E-Rezept-Ausfall, D-Trust-Störung

E-Rezept-Ausfall: D-Trust-Störung blockiert Apotheken erneut

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 02:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine D-Trust-Störung behinderte erneut den E-Rezept-Abruf in Apotheken. Nach dem Ausfall am Montag wächst der Ruf nach stabileren Systemen.

E-Rezept-Ausfall bei D-Trust legt Apotheken erneut lahm
Leerer, minimalistischer Apothekentresen in hellem, natürlichem Licht ohne technisches Gerät oder Beschilderung. Illustration mit AI erstellt.

Am Donnerstag, den 10.09.2026, kam es in deutschen Apotheken erneut zu erheblichen Beeinträchtigungen bei der Einlösung von E-Rezepten. Wie die Betreibergesellschaft Gematik mitteilte, lag die Ursache für die technischen Störungen beim IT-Dienstleister D-Trust, einem Tochterunternehmen der Bundesdruckerei. Es handelt sich damit um den zweiten weitreichenden Ausfall der digitalen Gesundheitsinfrastruktur innerhalb einer einzigen Woche.

Kurzzeitige Störung am Donnerstagmorgen

Die technische Problematik trat am Donnerstagmorgen auf und konzentrierte sich auf spezifische Sicherheitskomponenten. Nach Angaben der Gematik waren insbesondere die SMC-B (Institutionskarten für Apotheken und Praxen) sowie die Heilberufsausweise (HBA) des Anbieters D-Trust betroffen. Diese Komponenten sind für die Authentifizierung im System der Telematikinfrastruktur zwingend erforderlich.

Die Störung dauerte etwa eine Stunde an, bis die Gematik gegen 9:30 Uhr Entwarnung gab. Trotz der begrenzten Zeitspanne hatte der Ausfall unmittelbare Auswirkungen auf die Betriebsabläufe. Das Arzneimittel-Verifizierungssystem Securpharm verzeichnete während der Störung einen Rückgang der Ausbuchungen von Medikamenten um 20 %.

Rückblick auf den massiven Ausfall zu Wochenbeginn

Die erneute Instabilität folgt auf eine deutlich schwerwiegendere Störung, die das Gesundheitswesen bereits am Montag (07.09.2026) belastete. Dieser bundesweite Ausfall begann gegen 12:45 Uhr und konnte erst am darauffolgenden Dienstag (08.09.2026) gegen 7:40 Uhr vollständig behoben werden. In diesem Zeitraum waren Patienten sämtlicher Krankenkassen von den technischen Einschränkungen betroffen.

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Erst am Montag der bundesweite Ausfall, jetzt am Donnerstagmorgen erneut: SMC-B und HBA von D-Trust waren wieder nicht erreichbar, Apotheken konnten E-Rezepte zeitweise nicht abrufen. Wer für den nächsten Stillstand gewappnet sein will, braucht einen Ablauf, der ohne Telematikinfrastruktur funktioniert. Kostenlosen Notfall-Leitfaden für Ihre Apotheke anfordern

Die Auswirkungen für die Patientenversorgung waren erheblich. Arztpraxen war es während der Ausfallzeit nicht möglich, E-Rezepte oder elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) zu erstellen. Parallel dazu konnten Apotheken keine bereits verordneten E-Rezepte abrufen, was die Medikamentenausgabe blockierte.

Die statistische Auswertung zeigt das Ausmaß: Während des Vorfalls wurden lediglich 893.249 E-Rezepte eingelöst, was einem Rückgang von rund einem Viertel gegenüber dem Normalbetrieb entspricht. Neben dem E-Rezept und der eAU war auch der Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) beeinträchtigt.

Forderungen nach stabilerer Infrastruktur

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Während der Störung am Donnerstag brach die Ausbuchung von Medikamenten um 20 Prozent ein — bei Apotheken, die kein vorbereitetes Vorgehen hatten, steht die Ausgabe dann still. Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie SMC-B und HBA absichern und einen belastbaren Offline-Fallback aufsetzen. Schritt-für-Schritt-Anleitung jetzt sichern

In Branchenkreisen stießen die wiederholten Instabilitäten auf deutliche Kritik. Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) verwies darauf, dass die Ursache der großflächigen Probleme in der Infrastruktur des Dienstleisters D-Trust gelegen habe.

Angesichts der zentralen Bedeutung der digitalen Dienste für die Patientenversorgung forderte der ABDA-Präsident eine deutlich robustere Ausgestaltung der Telematikinfrastruktur. Die Zuverlässigkeit der Systeme sei eine Grundvoraussetzung für die Akzeptanz und Funktionsfähigkeit der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen.

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