E-Scooter-Unfälle: 16.500 Fälle und 38 Todesfälle 2025
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl der E-Scooter-Unfälle ist 2025 drastisch gestiegen. Besonders junge Fahrer sind betroffen – und die Politik sucht nach Lösungen.
Fast 16.500 Unfälle: Die Bilanz von 2025
Bundesweit registrierten die Behörden im vergangenen Jahr fast 16.500 Unfälle mit Elektro-Tretrollern. Das entspricht einem Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 38 Menschen starben dabei.
Besonders alarmierend: Mehr als die Hälfte der verunglückten Fahrer war jünger als 25 Jahre. Laut Gesamtverband der Versicherer (GDV) sind 15- bis 17-Jährige die häufigsten Opfer.
Wenn ein Sturz lebensbedrohlich endet
Dass es nicht nur junge Fahrer trifft, zeigt ein Fall aus Berlin-Marzahn. Ein 52-Jähriger stürzte ohne Fremdeinwirkung und erlitt schwere Kopfverletzungen. Die Ärzte mussten ihn in ein künstliches Koma versetzen.
Die Verletzungsfolgen sind oft gravierend – gerade weil viele Fahrer keinen Helm tragen.
1,4 Millionen Roller: Der Markt boomt
Die Zahl der E-Scooter wächst rasant. Das Statistische Bundesamt zählte 2023 rund 1,4 Millionen Geräte in privaten Haushalten. Dazu kommen schätzungsweise 200.000 Leihfahrzeuge in deutschen Städten.
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Mobilitätsexperte Sören Groth vom ILS Dortmund sieht darin ein zweischneidiges Schwert: „E-Scooter vergrößern den Aktionsradius von Jugendlichen enorm." Doch die neue Freiheit bringt unerfahrene Fahrer in den komplexen Stadtverkehr – mit fatalen Folgen.
In Kroatien warnt der Ombudsmann inzwischen explizit vor dem Kauf solcher Roller für Kinder. Bis Ende Juli 2026 zählte das Land bereits 384 Unfälle mit persönlichen Verkehrsmitteln. Im Juni starb ein 14-Jähriger.
Strengere Regeln: Was Politik und Polizei tun
Österreich geht voran: Verkehrsminister Peter Hanke plant eine Ausweitung der Helmpflicht auf alle Fahrer bis 18 Jahre. Seit Mai gelten dort bereits eine Helmpflicht bis 16 Jahre und eine Promillegrenze von 0,5. Eine Bilanz der Wirksamkeit soll im Frühjahr 2027 folgen.
In Deutschland setzen die Behörden auf Kontrollen. Bei einer Schwerpunktaktion im Juli 2026 in Traunreut kassierten zahlreiche Fahrer Verwarnungsgelder. Die häufigsten Verstöße: Mitnahme einer zweiten Person, Fahren auf Gehwegen und Handynutzung am Steuer.
Getunte Roller: Wenn aus 25 km/h plötzlich 50 werden
Ein besonderes Risiko bergen manipulierte E-Scooter. In Graz stoppte die Polizei Kinder zwischen 10 und 12 Jahren, deren Roller deutlich schneller als die erlaubten 25 km/h fuhren. Rechtlich gelten solche Fahrzeuge als Kleinmotorräder.
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Auch in Deutschland häufen sich die Fälle. Anfang August flüchtete ein 17-Jähriger in Schweinfurt vor einer Kontrolle. In Ahlen stoppte die Polizei einen Roller mit rund 50 km/h.
Das Problem: Bremsen und Rahmen sind für solche Geschwindigkeiten nicht ausgelegt. Bei Manipulationen erlischt zudem der Versicherungsschutz – und das Verletzungsrisiko steigt massiv.
