Edge 150: Microsoft öffnet sich für Google-Konten
04.07.2026 - 16:43:13 | boerse-global.de
Der Browser-Rivale öffnet sich: Edge-Nutzer können künftig mit ihrem Google-Konto einloggen.
Microsoft hat die Version 150.0.4078.48 seines Browsers Edge veröffentlicht – und bricht damit mit einer jahrelangen Strategie. Seit dem 2. Juli 2026 rollt das Update aus, das es Nutzern auf Windows und macOS erlaubt, sich mit einem Google-Konto anzumelden. Die Folge: Lesezeichen, Passwörter und andere Browserdaten lassen sich über die Google-Cloud synchronisieren. Ein Schritt, den Microsoft seit 2020 kategorisch ausgeschlossen hatte.
Google-Konto als vollwertige Alternative
Die Neuerung ist mehr als eine kosmetische Anpassung. Nutzer können künftig beide Konten – Microsoft und Google – parallel im Browser führen. Wer sich mit seiner Google-Identität anmeldet, greift auf dieselben synchronisierten Daten zu wie auf anderen Geräten – ganz ohne Microsoft-Konto. Das dürfte vor allem jene Nutzer freuen, die beruflich auf Google-Dienste angewiesen sind, privat aber Edge bevorzugen.
Für Unternehmen hat Microsoft zeitgleich eine zentrale Steuerungsmöglichkeit geschaffen: Die Richtlinie NonMicrosoftAccountSignInEnabled erlaubt IT-Administratoren, die Anmeldung mit Nicht-Microsoft-Konten zu beschränken oder ganz zu unterbinden. So bleibt die Kontrolle über Datenflüsse und Authentifizierungsstandards in kontrollierten Umgebungen gewahrt.
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Abschied von macOS Monterey und neue Architektur
Mit Edge 150 endet auch eine Ära: Das Update ist die letzte Version, die macOS 12 Monterey unterstützt. Nutzer dieses Betriebssystems müssen sich auf einen Wechsel vorbereiten.
Gleichzeitig hat Microsoft tief in die Architektur eingegriffen. Die bisherige Workspaces-Funktion wurde auf eine neue Basis gestellt – Workspaces V2 oder auch Edge Sync Service genannt. Im Zuge dieser Migration fiel jedoch die Möglichkeit, Arbeitsbereiche zu teilen. Auch die Seitenleiste mit App-Liste wird schrittweise abgeschafft.
Kleinere, aber feine Verbesserungen runden das Update ab: Die Cookie-Verwaltung wurde übersichtlicher gestaltet, und Intune Mobile Application Management (MAM) kann Downloads nun direkt in OneDrive ablegen.
Sicherheitsupdates und Wettbewerbsdruck
Im Bereich Sicherheit bietet Edge 150 Neuerungen: Security Update Alerts sind ab sofort in der öffentlichen Vorschau im Edge-Management-Dienst verfügbar. Zudem unterstützt der Browser nun die WebView2-Richtlinie DowngradeVersion, die Entwicklern und Administratoren mehr Flexibilität bei der Verwaltung webbasierter Komponenten gibt.
Interessant ist der zeitliche Kontext: Nur wenige Tage zuvor, am 30. Juni 2026, hatte Google ein Sicherheitsupdate für Chrome veröffentlicht. Die Version 150.0.7871.47 schloss die Schwachstelle CVE-2026-14038 – eine Eingabevalidierungslücke in der neuen Tab-Seite, die unter Windows und Mac Sandbox-Ausbrüche ermöglichen konnte. Zwar gab es keine Hinweise auf aktive Ausnutzung, doch die zeitnahen Updates beider Chromium-Browser zeigen: Der Wettlauf um Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit bleibt intensiv.
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