E-Commerce-Betrug: Echte Kunden verursachen 38,8 Prozent aller Fälle
21.06.2026 - 09:07:37 | boerse-global.de
Laut einer Analyse von LexisNexis Risk Solutions sind echte Käufer inzwischen für 38,8 Prozent aller betrügerischen Transaktionen verantwortlich. Das entspricht einem Anstieg um zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
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Europa besonders betroffen
Die aktuelle Untersuchung wertete rund 116 Milliarden Transaktionen aus dem Jahr 2025 aus. In Europa liegt die Quote des sogenannten First-Party-Fraud sogar bei knapp 52 Prozent. Bereits im Vorjahr hatte sich dieser Trend abgezeichnet – damals entfielen rund 36 Prozent aller Fälle auf Kundenbetrug.
Klassische Scams oder die Übernahme von Benutzerkonten (Account-Takeover) liegen mittlerweile dahinter. Besonders auffällig: Bei Passwort-Resets wurde etwa jeder neunte Versuch als betrügerisch eingestuft.
Organisierte Banden nutzen die Krise
Experten führen die Zunahme auf die anhaltende Konjunkturflaute zurück. Ermittler beobachten, dass die organisierte Kriminalität gezielt Menschen mit schlechter Bonität oder Studenten anwirbt. Die Lockangebote: Kleinstbeträge als Gegenleistung für die Durchführung betrügerischer Transaktionen.
Die Methoden sind simpel: Waren auf Rechnung oder Kredit bestellen und die Zahlung später verweigern. Oder rechtmäßig erhaltene Lieferungen als „nicht bestellt“ oder „nie angekommen“ reklamieren. Die Beweislast bleibt in diesen Fällen oft beim Händler. Besonders betroffen sind Finanzdienstleister und Anbieter von „Buy now pay later“-Diensten (BNPL).
Politik fordert schärfere Regeln
Auf der 22. Verbraucherschutzministerkonferenz in Potsdam forderten die Minister einen nationalen Aktionsplan gegen Fake-Shops. Ihre Kritik: Die bestehenden Instrumente des Digital Services Act (DSA) reichen nicht aus. Gefordert werden beschleunigte Verfahren zur Löschung von betrügerischer Werbung und Fake-Shop-Seiten – nach internationalem Vorbild.
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Amazon Prime Day lockt Phisher an
Neben dem Kundenbetrug bleibt die Gefahr durch externe Angreifer hoch. Vor dem Amazon Prime Day in der kommenden Woche warnen Experten vor vermehrten Phishing-Versuchen. Im vergangenen Jahr ließ der Versandriese über 70.000 Phishing-Webseiten und 14.000 betrügerische Telefonnummern abschalten.
Fast 30 Prozent der gemeldeten Betrugsfälle begannen 2025 mit täuschend echt wirkenden Nachrichten. Parallel dazu warnen Polizeibehörden vor aktuellen Phishing-Wellen auf Secondhand-Plattformen und im Online-Banking. Kriminelle versuchen dort, Bankdaten und Ausweisdokumente zu entwenden.
