EDRChoker: Sicherheitslücke lähmt Antivirus-Software gezielt
08.06.2026 - 08:46:03 | boerse-global.de
Ein neu veröffentlichtes Tool namens EDRChoker entlarvt eine gefährliche Schwachstelle moderner Sicherheitslösungen.
Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Am 7. Juni 2026 veröffentlichte ein unter dem Pseudonym @TwoSevenOneT bekannter Entwickler eine Open-Source-Software, die Endpoint-Security-Agenten gezielt von ihren Cloud-Infrastrukturen abschneidet. Das Tool nutzt eine erstaunlich simple Methode – es drosselt die Netzwerkbandbreite der Sicherheitssoftware auf lächerliche 8 Bit pro Sekunde.
Wie die Bandbreiten-Drossel funktioniert
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EDRChoker greift auf die Windows Policy-Based Quality of Service (QoS) zurück, ein eigentlich legitimes Verwaltungswerkzeug. Die Software identifiziert die Prozesse von Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen und begrenzt deren Netzwerkverkehr drastisch.
Die Konsequenz ist verheerend: Ein normaler TLS-Handshake, der für die sichere Verbindung zur Cloud-Management-Konsole nötig ist, benötigt zwischen 3 und 6 Kilobyte Datenübertragung. Bei 8 Bit pro Sekunde scheitert dieser Verbindungsaufbau zwangsläufig. Der Sicherheitsagent verliert den Kontakt zu seiner zentralen Überwachungsplattform – und bleibt blind.
Besonders tückisch: Das Tool arbeitet auf einer Ebene unterhalb der Windows Filtering Platform (WFP). Genau dort, wo viele Sicherheitslösungen den Netzwerkverkehr überwachen. Die Drosselung bleibt für die Security-Software unsichtbar.
Hartnäckig und schwer zu stoppen
Einmal angewendet, bleiben die QoS-Richtlinien selbst nach einem Neustart des Systems aktiv. Die Sicherheitssoftware bleibt dauerhaft "abgewürgt" – sie kann weder Telemetriedaten senden noch Updates vom Cloud-Dienst empfangen.
Erste Tests gegen Elastic Defend zeigten: Die Verbindung brach sofort zusammen. Zwar benötigt das Tool Administratorrechte, doch die Veröffentlichung als Open-Source-Projekt auf GitHub macht es für potenzielle Angreifer leicht zugänglich.
So schützen sich Unternehmen
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Cybersecurity-Experten haben Abwehrmaßnahmen identifiziert. Da EDRChoker auf spezifische Windows-Netzwerkfunktionen setzt, hilft gezielte Überwachung:
- Regelmäßige Audits aller aktiven QoS-Richtlinien auf Windows-Endgeräten
- Umfassendes PowerShell-Logging, um Netzwerk-Management-Befehle nachzuverfolgen
- Spezifische Überwachung des Befehls
New-NetQosPolicy– ein klares Indiz für den Angriff
Der Fall EDRChoker offenbart ein grundlegendes Problem: Legitime Systemverwaltungsfunktionen wie QoS lassen sich missbrauchen, um Sicherheitstelemetrie gezielt zu blockieren. Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen nicht nur auf Angriffe von außen achten, sondern auch auf Manipulationen innerhalb ihrer eigenen Systeme.
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