E-Rechnungspflicht, Firmen

E-Rechnungspflicht ab 2027: Nur 6% der Firmen sind vorbereitet

18.06.2026 - 20:21:48 | boerse-global.de

Ineffiziente Abläufe und veraltete IT-Systeme verursachen immense Produktivitätsverluste in deutschen Unternehmen.

Büro-Chaos kostet jährlich 28 Arbeitstage pro Angestelltem
E-Rechnungspflicht - Ein unordentlicher Schreibtisch mit Papierstapeln und einem veralteten Computer, der Ineffizienz und technologische Altlasten symbolisiert. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Allgeier inovar und Civey unter 1.000 Erwerbstätigen.

Hauptgründe für den Produktivitätsverlust: Die Suche nach Dokumenten (38 Prozent) und ständige Wechsel zwischen verschiedenen Software-Tools (33 Prozent). Die Folgen sind nicht nur wirtschaftlich – 57 Prozent der Befragten berichten von erhöhtem Stress durch die mangelhaften Prozesse.

Anzeige

Papierstapel und unübersichtliche Ordnerstrukturen gehören zu den größten Zeitfressern im Arbeitsalltag. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie das Dokumenten-Chaos beseitigen und Ihre Ablage effizient digitalisieren. 5 Profi-Tipps gegen Papierchaos jetzt kostenlos herunterladen

Nur jedes fünfte Unternehmen hat seine Dokumentenprozesse vollständig digitalisiert. Der Rest hinkt hinterher.

Veraltete IT kostet eine Billion

Technologische Altlasten bremsen die Wirtschaft noch stärker. Eine Analyse von Genpact und HFS Research beziffert die jährlichen Kosten durch veraltete IT-Systeme auf rund 1,08 Billionen US-Dollar. Demgegenüber steht ein ungenutztes Wertschöpfungspotenzial von 18 Billionen Dollar bei den globalen Top-Unternehmen.

Besonders betroffen: der KI-Bereich. Nur ein Drittel der vorhandenen Unternehmensdaten ist überhaupt KI-tauglich. Die Folge: 42 Prozent aller KI-Projekte scheitern an unzureichender Datenqualität. Ineffiziente Prozesse fressen hier bis zu 40 Prozent der Arbeitszeit.

Digitale Rechnungen: Große Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Viele Unternehmen überschätzen ihren Digitalisierungsgrad massiv. 75 Prozent der befragten Mitarbeiter halten ihre Rechnungsprozesse für digitalisiert – doch nur 6 Prozent erfüllen tatsächlich die Anforderungen für E-Invoicing. 56 Prozent haben noch kein gesetzeskonformes Format.

Das wird zum Problem. Ab dem 1. Januar 2027 greift die E-Rechnungspflicht für Firmen mit über 800.000 Euro Jahresumsatz. Die Zeit drängt.

Anzeige

Viele Betriebe unterschätzen die Risiken bei der Umstellung auf elektronische Rechnungen und riskieren Probleme bei der Betriebsprüfung. Erfahren Sie in diesem Experten-Ratgeber, wie Sie die gesetzliche E-Rechnungspflicht rechtssicher und ohne teure Fehler umsetzen. Kostenloses E-Book zur rechtssicheren E-Rechnung sichern

Der EU-Digitalisierungsbericht 2026 zeigt zudem Deutschlands Rückstand bei der Infrastruktur. Bei der Glasfaserabdeckung (FTTP) liegt die Bundesrepublik mit 43,98 Prozent auf dem vorletzten Platz – EU-Schnitt: über 74 Prozent. Auch bei digitalen Verwaltungsdiensten und elektronischen Identitäten hinkt Deutschland hinterher. Nur 15 Prozent nutzen eID, EU-weit sind es 52 Prozent.

Politik unter Druck

Die Unzufriedenheit wächst. Eine Forsa-Umfrage unter Führungskräften zeigt massive Kritik an der aktuellen Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik. Über 100 Gründer und Manager forderten in einem Appell umfassende Reformen.

Erste Bewegung gibt es auf Länderebene. Die saarländische Landesregierung will landesrechtliche Berichtspflichten pauschal abschaffen – es sei denn, ihre Notwendigkeit wird explizit begründet. Ein entsprechendes Effizienzgesetz soll nach der Sommerpause kommen.

Auch technologisch tut sich etwas. Ein im Juni vorgestelltes System eines Singapurer Startups verspricht massive Zeitersparnis bei der internen Recherche. Erste Industrieanwender berichten von über 100 Stunden weniger Suchzeit pro Monat – dank KI-gestützter Arbeitsumgebungen mit integrierten Quellenangaben.

de | wissenschaft | 69575669 |