E-Rikscha-Hack, Apps

E-Rikscha-Hack: Drei chinesische Apps ermöglichen Stromausfall per Bluetooth

03.07.2026 - 17:55:01 | boerse-global.de

Nach viralen Videos über ferngesteuerte Stromausfälle bei E-Rikschas ordnet Indien die Löschung von drei chinesischen BMS-Apps an.

Indien löscht drei chinesische Apps nach E-Rikscha-Sicherheitslücke
E-Rikscha-Hack - Ein Smartphone-Bildschirm mit Batterie- und Warnsymbol, überlagert von einem unscharfen Bild einer E-Rikscha in Indien. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die indische Regierung geht gegen Sicherheitslücken in günstigen Elektro-Rikschas vor – drei chinesische Apps wurden umgehend aus den Stores entfernt.

Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) ordnete am heutigen Freitag die sofortige Löschung der Apps BAT-BMS, Lossigy und Epoch-i-ion an. Auslöser waren virale Social-Media-Videos, die eine erschreckende Sicherheitslücke in preiswerten Elektrofahrzeugen offenlegten: Fremde konnten per Smartphone die Stromversorgung der Rikschas lahmlegen.

Schwachstelle im Batteriemanagement

Die betroffenen Anwendungen stammen vom chinesischen Hersteller Shenzhen Grenergy Technology. Eigentlich entwickelt, um Bluetooth-fähige Lithium-Ionen-Akkus zu überwachen und zu testen, werden sie nun zweckentfremdet. Das Problem: Viele günstige E-Rikschas nutzen chinesische Batteriemanagementsysteme (BMS), denen grundlegende Sicherheitsvorkehrungen wie ein Passwortschutz fehlen.

Die Konsequenz ist alarmierend: Über Bluetooth 5.0 können sich die Apps aus zehn bis fünfzehn Metern Entfernung mit der Fahrzeugbatterie verbinden. Unbefugte Nutzer unterbrechen dann einfach die Stromzufuhr. In den sozialen Netzwerken häuften sich zuletzt Videos von Scherzen, bei denen E-Rikschas mitten im Verkehr gestoppt wurden – ein enormes Sicherheitsrisiko für Fahrer und Passagiere.

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Regierung schreitet ein

IT-Sekretär S. Krishnan bestätigte die Maßnahmen auf einem Cybersicherheitsgipfel am heutigen Freitag. Das Ministerium habe sowohl Google als auch Apple angewiesen, die problematischen Apps aus dem Play Store und App Store zu entfernen. Krishnan warnte: „Die Betreiber der App-Stores müssen ihre Sorgfaltspflicht ernster nehmen." Ähnliche Anwendungen, die solche Störungen ermöglichen, würden ebenfalls gesperrt.

Delhis Verkehrsminister Pankaj Singh leitete parallel eine Überprüfung der betroffenen Fahrzeuge ein. Die Polizei werde gegen Personen vorgehen, die diese Werkzeuge missbrauchen, um den öffentlichen Nahverkehr zu stören. Allerdings waren einige der Apps zum Zeitpunkt der Ankündigung noch im Apple App Store sichtbar.

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Was E-Rikscha-Fahrer jetzt tun können

Für betroffene Fahrer gibt es eine technische Lösung: Lässt sich die Stromversorgung nicht mehr aktivieren, hilft meist das Ausschalten des Miniatur-Leistungsschalters (MCB). Anschließend muss die Batterieentladung über die Systemschnittstelle wieder freigegeben und ein sicheres Bluetooth-Passwort vergeben werden.

Der Vorfall wirft grundsätzliche Fragen zur Sicherheit von Billigkomponenten im wachsenden Elektrofahrzeugmarkt auf. Die indische Regierung prüft weitere Maßnahmen, um Mindeststandards für die Cybersicherheit von Lithium-Ionen-Batterien durchzusetzen – bevor sie in Fahrzeugen verbaut werden.

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