Edge-Browser: Microsoft deaktiviert uBlock Origin und alte Add-ons
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 23:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat offiziell damit begonnen, die Infrastruktur für Browser-Erweiterungen in seinem Edge-Browser grundlegend zu verändern. Durch den Wechsel vom bisherigen Standard Manifest V2 (MV2) auf das modernere Manifest V3 (MV3) werden ältere Erweiterungen schrittweise funktionsunfähig. Betroffen von dieser Maßnahme sind unter anderem populäre Ad-Blocker wie uBlock Origin sowie zahlreiche weitere Tools, die auf der MV2-Architektur basieren.
Die Umstellung erfolgt in mehreren Phasen und sieht vor, dass MV2-basierte Erweiterungen systematisch deaktiviert werden. Dieser Schritt markiert eine Zäsur in der Verwaltung von Browser-Add-ons, da die technische Basis für die Interaktion zwischen Erweiterungen und dem Browser-Kern neu definiert wird.
Hohe Migrationsrate bei populären Erweiterungen
Trotz der Tragweite des Wechsels zeichnet sich eine breite Akzeptanz in der Entwicklergemeinschaft ab. Laut Angaben von Microsoft sind bereits 95 Prozent der am häufigsten genutzten Erweiterungen erfolgreich auf den neuen Manifest-V3-Standard migriert worden. Damit steht für den Großteil der Anwendungsfälle bereits eine kompatible Version bereit, die den neuen Sicherheits- und Performance-Anforderungen entspricht.
Dennoch gibt es eine Gruppe von Programmen, bei denen der Übergang schwieriger verläuft. Berichten zufolge sind lediglich 58 MV2-Erweiterungen mit einer nennenswerten Nutzerbasis direkt von der Abschaltung betroffen. Innerhalb dieser Gruppe existieren für drei Anwendungen derzeit überhaupt keine entsprechenden MV3-Versionen. Nutzer dieser spezifischen Programme müssen sich somit mittelfristig nach Alternativen umsehen, da die alten Versionen nicht dauerhaft unterstützt werden können.
Zeitplan für Verbraucher und Unternehmen
Der Rollout der Umstellung ist zeitlich gestaffelt, um einen möglichst reibungsloser Übergang zu gewährleisten. Privatnutzer, sogenannte Consumer, werden in den kommenden Monaten direkt über die bevorstehende Deaktivierung ihrer installierten MV2-Erweiterungen informiert. Microsoft setzt hier auf gezielte Benachrichtigungen innerhalb des Browsers, um die Anwender frühzeitig auf die notwendigen Anpassungen hinzuweisen. Der gesamte Prozess für diese Nutzergruppe soll bis zum Ende des Jahres 2026 abgeschlossen sein.
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Unterschiede gibt es hingegen beim Zeitplan für Geschäftskunden. Für Enterprise-Kunden, die oft auf spezifische Softwareumgebungen und längere Validierungszyklen angewiesen sind, beginnt die Umstellung erst zu einem späteren Zeitpunkt. Hier ist der Start der Migrationsphase für Anfang 2027 vorgesehen. Dies gibt IT-Abteilungen in Unternehmen zusätzlichen Spielraum, um die Kompatibilität ihrer internen Tools und notwendigen Erweiterungen sicherzustellen.
Angleichung an Industriestandards
Mit diesem Vorgehen folgt Microsoft der Strategie von Google. Der Chrome-Browser hat den Prozess zur Abschaltung von Manifest V2 bereits eingeleitet, was aufgrund der gemeinsamen Chromium-Basis beider Browser eine technische Notwendigkeit darstellt. Die Einführung von Manifest V3 wird in der Branche damit begründet, die Sicherheit und die allgemeine Systemleistung zu verbessern, indem die Berechtigungen und Zugriffsrechte von Erweiterungen auf Webinhalte strenger reglementiert werden.
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Während die technische Modernisierung von Entwicklern und Sicherheitsbeauftragten überwiegend positiv bewertet wird, sehen Kritiker in der neuen Architektur Einschränkungen für die Wirksamkeit bestimmter Erweiterungstypen, insbesondere im Bereich der Inhaltsfilterung. Da die Umstellung nun offiziell läuft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wie effektiv die MV3-Nachfolger der bekannten Tools in der Praxis agieren.
