E-Zigaretten: Lungenkrebsrisiko 1,5-fach höher als gedacht
10.06.2026 - 07:33:09 | boerse-global.de
Eine Langzeitstudie aus Südkorea zeigt: Ex-Raucher, die auf Nikotindampf setzen, haben ein 1,5-fach höheres Lungenkrebsrisiko als komplett abstinente Personen. Das Sterberisiko durch Lungenkrebs liegt sogar doppelt so hoch.
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Die am Mittwoch in Nature Medicine veröffentlichte Analyse wertete Daten von über 4,5 Millionen ehemaligen Rauchern aus. Besonders betroffen: Über 50-Jährige mit mindestens 20 Packungsjahren Raucherhistorie.
Lungenfacharzt Lukasz Antoniewicz von der MedUni Wien warnt: „Nikotindampf löst Entzündungen aus und hat ein hohes Suchtpotenzial – die Nikotinanflutung im Gehirn erfolgt extrem schnell."
Umstrittene Ernährungsstudie sorgt für Diskussionen
Eine noch unveröffentlichte Studie von Jorge Nieva (University of Southern California) sorgt derzeit für Wirbel. Sie behauptet: Gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn erhöht das Lungenkrebsrisiko bei Nichtrauchern unter 50 Jahren. Die Analyse basiert auf Daten von 166 Patienten.
Kritiker wie Baptiste Leurent vom University College London widersprechen scharf. Die Schlussfolgerungen seien spekulativ, es fehle eine adäquate Kontrollgruppe. „Es gibt keine fundierte Evidenz dafür, dass Pestizidrückstände in gesunden Lebensmitteln Krebs auslösen", so Leurent.
Dass Pestizide in Lebensmitteln ein reales Problem sind, zeigen Stichproben von Foodwatch aus Juni 2026. In Produkten wie Reis und Kreuzkümmel wurden Grenzwertüberschreitungen festgestellt.
Molekularer Schutzmechanismus in der Lunge entdeckt
Forschungsteams der Justus-Liebig-Universität Gießen, des Max-Planck-Instituts und des Institute for Lung Health haben einen wichtigen Stoffwechsel-Schalter identifiziert. Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 in Cell Metabolism veröffentlicht.
In Lungenkrebsregionen fehlt demnach das Molekül Itaconat. Die Folge: Makrophagen (Fresszellen) schalten um und begünstigen das Tumorwachstum. In Versuchen mit Mausmodellen und menschlichen Gewebeproben konnte eine künstliche Erhöhung der Itaconat-Konzentration das Tumorwachstum stoppen. Der Mechanismus blockiert das Enzym G6PD und unterbricht den Tumor-Stoffwechsel.
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Rohmilch als Asthmabremse – mit Risiken
Eine europäische Studie aus dem Jahr 2011 im Journal of Allergy and Clinical Immunology zeigt: Rohmilchkonsum kann bei Kindern das Asthmarisiko um 41 Prozent und Heuschnupfen um die Hälfte senken. Verantwortlich sind Molkenproteine, die beim Pasteurisieren zerstört werden.
Gesundheitsbehörden warnen jedoch vor Krankheitserregern in unbehandelter Milch.
Ab dem 14. Juni 2026 gelten zudem neue Kennzeichnungsregeln. Die Milchproduktqualitätsverordnung (MilchPQV) präzisiert Definitionen für laktosefreie und frische Milch. Der Hintergrund: Laut KKH-Daten stiegen Laktoseintoleranz-Diagnosen zwischen 2011 und 2021 um rund 61 Prozent.
Wenn Asthma und Übergewicht aufeinandertreffen
Eine aktuelle Studie in Pediatric Research aus Juni 2026 zeigt: Die Kombination von Asthma und Adipositas bei Kindern erhöht das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen wie Aufmerksamkeitsdefizite signifikant. Die Untersuchung umfasste über 5.000 Kinder zwischen 3 und 12 Jahren.
Als Ursachen vermuten Forscher chronische Entzündungsprozesse und hormonelle Störungen. Die Ergebnisse unterstreichen: Eine ganzheitliche Ernährungs- und Gesundheitsstrategie ist bereits im Kindesalter entscheidend für die Lungenfunktion.
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