutlich höher ausfällt. Ein ähnlicher Mechanismus gilt zudem für Schwarz- und Grüntee.

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Empfehlungen zu Abständen und Ernährung

Internationale Institutionen raten daher zu einem bewussten zeitlichen Abstand zwischen Mahlzeiten und Heißgetränken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Konsum von Tee von eisenreichen Mahlzeiten zu trennen. Beim Einsatz von Eisensulfat rät der britische National Health Service (NHS) zu einem zeitlichen Abstand von 2 Stunden vor dem Trinken von Tee oder Kaffee.

Generell gilt die Empfehlung, nach dem Essen mindestens 1 Stunde, idealerweise 2 Stunden zu warten, bevor Kaffee konsumiert wird. Wird der Kaffee bereits 1 Stunde vor der Mahlzeit getrunken, fällt der hemmende Effekt geringer aus.

Um die Absorption zu verbessern, kann Vitamin C aus Quellen wie Zitrone, Erdbeeren oder Paprika die hemmenden Effekte teilweise ausgleichen. Neben der Ernährung, die mageres Fleisch, Fisch, Geflügel, Hülsenfrüchte, dunkelgrünes Blattgemüse, Trockenfrüchte und angereicherte Lebensmittel umfassen sollte, spielen auch andere Ursachen bei Blutarmut eine Rolle. So kann eine Anämie ebenso durch Blutverlust, Infektionen, chronische Krankheiten sowie einen Mangel an Vitamin B12 oder Folat verursacht werden.

Einnahme von Präparaten und Wechselwirkungen

Müssen Eisenpräparate eingenommen werden, gilt Eisenbisglycinat als gut absorbierbar und gut verträglich, wobei es weniger Magen-Darm-Beschwerden verursacht als Eisen(II)-sulfat. Auch hier verbessert Vitamin C die Aufnahme.

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Idealerweise erfolgt die Einnahme nüchtern, etwa 1 Stunde vor oder 2 Stunden nach einer Mahlzeit, wobei Orangensaft als Begleitung geeignet ist. Gemieden werden sollten zeitgleich Milchprodukte, Kaffee, schwarzer Tee und ballaststoffreiche Lebensmittel. Die Therapie erstreckt sich üblicherweise über mehrere Monate und erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen.

Zudem sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten. Laut einer Fachärztin für Innere Medizin können Kaffee, Milchprodukte sowie Kalzium- oder Eisenpräparate die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen verringern. Sie empfiehlt daher, Schilddrüsentabletten morgens nüchtern mit Wasser einzunehmen und Kalzium, Eisen sowie Magnesium erst mit mehreren Stunden Abstand zuzuführen.

Auch bei Bisphosphonaten, die zur Behandlung von Osteoporose eingesetzt werden, verringern Magnesium, Kalzium oder Eisen die Aufnahme im Darm, weshalb mindestens 2 Stunden Abstand einzuhalten sind. Zudem verringert ein übermäßiger Konsum von Kaffee und Alkohol die Aufnahme von Zink und Kalzium.

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