Edge, Microsoft

Edge 150: Microsoft entfernt App Tower, integriert Google-Konten

Veröffentlicht: 19.07.2026 um 06:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Edge 150 entfernt App Tower und ermöglicht Google-Konto-Sync. Nutzer berichten von Performance-Problemen und Abstürzen.

Microsoft Edge 150: Update mit Sidebar-Änderungen und Google-Sync
Stilisierte digitale Oberfläche mit leuchtenden Linien und verbundenen Knoten, die Webbrowser und Datensynchronisation darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat Edge 150.0.4078.83 veröffentlicht – mit weitreichenden Eingriffen in die Seitenleiste und neuen Funktionen für Chrome-Umsteiger.

Der stabile Kanal des Browsers erhielt am 18. Juli 2026 ein umfangreiches Update. Im Fokus stehen die Straffung der Sidebar-Funktionen und die bessere Integration von Google-Konten. Das könnte vor allem jene Nutzer ansprechen, die über einen Wechsel von Chrome nachdenken.

Aus für den App Tower

Die wohl einschneidendste Änderung: Microsoft verabschiedet sich vom sogenannten App Tower. Diese Funktion diente bislang zur Verwaltung der Sidebar-Anwendungen. Zwar bleibt der Copilot-Assistent weiterhin fest in der Oberfläche verankert, doch die separate App-Liste in der Seitenleiste wurde komplett gestrichen.

In einem nächsten Update sollen auch die bisher angehefteten Anwendungen entfernt werden. Administratoren sind daher angehalten, ihre internen Arbeitsabläufe auf mögliche Auswirkungen zu prüfen.

Workspaces: Teilen gestrichen, Sync bleibt

Parallel zu den Änderungen an der Sidebar hat Microsoft die Workspaces-Funktion beschnitten. Die Möglichkeit, Arbeitsbereiche mit anderen zu teilen, wurde ersatzlos gestrichen. Nutzerdaten aus diesen Umgebungen wandern nun in den Edge-Sync – die Informationen bleiben geräteübergreifend verfügbar, auch wenn das kollaborative Teilen wegfällt.

Google-Konten: Willkommenssignal für Chrome-Nutzer

Um den Wechsel von Google Chrome zu erleichtern, unterstützt Edge 150 jetzt die Anmeldung mit Google-Konten. Die Funktion startete bereits Anfang Juli 2026 als kontrollierte Einführung. Nutzer können ihre Lesezeichen und den Browserverlauf künftig direkt über ihre Google-Anmeldedaten synchronisieren – ein klarer Schritt, um die Hürden für einen Browserwechsel zu senken.

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Enterprise-Features und Sicherheitsupdates

Für Unternehmen hält das Update mehrere Verbesserungen bereit. Dazu zählen präzisere Einstellungen für Drittanbieter-Cookies sowie die Einführung von Microsoft Intune MAM-geschützten Downloads. Entwickler profitieren von einer neuen WebView2 DowngradeVersion-Richtlinie, die mehr Kontrolle über Softwareversionen ermöglicht.

Die Sicherheits lücke schließt Microsoft mit diesem Release umfassend: 22 Chromium-Schwachstellen wurden behoben. Das folgt auf einen außergewöhnlichen Sicherheits-Push Anfang Juli 2026, bei dem Microsoft über 570 Sicherheitslücken schloss – darunter zwei aktiv ausgenutzte Zero-Day-Lücken in SharePoint und Active Directory Federation Services.

Performance-Probleme: Nutzer berichten von hohem Ressourcenverbrauch

Doch nicht alles läuft rund. Nach der Einführung der Version 150-Serie häufen sich Berichte über technische Instabilität. In der Vorgängerversion 150.0.4078.65 verbrauchte der Browser offenbar zwischen 8 und 16 Gigabyte RAM und erreichte eine CPU-Auslastung von 100 Prozent.

Weitere dokumentierte Probleme: zufällige Browser-Abstürze, Einfrieren bei gleichzeitiger Nutzung von Excel, Fehler in der Copilot-Seitenleiste sowie hartnäckige Abmeldeprobleme bei Google-Diensten. Auch bei der Workspace-Navigation mit mehr als 50 aktiven Arbeitsbereichen wurden Rückschritte gemeldet.

Malware-Welle: ACR Stealer im Visier

Parallel zu den Software-Updates warnt Microsoft vor einer Zunahme des ACR Stealer – einer Schadsoftware, die zwischen April und Juni 2026 vermehrt aufgetreten ist. Der Stealer nutzt Techniken wie EtherHiding, um im Browser gespeicherte Passwörter und Authentifizierungstoken zu stehlen.

Als Reaktion darauf haben Drittanbieter wie Keeper Security biometrische Anmeldefunktionen für Edge-Erweiterungen eingeführt. Damit lassen sich Windows Hello und Passkeys ohne zusätzliche Begleit-App nutzen.

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Edge Drop: Drittanbieter-Tool für Windows 11

Unabhängig von Microsofts Update hat ein externer Entwickler am 18. Juli 2026 Edge Drop (v0.1.0) veröffentlicht – ein mausgesteuerter Zwischenablage-Manager für Windows 11. Das Tool ermöglicht das Ziehen und Stapeln von Text und Bildern. Obwohl der Name an eine native Microsoft-Funktion erinnert, wird das Programm derzeit auf externen Plattformen wie GitHub gehostet.

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