Einbeinstand, Zehn-Sekunden-Test

Einbeinstand: Zehn-Sekunden-Test sagt Sterblichkeitsrisiko voraus

11.06.2026 - 05:32:58 | boerse-global.de

Studie belegt: Zehn Sekunden Einbeinstand mit Mitte 50 senken Sterblichkeitsrisiko deutlich. Gleichgewichts- und Krafttraining sind entscheidend.

Flamingo-Test: Einbeinstand als Gesundheitsindikator für über 50-Jährige
Einbeinstand - Eine ältere Person balanciert auf einem Bein, die Arme leicht ausgestreckt, in einem hellen, modernen Raum. 11.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine Studie aus dem British Journal of Sports Medicine belegt: Wer mit Mitte 50 keine zehn Sekunden auf einem Bein balancieren kann, hat ein fast doppelt so hohes Risiko für einen vorzeitigen Tod. Der sogenannte Flamingo-Test rückt damit in den Fokus der medizinischen Vorsorge.

Was der Einbeinstand verrät

An der Untersuchung von 2022 nahmen 1.702 Probanden zwischen 51 und 75 Jahren teil. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Balancefähigkeit dient als valider Marker für die allgemeine Lebenserwartung und körperliche Verfassung im Alter.

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Der britische Gesundheitsdienst NHS definiert dazu altersspezifische Richtwerte. Für 18- bis 39-Jährige gelten 43 Sekunden als Ziel, bei 50- bis 59-Jährigen sinkt der Wert auf 37 Sekunden. Menschen über 80 sollten mindestens fünf Sekunden schaffen.

„Die motorische Geschicklichkeit gewinnt im hohen Alter enorm an Bedeutung", erklärte Sportwissenschaftlerin Astrid Zech im Juni 2026. „Durch gezieltes Training bleibt sie aber bis ins hohe Alter verbesserungsfähig."

Muskelkraft senkt Sterblichkeit

Neben dem Gleichgewicht spielt die Muskelkraft eine entscheidende Rolle. Eine Studie im Fachjournal JAMA Network Open untersuchte über 8,3 Jahre hinweg 5.472 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren. Ergebnis: Eine höhere Griffkraft korrelierte mit einer um zwölf Prozent niedrigeren Sterblichkeit – unabhängig von der allgemeinen Aktivität oder Gehgeschwindigkeit.

Fachleute empfehlen eine Kombination aus Krafttraining und koordinativen Übungen. Der Onkologe Silvio Garattini rät zu 150 bis 300 Minuten Bewegung pro Woche. Er zieht Parallelen zu Ernährungskonzepten langlebiger Populationen, die moderate Kalorienzufuhr mit regelmäßiger Aktivität verbinden.

Kostenexplosion bei Heilmitteln

Die wachsende Bedeutung von Physio- und Ergotherapie zeigt sich auch in den Kassenfinanzen. Der AOK-Heilmittelreport vom Juni 2026 dokumentiert einen Anstieg der Ausgaben auf knapp 13,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 – eine Verdopplung innerhalb von zehn Jahren. Bis Ende 2025 kletterten die Kosten weiter auf 14,7 Milliarden Euro.

Der Löwenanteil von 69,7 Prozent entfällt auf Physiotherapie. Ein Kostentreiber sind die seit 2024 verfügbaren Blankoverordnungen. Sie fallen mit durchschnittlich 714 Euro deutlich teurer aus als herkömmliche ärztliche Verordnungen. Angesichts eines erwarteten Defizits der gesetzlichen Krankenversicherung von 18,8 Milliarden Euro im Jahr 2027 stehen diese Posten unter verstärkter Beobachtung des Bundesgesundheitsministeriums.

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Mini-Workouts für den Alltag

Niederschwellige Trainingsangebote gewinnen an Bedeutung. Übungen zur Stärkung der Körperkontrolle und Koordination lassen sich ohne großen Zeitaufwand in den Tagesablauf integrieren. Funktionelles Training mit Kettlebells oder Minibändern fokussiert auf komplexe Bewegungsabläufe statt isolierte Muskelgruppen.

Sportwissenschaftler raten zu regelmäßigen Ausfallschritten und Stabilitätsübungen für Rumpf- und Hüftmuskulatur. Auch Yoga, Tai-Chi oder Stand-Up-Paddling gelten als effektive Methoden zur Verbesserung des Gleichgewichts. Die Botschaft ist klar: Wer heute in seine Balance investiert, kann morgen davon profitieren.

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