Edge-Sicherheit: Microsoft schließt kritische RCE-Lücke CVE-2026-45495
05.06.2026 - 10:23:25 | boerse-global.de
Im Fokus steht eine Schwachstelle, die Angreifern die vollständige Kontrolle über betroffene Systeme ermöglichen könnte.
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Gefährlicher Verzeichnis-Traversal-Fehler entdeckt
Die schwerwiegendste Lücke trägt die Bezeichnung CVE-2026-45495 und betrifft die Protokolldateiverwaltung von Edge. Es handelt sich um einen sogenannten Directory-Traversal-Fehler – eine Schwachstelle in der Pfadvalidierung, die es Angreifern erlaubt, beliebigen Code auszuführen. Der CVSS-Score liegt bei 7,5 von möglichen 10 Punkten.
Entdeckt wurde das Problem von Sicherheitsforscher Orange Tsai von DEVCORE im Rahmen des Hacking-Wettbewerbs Pwn2Own. Microsoft wurde am 20. Mai 2026 informiert. Allerdings ist eine Nutzerinteraktion nötig: Das Opfer muss eine präparierte Webseite besuchen oder eine manipulierte Datei öffnen.
Mehrere Schwachstellen im Verbund
Neben der RCE-Lücke schloss Microsoft zwei weitere Sicherheitslücken, die vom selben Forscherteam gemeldet wurden. CVE-2026-45494 ist eine universelle Cross-Site-Scripting-Lücke (UXSS) mit einem CVSS-Wert von 5,0. CVE-2026-45492 beschreibt einen Ursprungsvalidierungsfehler beim geräteübergreifenden Anmelden (CVSS 4,3).
Sicherheitsexperten beobachten einen wachsenden Trend: Angreifer kombinieren mehrere mittelschwere Schwachstellen, um gefährlichere Angriffe zu ermöglichen. Die aktuellen Patches sollen genau diese Angriffsketten unterbrechen.
Ungelöste Probleme im Microsoft-Ökosystem
Parallel zu den Updates wurden weitere Sicherheitsbedenken bekannt. Die Firma Huntress deckte am 3. Juni eine ungepatchte Schwachstelle im Windows-Search-URI-Handler auf. Klickt ein Nutzer auf einen speziell präparierten Link in Edge, können NTLMv2-Hashes abfließen.
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Microsoft lehnte es ab, diesen Fehler zu schließen – die Schwelle für ein sofortiges Update sei nicht erreicht. Als Schutzmaßnahme empfehlen Experten, ausgehenden SMB-Verkehr zu blockieren und SMB-Signierung zu erzwingen.
Zudem warnte Microsoft vor CVE-2026-47644: Die Copilot-Chat-Funktion in Edge könnte unbeabsichtigt Organisationsdaten preisgeben. Administratoren sollen Berechtigungskonfigurationen und Identitätsprotokolle überprüfen.
Funktionale Änderungen und KI-Integration
Microsoft hat außerdem das Custom Primary Password aus Edge entfernt. Gespeicherte Passwörter werden künftig nur noch durch gerätebasierte Authentifizierung wie Windows Hello geschützt – nicht mehr durch ein separates Browser-Passwort.
Bereits am Dienstag integrierte Microsoft das KI-Modell Aion-1.0-Instruct in Edge Version 148. Das kleine, schnelle Modell läuft lokal auf dem Gerät und ist für leistungsschwächere Hardware optimiert. Es steht zunächst in den Canary- und Dev-Kanälen zur Verfügung, ein Open-Source-Release ist für den Sommer geplant.
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