EE erweitert KI-Schutz gegen Mobilfunkbetrug
29.04.2026 - 14:19:42 | boerse-global.deMit einer neuen KI-basierten Triple-Lock-Technologie will das Unternehmen Kunden vor der wachsenden Flut digitaler Betrugsmaschen schützen.
Die zur BT Group gehörende Firma setzt dabei auf eine dreistufige Schutzfunktion, die Bedrohungen bereits im Netzwerk identifiziert – bevor sie das Endgerät der Nutzer erreichen. Hintergrund ist ein deutlicher Anstieg der Betrugsfälle im Vereinigten Königreich.
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KI-gestützte Schutzmechanismen im Detail
Das Herzstück der neuen Lösung: die sogenannte AI Triple-Lock Protection. Sie nutzt die Genie-KI-Engine des Sicherheitsspezialisten Norton und deckt drei kritische Bereiche ab.
E-Mail-Überwachung rund um die Uhr: Das System scannt Posteingänge auf verdächtige Muster und markiert potenziell gefährliche Nachrichten – noch bevor der Empfänger sie öffnet. Das soll klassische Phishing-Angriffe durch gefälschte Rechnungen oder behördliche Benachrichtigungen verhindern.
Safe-SMS-Funktion: Sie analysiert eingehende Textnachrichten in Echtzeit. Das ist besonders wichtig, weil SMS-basierte Angriffe (sogenanntes Smishing) in den letzten Jahren stark an Professionalität gewonnen haben.
Web-Schutz beim Surfen: Das Modul blockiert gefährliche Webseiten beim Online-Shopping oder Surfen. Sobald ein Nutzer eine schädliche Seite aufrufen will, greift das System ein – bevor sensible Daten abfließen oder Schadsoftware installiert wird.
Der Dienst kostet zwei Pfund pro Monat im Rahmen eines rollierenden 30-Tage-Vertrags. Zum Vergleich: Beim Start 2024 lag der Preis noch bei einem Pfund. Die Preisanpassung spiegelt den erweiterten Funktionsumfang wider.
Neuer Scam Assistant und Call Labelling
EE bietet seinen Kunden jetzt auch interaktive Werkzeuge zur Prüfung verdächtiger Inhalte. Der neue Scam Assistant ermöglicht es, Screenshots von fragwürdigen Nachrichten, Webseiten oder QR-Codes hochzuladen. Eine integrierte KI-Komponente analysiert die Bilder und liefert eine sofortige Sicherheitseinschätzung.
Beim Call Labelling prüft EE jeden eingehenden Anruf automatisch auf Netzwerkebene. Potenzielle Betrugsanrufe werden direkt markiert – der Nutzer weiß schon vor der Annahme Bescheid.
Ergänzt wird das durch Dark-Web-Überwachung. Der Dienst beobachtet, ob persönliche Daten der Kunden in bekannten Datenbanken für gestohlene Informationen auftauchen.
Auch die lokale Sicherheit auf dem Mobilgerät wurde verstärkt: Schutzmechanismen gegen Ransomware und Viren blockieren gefährliche Anhänge automatisch. Ein integrierter Passwort-Manager hilft bei der Erstellung komplexer Zugangsdaten.
Rekordniveau bei Betrugsfällen
Die Notwendigkeit dieser Aufrüstung belegen aktuelle Zahlen der britischen Betrugspräventionsorganisation Cifas. 2025 wurden über 444.000 Fälle in der nationalen Betrugsdatenbank registriert – der höchste jemals verzeichnete Wert. Das entspricht einer Steigerung von sechs Prozent gegenüber 2024.
Experten führen den Trend auf den Einsatz von KI durch kriminelle Netzwerke zurück. Angreifer erstellen damit täuschend echte Phishing-Mails, gefälschte Webseiten und sogar Deepfake-Anrufe – in industriellem Maßstab und oft so personalisiert, dass herkömmliche Methoden versagen.
Malcolm Cubitt, Director of Product für Mobile bei EE, betonte: „Betrug im Vereinigten Königreich hat ein historisches Hoch erreicht. Als Anbieter des führenden Netzwerks sehen wir uns in der Verantwortung, innovative Wege zum Schutz unserer Kunden zu gehen – denn auch die Bedrohungen entwickeln sich ständig weiter."
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BT Group zieht Bilanz
Die Einführung des verbesserten Scam Guard ist Teil einer größeren Sicherheitsinitiative der BT Group. Die Bilanz für 2025 zeigt beachtliche Erfolge: Rund 1,6 Milliarden Zugriffsversuche auf bösartige Domains wurden blockiert. Dazu kamen 200 Millionen betrügerische SMS und 61 Millionen Betrugsanrufe. Weitere 175 Millionen Anrufe wurden als Belästigung eingestuft und markiert.
Seit dem Start der Scam-Guard-Initiative im Sommer 2024 hat EE bereits 169 Millionen Betrugs- und Spam-Versuche abgewehrt. Mit der neuen KI-gestützten Version erwartet das Unternehmen, die Zahl der verhinderten Fälle in den kommenden zwölf Monaten mindestens zu verdoppeln.
Die Maßnahmen sind in das gesellschaftliche Engagement der BT Group eingebettet. Unter dem Motto „verantwortungsvolle Vernetzung" investiert der Konzern auch in Programme zur Förderung digitaler Kompetenzen.
Branche unter Zugzwang
Die Mobilfunkbranche steht vor der Herausforderung, mit der Geschwindigkeit krimineller Innovation Schritt zu halten. KI dient Angreifern als Werkzeug – bietet auf der Verteidigungsseite aber neue Möglichkeiten zur Mustererkennung und Echtzeit-Analyse.
Branchenanalysten werten den Schritt von EE als notwendige Reaktion auf einen Markt, in dem Sicherheit zunehmend zum Differenzierungsmerkmal wird. Es wird erwartet, dass auch andere Netzbetreiber ähnliche KI-basierte Lösungen auf Netzebene implementieren werden. Die Zielsetzung einer Verdopplung der Abwehrquote setzt dabei eine klare Messlatte.
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