Ebola-Ausbruch, Demokratische Republik Kongo

Ebola im Kongo: Mehr als 4.000 Menschen an Ausbruch gestorben

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 16:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In der Demokratischen Republik Kongo sind seit Beginn des aktuellen Ebola-Ausbruchs mehr als 4.000 Menschen gestorben. Besonders schwer betroffen sind Kinder, für den Erreger vom Typ Bundibugyo gibt es bislang keinen speziellen Impfstoff und keine spezifische Therapie.

  • Seit Mitte Mai wurden 8.300 Ebola-Fälle im Kongo nachgewiesen. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
    Seit Mitte Mai wurden 8.300 Ebola-Fälle im Kongo nachgewiesen. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
  • Die Zahl der Ebola-Toten ist auf über 4.000 gestiegen. (Archivbild) - Bild: -/XinHua/dpa
    Die Zahl der Ebola-Toten ist auf über 4.000 gestiegen. (Archivbild) - Bild: -/XinHua/dpa
  • Experten sprechen vom am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch, den es jemals gab.(Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
    Experten sprechen vom am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch, den es jemals gab.(Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
Seit Mitte Mai wurden 8.300 Ebola-Fälle im Kongo nachgewiesen. (Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa Die Zahl der Ebola-Toten ist auf über 4.000 gestiegen. (Archivbild) - Bild: -/XinHua/dpa Experten sprechen vom am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch, den es jemals gab.(Archivbild) - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa

In der Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Behörden seit Mitte Mai bereits 4.018 Menschen an Ebola gestorben.

8.300 Fälle seit Mitte Mai bestätigt

Die Gesundheitsbehörden des zentralafrikanischen Landes teilten mit, 8.300 Ebola-Fälle seien im Labor bestätigt worden. Derzeit befänden sich 842 Menschen in Behandlung oder Isolation, 2.162 gälten als genesen.

Die Sterblichkeitsrate liegt den Angaben zufolge bei 48,4 Prozent. Wessam Mankoula, Direktor für Notfälle bei der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, bezeichnete den Ausbruch als den am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch überhaupt.

Mehr Fälle als beim Ausbruch in Westafrika

In der 20. Woche seit Bekanntgabe des Ausbruchs sei die Zahl der Fälle 4,6 Mal höher als in der vergleichbaren Woche des bislang größten Ebola-Ausbruchs in Westafrika von 2014 bis 2016. Die Zahl der Toten sei gut viermal höher. Es wird vermutet, dass der Ausbruch im Kongo bereits seit Februar unerkannt andauerte.

Kein spezieller Impfstoff für Erreger

Ebola wird durch Körperkontakt und den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Die hochansteckende Krankheit kann hohes Fieber, Durchfall und Blutungen auslösen.

Der aktuelle Ausbruch wird durch den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo erschwert. Für diesen Typ gibt es bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie. In der Anfangsphase kann eine Infektion zudem leicht mit einer Malaria-Erkrankung verwechselt werden, was eine verspätete Isolation und Behandlung begünstigen kann.

Studien zu Therapien und Impfstoff

Seit Juli laufen klinische Versuche zu zwei antiviralen Therapieverfahren. In zwei weiteren Studien wird untersucht, ob der Ebola-Impfstoff Ervebo auch vor dem Bundibugyo-Typ schützt. Ervebo ist für den Einsatz bei Ausbrüchen der Ebola-Viruskrankheit zugelassen und empfohlen.

Fast jedes zweite infizierte Kind gestorben

Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums infizierten sich seit der offiziellen Ausrufung des Ausbruchs mindestens 2.071 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 961 von ihnen starben, darunter 623 Kinder im Alter von unter fünf Jahren.

Bei Kindern von null bis vier Jahren liegt die Fallsterblichkeitsrate demnach bei 61 Prozent. Bei allen bestätigten Ebola-Fällen des aktuellen Ausbruchs beträgt sie 48 Prozent.

„Dass fast jedes zweite infizierte Kind stirbt, zeigt, wie dringend Kinder geschützt werden müssen“, sagte Katharina von Schroeder von Save the Children in der DR Kongo. Nötig seien mehr Unterstützung für die Gesundheitsversorgung und für betroffene Familien in den Gemeinden.

Ein Ausbruch mit hoher Sterblichkeit

Die gemeldeten Zahlen markieren eine außergewöhnliche Dynamik: In der 20. Woche liegen die bestätigten Fälle deutlich über dem Vergleichswert des westafrikanischen Ebola-Ausbruchs von 2014 bis 2016. Die Sterblichkeitsrate von 48,4 Prozent zeigt zugleich, dass Ebola trotz Fortschritten bei Diagnostik und Versorgung eine besonders tödliche Infektionskrankheit bleibt.

Bundibugyo erschwert die Kontrolle

Der Erreger gehört zum Bundibugyo-Typ, für den nach den Angaben zum Ausbruch kein speziell zugelassener Impfstoff und keine spezifische Therapie verfügbar sind. Das begrenzt die Möglichkeiten, Infektionsketten schnell zu unterbrechen. Klinische Studien zu antiviralen Medikamenten und zur Wirksamkeit des Impfstoffs Ervebo könnten deshalb für die aktuelle Bekämpfung und für künftige Ausbrüche entscheidend sein.

Kinder besonders schutzbedürftig

Die hohe Zahl infizierter und gestorbener Kinder verweist auf die besondere Belastung von Familien und lokalen Gesundheitssystemen. Bei Kleinkindern kann die Krankheit zudem anfangs mit anderen fieberhaften Erkrankungen verwechselt werden. Für die Bevölkerung sind deshalb frühe Diagnose, rasche Isolation, sichere Versorgung und verlässliche Informationen ebenso wichtig wie Unterstützung für Angehörige und Betreuungspersonal.

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