Einschulungstest, StarS

Einschulungstest StarS: Gericht stoppt 10-Millionen-Projekt

15.06.2026 - 01:30:56 | boerse-global.de

Trotz Ausbau lokaler Hilfsangebote für Legasthenie blockieren Gerichtsverfahren die Einführung bundesweit einheitlicher Diagnoseverfahren.

LRS-Förderung: Neue Angebote trotz fehlender Bundesstandards
Einschulungstest - Ein junger Schüler konzentriert sich auf ein Tablet mit Text, möglicherweise mit Lernhilfen für Legasthenie, in einer ruhigen Lernumgebung. 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Spezialisierte Institute und öffentliche Einrichtungen bauen ihre Angebote für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche aus. Gleichzeitig blockieren juristische Auseinandersetzungen bundesweite Standards.

Neue Institute und wachsende Angebote

In Aachen eröffnete Anfang des Jahres ein neues Institut unter der Leitung von Nicola Keus. Es hilft bei LRS und Legasthenie – mit Diagnostik, Beratung und Seminaren für Eltern. Von Juni bis November 2026 sind mehrere Informationsveranstaltungen geplant.

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Auch die Wiener Volkshochschulen ziehen nach. Im Sommer und Herbst starten zahlreiche Kurse zu Legasthenie, Dyskalkulie und Lernschwächen. Fachkräfte wie Mag.a Doris Hink-Ligorio und Mag. Heidemarie Degeorgi BEd leiten die mehrmonatigen Trainings an verschiedenen Standorten.

Wenn Prüfungen zur Hürde werden

Der Fall einer 19-jährigen Schülerin zeigt, wie komplex Nachteilsausgleiche sind. Trotz ausgeprägter Legasthenie erreichte sie einen Notendurchschnitt von 0,8. Fürs Abitur im Frühjahr 2026 bekam sie längere Bearbeitungszeiten und einen separaten Raum bewilligt. Doch andere Hilfsmittel scheiterten.

Das niedersächsische Kultusministerium lehnte im Februar 2026 den Antrag auf Audiodateien in den Prüfungen ab. Die Begründung: Lesekompetenz sei prüfungsrelevant. Ein Spannungsfeld zwischen Inklusion und Standarderhalt.

Mathe-Talente und System-Streit

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Mitte Juni 2026 fand das Finale des Adam-Ries-Wettbewerbs statt. Über 1.000 Fünftklässler aus Sachsen, Thüringen, Bayern und Tschechien nahmen teil. Die 40 Finalisten kamen aus Dresden und Erfurt. Solche Wettbewerbe fördern mathematische Talente frühzeitig.

Auf systemischer Ebene stockt die Einführung einheitlicher Standards. Die Kultusministerkonferenz (KMK) plante den bundesweiten Einschulungstest „StarS“ mit einem Budget von 10 Millionen Euro. Die Vergabekammer Berlin stoppte das Projekt vorerst. Sie erklärte die Direktvergabe an das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) für unwirksam. Jetzt ist eine öffentliche Ausschreibung nötig.

Vor dem Berliner Kamgericht läuft zudem ein Verfahren über die Rechtspersönlichkeit der KMK. Das könnte die Umsetzung bundesweiter Bildungsstandards weiter verzögern.

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