Google-Cloud-Ausfall stört Revolut und ING in Europa
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 13:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen für Europas Bankkunden
- Google meldete technische Schwierigkeiten in einer Londoner Cloud-Region.
- Revolut und ING verzeichneten Einschränkungen bei Apps und Transaktionen.
- Auch Webseiten und Unternehmensanwendungen waren von den Störungen betroffen.
Google-Cloud-Ausfall trifft Banken in Europa
Ein größerer Ausfall von Google-Cloud-Diensten in Großbritannien hat im europäischen Raum massive technische Störungen verursacht. Betroffen waren unter anderem Bankkunden von Revolut und ING, die zeitweise nicht auf Apps oder Transaktionen zugreifen konnten.
Störungen reichen über Banken hinaus
Nach Angaben des Unternehmens und von Betroffenen lagen die technischen Probleme in Infrastrukturen der Region London. Die Auswirkungen reichten jedoch über Großbritannien hinaus und betrafen zahlreiche Online-Dienste, Webseiten und Unternehmensanwendungen.
Auch der digitale Zahlungsverkehr und Kontodienste von Finanzdienstleistern waren beeinträchtigt. Nutzer in mehreren europäischen Ländern berichteten über Einschränkungen beim App-Zugriff und bei Transaktionen.
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Google arbeitet an der Behebung
Google räumte die technischen Schwierigkeiten über seine Status-Seiten ein und arbeitete an der Behebung des Fehlers. Das genaue internationale Ausmaß und die Ursache für den Ausfall in der Londoner Rechenzentrumszone wurden weiter analysiert.
Ursache und Reichweite noch offen
Für die betroffenen Nutzer bedeutete die Störung vor allem, dass gewohnte digitale Zugänge und Transaktionen vorübergehend nicht zuverlässig funktionierten. Welche weiteren Dienste betroffen waren und wann alle Funktionen vollständig zurückkehrten, sollte die weitere technische Analyse zeigen.
Der Ausfall zeigt, wie stark digitale Finanzdienste von wenigen großen Cloud-Anbietern abhängen. Banken und Digitalbanken betreiben ihre Anwendungen zwar nicht vollständig in einer einzigen technischen Umgebung, nutzen für einzelne Dienste aber externe Rechenleistung, Datenbanken, Sicherheitsfunktionen oder Netzwerkkomponenten. Fällt ein zentraler Baustein aus, können dadurch auch Systeme beeinträchtigt werden, die räumlich außerhalb der betroffenen Region liegen.
Für Bankkunden sind vor allem App-Zugriff, Überweisungen, Kartenzahlungen und Kontostandsanzeigen relevant. Einschränkungen müssen nicht bedeuten, dass Guthaben oder Buchungen verloren gehen; sie können auch daraus entstehen, dass ein Dienst vorübergehend keine Verbindung zu benötigten Backend-Systemen erhält. Entscheidend sind deshalb Ausweichverfahren, Notfallkommunikation und die Fähigkeit, Kernfunktionen unabhängig vom Cloud-Anbieter aufrechtzuerhalten.
Abhängigkeit als Aufsichtsthema
Die europäische Finanzaufsicht behandelt die Widerstandsfähigkeit digitaler Infrastruktur seit Jahren als Risiko für einzelne Institute und das gesamte Finanzsystem. Cloud-Ausfälle gehören dabei neben Cyberangriffen, Softwarefehlern und Problemen bei Telekommunikationsnetzen zu den Szenarien, für die Banken Wiederanlauf- und Ersatzkonzepte vorhalten müssen. Der aktuelle Vorfall dürfte daher nicht nur technisch ausgewertet werden. Für betroffene Anbieter stellt sich auch die Frage, ob regionale Redundanzen und unabhängige Betriebswege ausreichend dimensioniert sind.
Für Verbraucher bleibt praktisch wichtig, bei Störungen nicht wiederholt Transaktionen auszulösen und alternative Kontakt- oder Zahlungswege bereitzuhalten. Erst wenn Google und die betroffenen Finanzdienstleister Ursache, Dauer und Umfang des Ausfalls vollständig darlegen, lässt sich beurteilen, ob es sich um eine begrenzte Betriebsstörung oder um ein größeres Problem der Abhängigkeit von zentraler Cloud-Infrastruktur handelt.
