Einkaufsliste, Routine

Einkaufsliste: Routine senkt ungeplante Käufe von 69 auf 24 Prozent

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Untersuchung zeigt: Einkaufsziele prägen spontane Käufe stärker als Hunger; bei Snacks steigt der Einfluss des Appetits.

Einkaufsstudie: Feste Routinen senken ungeplante Käufe deutlich
Ein leerer, ordentlicher Supermarktgang mit symmetrisch angeordneten Regalen in einer natürlichen Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt.

Die verbreitete Annahme, dass Einkaufen mit leerem Magen zwangsläufig zu vollen Einkaufswagen führt, greift zu kurz. Wie Untersuchungen des BUas Experience Lab an der Breda University of Applied Sciences zeigen, bestimmt vor allem der konkrete Einkaufszweck das Ausmaß ungeplanter Käufe. Der tatsächliche Hunger der Konsumenten hat über den gesamten Warenkorb hinweg dagegen keinen statistisch signifikanten Einfluss.

Im Rahmen der Untersuchung wurden 323 Einkäufer begleitet und 3.819 Artikel anhand von Kassenzetteln ausgewertet. Das individuelle Hungergefühl erfassten die Forscher direkt nach dem Verlassen des Geschäfts auf einer Skala von 0 bis 10. Wie Berichte vom 12. Oktober 2026 darlegen, erwies sich die ursprüngliche Absicht der Konsumenten als der mit Abstand wirksamste Steuerungsfaktor für das Kaufverhalten.

Der Forscher Sait Durgun vom BUas Experience Lab hielt dazu fest, dass die Pläne vor dem Betreten des Geschäfts eine weitaus größere Rolle spielen könnten als der physische Hunger.

Gezielte Routine halbiert die Impulsquote

Den stärksten messbaren Einfluss auf das Kaufverhalten übt die Zielstrebigkeit der Kunden aus. Konsumenten, die ohne feste Einkaufsliste oder konkretes Ziel durch die Gänge stöberten, verbuchten einen Anteil von 69 Prozent an ungeplanten Käufen. Bei Personen, die eine Standard-Einkaufsrunde oder Routine-Lebensmitteleinkäufe absolvierten, lag dieser Wert dagegen lediglich bei 24 Prozent.

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Dieser Unterschied entspricht rechnerisch fast dem Neunfachen und bleibt auch dann stabil, wenn das jeweilige Hungerniveau rechnerisch berücksichtigt wird. Ein klar definierter Vorsatz schützt somit wirksam vor unüberlegten Ausgaben, während das bloße Verweilen ohne Zielvorgabe spontane Entscheidungen begünstigt.

Differenzierte Effekte bei Snacks und Altersgruppen

Trotz des ausbleibenden Gesamteffekts wiesen die Forscher der Breda University of Applied Sciences eine spezifische Ausnahme nach: Im Segment der Snacks und Süßigkeiten schlägt sich der Appetit messbar nieder. Jeder Anstieg des Hungergefühls um einen Punkt auf der Skala von 0 bis 10 erhöhte die Wahrscheinlichkeit eines ungeplanten Kaufs in dieser Produktkategorie um neun Prozent.

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Gleichzeitig offenbaren die Daten deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Käufer ab 55 Jahren wiesen bei der Befragung zwar das höchste durchschnittliche Hungerniveau auf, tätigten jedoch die wenigsten ungeplanten Käufe aller untersuchten Gruppen.

Diese Beobachtung unterstreicht, dass Impulskontrolle und gefestigte Einkaufsgewohnheiten den physiologischen Reiz des Hungers wirksam überlagern können. Für ein bewusstes Konsumverhalten ist demnach weniger der Zeitpunkt der Mahlzeit vor dem Einkauf entscheidend als die Klarheit über den eigentlichen Bedarf.

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de | wissenschaft | 70304601 |