Echte Kamille: Über 120 Wirkstoffe prägen das entzündungshemmende Profil
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Echte Kamille gilt in der Naturheilkunde und Phytotherapie als eine der am besten erforschten Heilpflanzen, deren entzündungshemmende Eigenschaften wissenschaftlich gut belegt sind. Neben ihrer traditionellen Verwendung bei körperlichen Beschwerden steht die Pflanze auch zunehmend im Fokus biochemischer Analysen und pharmakologischer Bewertungen.
Vielfältiges Profil an Inhaltsstoffen
Die biologische Aktivität der Kamillenblüten beruht auf einem komplexen Zusammenspiel zahlreicher Substanzen. In den Blüten wurden über 120 aktive Verbindungen nachgewiesen. Zu den wesentlichen Bestandteilen zählen Flavonoide wie Apigenin sowie ätherische Öle, die unter anderem alpha-Bisabolol und Chamazulen enthalten.
Apigenin weist dabei spezifische neurobiologische Eigenschaften auf, da es an Benzodiazepin-Rezeptoren bindet. Hersteller industrieller Grundstoffe wie Ningbo Inno Pharmchem verweisen bei Kamillen-Kräuter-Extrakten (Chamomilla Recutita) auf Inhaltsstoffe wie Bisabolol, die Rötungen beruhigen, Hautreizungen reduzieren und als wasserlösliche Komponente antioxidativen Schutz in Lotionen, Cremes, Shampoos oder Seren bieten sollen. Unabhängige Studien oder quantitative Daten werden für dieses spezifische Industrieprodukt allerdings nicht aufgeführt.
Bewertung durch Behörden und Forschung
Die Einschätzungen offizieller Institutionen spiegeln sowohl das therapeutische Potenzial als auch den Bedarf an weiterer Absicherung wider. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erkennt die traditionelle Anwendung von Matricaria recutita L. bei leichten Verdauungsbeschwerden, Erkältungssymptomen, leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum sowie bestimmten leichten Hautbeschwerden offiziell an.
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Differenzierter äußert sich das Nationale Zentrum für komplementäre und integrative Gesundheit der USA (NCCIH): Die Behörde stuft frühe Studien zur Kamille zwar als interessant ein, betont jedoch, dass diese für endgültige Schlüsse nicht ausreichten. So zeigte eine vom NCCIH angeführte Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019, dass zum Einsatz von Kamille bei Schlaflosigkeit (Insomnia) lediglich eine einzige Studie vorlag.
Aufschlussreicher gestaltet sich die Datenlage bei Angstsymptomen: Eine randomisierte Untersuchung aus dem Jahr 2016, die in der Fachzeitschrift Phytotherapy Research veröffentlicht wurde, verzeichnete bei Teilnehmern unter Einnahme von Kamillenextrakt eine signifikante Reduktion der Angstwerte.
Dieser Effekt wurde als vergleichbar mit niedrig dosierten Benzodiazepinen beschrieben, jedoch ohne das für diese Wirkstoffklasse typische Abhängigkeitsrisiko.
Zubereitung, Wechselwirkungen und Risiken
Für die Zubereitung im Alltag spielen die biochemischen Eigenschaften der Inhaltsstoffe eine Rolle. Um die flüchtigen ätherischen Öle zu bewahren, empfiehlt sich ein kaltes Aufgießen der Blüten. Längeres Kochen hingegen birgt das Risiko, die enthaltenen Flavonoide abzubauen.
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Trotz der pflanzlichen Herkunft ist der Einsatz nicht frei von Risiken. Kamille kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen hervorrufen. Zudem bestehen dokumentierte Wechselwirkungen mit Arzneimitteln: Die Pflanze kann mit dem Gerinnungshemmer Warfarin, mit Sedativa sowie mit Arzneistoffen interagieren, die über die Leber verstoffwechselt werden.
Zudem liegen zur Anwendung von Kamille in therapeutischer Arzneimitteldosierung während der Schwangerschaft und Stillzeit bisher nur begrenzte Daten vor.
