Edge-Browser: Microsoft streicht Drop und setzt auf Copilot
21.06.2026 - 05:06:01 | boerse-global.de
Das soll die Bedienung vereinfachen – und die Abhängigkeit von Microsofts Ökosystem verstärken.
Schluss mit „Drop": Was Edge-Nutzer jetzt wissen müssen
Microsoft räumt in seinem Browser kräftig auf. Nachdem bereits die Seitenleiste und die Sammlungsfunktion in Edge 149 gestrichen wurden, folgt nun das Aus für den Datei-Sharing-Dienst „Drop". Nutzer der Canary-Version 151.0.4103.0 sehen seit dem 19. Juni 2026 entsprechende Hinweise, dass der Dienst bald nicht mehr verfügbar sein wird.
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Die über „Drop" geteilten Dateien liegen in OneDrive und bleiben dort erhalten. Anders sieht es bei Textnotizen aus: Microsoft warnt, dass diese vor der endgültigen Entfernung manuell heruntergeladen oder gesichert werden müssen. Der Schritt ist Teil einer grundlegenden Neuausrichtung – der Browser soll schlanker werden und sich stärker auf Copilot konzentrieren.
Copilot wird zum Dreh- und Angelpunkt
Die Entscheidung passt in ein größeres Bild: Microsoft hat sich offenbar von Plänen für ein separates „Windows 12" verabschiedet. Stattdessen wird Windows 11 Version 26H1 zur zentralen KI-Plattform ausgebaut. Diese ist speziell für „Copilot+ PCs" ausgelegt, die einen Neural Processing Unit (NPU) mit einer Rechenleistung von über 40 TOPS benötigen.
Das Update soll einen systemweiten Copilot, einen speziellen „AI Explorer" sowie Optimierungen auf Kernel-Ebene für heterogenes Rechnen mitbringen. Das Ziel: KI-Workloads effizienter verwalten – und den Nutzer noch enger an Microsofts Dienste binden.
Sicherheitsupdates und neue Anmeldeoptionen
Parallel zu den Design-Änderungen hat Microsoft mehrere kritische Sicherheitslücken geschlossen. Am 18. Juni 2026 erschien Edge Stable Version 149.0.4022.80, die unter anderem die als kritisch eingestufte Schwachstelle CVE-2026-12458 behebt – eine Chromium-basierte Lücke, die potenziell Remote-Code-Ausführung ermöglichte. Ebenfalls geschlossen wurden CVE-2026-12446 (unbefugter Zugriff auf gespeicherte Passwörter) und CVE-2026-12460, ein weiterer kritischer Chromium-Fehler.
Ab Juli 2026 können Nutzer sich zudem mit ihrem Google-Konto bei Edge anmelden. Dann lassen sich Lesezeichen, Passwörter, Chronik und offene Tabs synchronisieren – ohne Microsoft-Konto. Die Funktion ist bereits in der Beta-Version 150 verfügbar. IT-Administratoren können sie über neue Richtlinien wie „GoogleSignInEnabled" steuern oder auf bestimmte Unternehmensdomänen beschränken.
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Datenschutz für Unternehmen: Copilot bekommt Grenzen
Mit der tieferen KI-Integration wachsen die Sorgen um den Datenschutz. Microsoft reagiert: Bis Juli 2026 sollen Funktionen in Microsoft Purview eingeführt werden, mit denen Organisationen Copilot und andere KI-Dienste blockieren können, wenn Office-Dateien bestimmte Vertraulichkeitskennzeichnungen tragen. Das adressiert die wachsende Besorgnis von Unternehmen über die Verarbeitung sensibler Daten durch große Sprachmodelle.
In experimentellen Builds vom 19. Juni 2026 hat Microsoft zudem Stabilitätsprobleme behoben – darunter eine Race Condition im Hypervisor-Speichermanagement, die bei Virtualisierungsaufgaben zu Systemabstürzen führte. Diese Korrekturen sollen Teil des kommenden 26H2-Feature-Sets sein, das auch ein KI-optimiertes Emoji-Panel und verbesserte Live-Untertitel umfassen wird.
